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		<title><![CDATA[Autismus-Selbsthilfe & Info-Forum  - Autistimus im Alltag, Vorlagen Hilfestrategien]]></title>
		<link>https://www.autism4all.at/</link>
		<description><![CDATA[Autismus-Selbsthilfe & Info-Forum  - https://www.autism4all.at]]></description>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 06:45:14 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Hinter der Fassade eines Autisten]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=294</link>
			<pubDate>Wed, 19 Feb 2025 19:15:45 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Hinter der Fassade eines Autisten<br />
MENSCHEN MIT AUTISMUS KÖNNEN IM LAUFE IHRES LEBENS DAS WAHRNEHMEN VON EMOTIONEN ERLERNEN<br />
Das Material <!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://www.autism4all.at/images/attachtypes/pdf.png" title="Adobe Acrobat PDF" border="0" alt=".pdf" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a class="attachembed" href="attachment.php?aid=57" target="_blank" title="">hinter_der_fassade_eines_autisten.pdf</a> (Größe: 1,09 MB / Downloads: 1)
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			<content:encoded><![CDATA[Hinter der Fassade eines Autisten<br />
MENSCHEN MIT AUTISMUS KÖNNEN IM LAUFE IHRES LEBENS DAS WAHRNEHMEN VON EMOTIONEN ERLERNEN<br />
Das Material <!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://www.autism4all.at/images/attachtypes/pdf.png" title="Adobe Acrobat PDF" border="0" alt=".pdf" />
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Angenehme Weihnachten für Kinder mit Autismus]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=268</link>
			<pubDate>Sat, 23 Dec 2023 09:19:52 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=268</guid>
			<description><![CDATA[.<br />
<br />
Treffen mit Verwandten und Freunden als große Herausforderung<br />
Aber auch viele Menschen auf einem Fleck können für den Betroffenen eine große Herausforderung bedeuten: Die Schwierigkeiten, Mimik, Gestik und nonverbale Botschaften zu verstehen, können zu Kommunikationsproblemen führen. Oft fühlen sich Menschen im Autismusspektrum unsicher und überfordert, was zu Rückzug und Isolation führt.<br />
<br />
<br />
Geduld und Verständnis sind entscheidend. Direkte Kommunikation ist wichtig, um Wünsche und Erwartungen zu klären.<br />
<br />
<br />
Priv.-Doz. Dr. Daniel Holzinger, Leiter des Zentrums für Kommunikation und Sprache, Konventhospital der Barmherzigen Brüder Linz<br />
<br />
<br />
„Geduld und Verständnis sind entscheidend. Direkte Kommunikation ist wichtig, um Wünsche und Erwartungen zu klären. Es kann auch helfen, gewohnte Rituale beizubehalten und Veränderungen zu vermeiden, wenn dies möglich ist. Ebenso ist es hilfreich, frühzeitig über mögliche Herausforderungen zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu finden“, rät der Autismus-Experte.<br />
<br />
Struktur durch Traditionen<br />
Dennoch gibt es auch positive Aspekte zu nennen: Weihnachten bringt Bräuche und Traditionen mit sich, die eine Struktur bieten, auf die Menschen mit Autismus gut reagieren. Das Aufstellen des Christbaums und das Singen von bekannten Weihnachtsliedern sind beispielsweise Rituale, die Halt und Sicherheit geben können.<br />
<br />
„Es ist von großer Bedeutung, das Verständnis und die Akzeptanz für Menschen mit Autismus in der Gesellschaft zu erhöhen. Indem wir uns ihrer besonderen Bedürfnisse bewusst werden und ihnen die nötige Unterstützung und den Raum geben, können wir dazu beitragen, dass sie die Weihnachtszeit im Kreise ihrer Lieben genauso genießen können wie jeder andere“, plädiert Doz. Dr. Holzinger für mehr Sensibilität und Einfühlungsvermögen.<br />
<br />
Experten-Tipps rund um Weihnachten:<br />
<br />
Sprechen Sie im Vorfeld über die weihnachtlichen Traditionen und Abläufe, um Überraschungen zu vermeiden. Verwenden Sie visuelle Unterstützung wie Kalender, Checklisten und Bilder, um etwa den Zeitplan zu verdeutlichen.<br />
Menschen mit Autismus benötigen eine klare Struktur und vorhersehbare Abläufe. Versuchen Sie, die übliche Routine so weit wie möglich einzuhalten und Veränderungen frühzeitig mitzuteilen.<br />
<br />
Manche Betroffene sind empfindlicher gegenüber bestimmten Sinnesreizen wie Geräuschen, Lichtern oder Gerüchen. Achten Sie darauf, dass es während der Feierlichkeiten eine ruhige Ecke gibt, in der sich Ihr Kind zurückziehen kann, um Reize zu verarbeiten.<br />
<br />
Ebenso können soziale Interaktionen für Menschen mit Autismus herausfordernd sein. Geben Sie ihnen auch in diesen Fällen die Möglichkeit, sich zeitweise zurückzuziehen.<br />
<br />
Informieren Sie Gäste über die besonderen Bedürfnisse und ersuchen Sie um Verständnis und Rücksichtnahme. Geben Sie ihnen auch Tipps, wie sie am besten mit der Person interagieren können.<br />
<br />
Weihnachten ist eine Zeit des Miteinanders, dennoch ist es wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse und Grenzen Ihres Kindes zu achten. Seien Sie flexibel und respektieren Sie, wenn es bestimmte Traditionen oder Aktivitäten nicht mitmachen möchte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[.<br />
<br />
Treffen mit Verwandten und Freunden als große Herausforderung<br />
Aber auch viele Menschen auf einem Fleck können für den Betroffenen eine große Herausforderung bedeuten: Die Schwierigkeiten, Mimik, Gestik und nonverbale Botschaften zu verstehen, können zu Kommunikationsproblemen führen. Oft fühlen sich Menschen im Autismusspektrum unsicher und überfordert, was zu Rückzug und Isolation führt.<br />
<br />
<br />
Geduld und Verständnis sind entscheidend. Direkte Kommunikation ist wichtig, um Wünsche und Erwartungen zu klären.<br />
<br />
<br />
Priv.-Doz. Dr. Daniel Holzinger, Leiter des Zentrums für Kommunikation und Sprache, Konventhospital der Barmherzigen Brüder Linz<br />
<br />
<br />
„Geduld und Verständnis sind entscheidend. Direkte Kommunikation ist wichtig, um Wünsche und Erwartungen zu klären. Es kann auch helfen, gewohnte Rituale beizubehalten und Veränderungen zu vermeiden, wenn dies möglich ist. Ebenso ist es hilfreich, frühzeitig über mögliche Herausforderungen zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu finden“, rät der Autismus-Experte.<br />
<br />
Struktur durch Traditionen<br />
Dennoch gibt es auch positive Aspekte zu nennen: Weihnachten bringt Bräuche und Traditionen mit sich, die eine Struktur bieten, auf die Menschen mit Autismus gut reagieren. Das Aufstellen des Christbaums und das Singen von bekannten Weihnachtsliedern sind beispielsweise Rituale, die Halt und Sicherheit geben können.<br />
<br />
„Es ist von großer Bedeutung, das Verständnis und die Akzeptanz für Menschen mit Autismus in der Gesellschaft zu erhöhen. Indem wir uns ihrer besonderen Bedürfnisse bewusst werden und ihnen die nötige Unterstützung und den Raum geben, können wir dazu beitragen, dass sie die Weihnachtszeit im Kreise ihrer Lieben genauso genießen können wie jeder andere“, plädiert Doz. Dr. Holzinger für mehr Sensibilität und Einfühlungsvermögen.<br />
<br />
Experten-Tipps rund um Weihnachten:<br />
<br />
Sprechen Sie im Vorfeld über die weihnachtlichen Traditionen und Abläufe, um Überraschungen zu vermeiden. Verwenden Sie visuelle Unterstützung wie Kalender, Checklisten und Bilder, um etwa den Zeitplan zu verdeutlichen.<br />
Menschen mit Autismus benötigen eine klare Struktur und vorhersehbare Abläufe. Versuchen Sie, die übliche Routine so weit wie möglich einzuhalten und Veränderungen frühzeitig mitzuteilen.<br />
<br />
Manche Betroffene sind empfindlicher gegenüber bestimmten Sinnesreizen wie Geräuschen, Lichtern oder Gerüchen. Achten Sie darauf, dass es während der Feierlichkeiten eine ruhige Ecke gibt, in der sich Ihr Kind zurückziehen kann, um Reize zu verarbeiten.<br />
<br />
Ebenso können soziale Interaktionen für Menschen mit Autismus herausfordernd sein. Geben Sie ihnen auch in diesen Fällen die Möglichkeit, sich zeitweise zurückzuziehen.<br />
<br />
Informieren Sie Gäste über die besonderen Bedürfnisse und ersuchen Sie um Verständnis und Rücksichtnahme. Geben Sie ihnen auch Tipps, wie sie am besten mit der Person interagieren können.<br />
<br />
Weihnachten ist eine Zeit des Miteinanders, dennoch ist es wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse und Grenzen Ihres Kindes zu achten. Seien Sie flexibel und respektieren Sie, wenn es bestimmte Traditionen oder Aktivitäten nicht mitmachen möchte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Autismus: Anzeichen und Umgang mit autistischen Kindern]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=266</link>
			<pubDate>Tue, 19 Dec 2023 19:29:39 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=266</guid>
			<description><![CDATA[Aber auch wenn die Diagnose feststeht, haben viele Eltern und Angehörige Schwierigkeiten im Umgang mit dem betroffenen Kind. Das führt sehr oft zu vielen Missverständnissen und Konflikten.<br />
Dieser Artikel soll dir also in erster Linie Hinweise geben,...<br />
... wie du Autismus bei deinem Kind erkennst und <br />
... auf was du im Umgang mit einem autistischen Kind beachten sollst<br />
Damit wird das Leben für euch alle wesentlich leichter und entspannter…<br />
 <br />
Wie du ruhig und gelassen bleibst, auch wenn dich dein Kind gerade nervt<br />
Wie du mit einem Wutanfall deines Kindes richtig umgehst<br />
Wie du es schaffst, dass dein Kind mit dir arbeitet anstatt gegen dich<br />
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Was ist Autismus? Eine kurze Einführung<br />
Um gleich mal mit den größten Missverständnissen aufzuräumen:<br />
1<br />
Autismus ist keine Krankheit. Es ist eine Entwicklungsstörung, die sich in sehr vielfältigen Formen, Ausprägungen und Schweregraden zeigt. Daher spricht man auch von einer Autismus-Spektrum-Störung. Je nach Schweregrad gibt es verschiedene Bezeichnungen (siehe „Die 3 häufigsten Formen von Autismus“)<br />
2<br />
Autismus ist nicht heilbar. Es lassen sich lediglich die Symptome und die daraus resultierenden Schwierigkeiten im Alltag „behandeln“ – in Form von Verhaltenstherapien beispielsweise. Die Prognose richtet sich demnach auch sehr individuell nach dem jeweiligen Schweregrad.<br />
3<br />
Autismus ist angeboren. Die Ursachen von Autismus sind nicht hundertprozentig bekannt. Anhand der Zwillingsforschung werden genetische Anlagen vermutet. Sehr selten können auch einige Krankheiten bewirken, dass ein Kind autistische Züge entwickelt (z.B. Tuberöse Sklerose).<br />
Grundsätzlich handelt es sich um eine gestörte Entwicklung der Hirnfunktionen. Betroffen sind in erster Linie die Gehirnbereiche, die für die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten zuständig sind.<br />
Trotz der sehr individueller Ausprägungen gibt es etliche Merkmale, die autistische Kinder gemeinsam haben. Kommen wir daher nun zu den Anzeichen einer autistischen Störung:<br />
Wie äußert sich Autismus bei Kindern?<br />
Die folgende Grafik zeigt die üblichen Merkmale und Symptome einer Autismus-Spektrum-Störung: <br />
 <br />
Autismus Kind: Merkmale<br />
Wie gesagt, die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein. <br />
Die größten Unterschiede gibt es vermutlich im Bereich der Intelligenz. Während der frühkindliche Autismus meistens mit einer eingeschränkten Intelligenz einhergeht, können Kinder mit Asperger-Autismus sogar hochbegabt sein. <br />
Im letzteren Fall zeigt sich dann sehr oft eine sogenannte Inselbegabung, d.h. eine überdurchschnittliche Begabung in einem bestimmten Bereich. Oft sind das mathematische oder wissenschaftliche Themen, aber auch das ist sehr individuell. So zeigt mein Sohn beispielsweise außerordentliche musikalische sowie sprachliche Fähigkeiten.<br />
Doch nicht jedes Kind, welches gerne alleine spielt oder Blickkontakt meidet, hat deswegen gleich Autismus. Daher möchte ich hier noch etwas genauer auf die einzelnen Merkmale eingehen:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Auffälligkeiten in der Interaktion</span><br />
Autisten meiden in der Regel den direkten Blickkontakt. Das kann mitunter schon bei Babys auffallen. Besonders beim frühkindlichen Autismus zeigen sich schon sehr zeitig gewisse Auffälligkeiten. So kann es sein, dass betroffene Babys kaum oder gar nicht auf ihre Eltern reagieren. „Normale“ Babys beobachten die Eltern, lächeln ca. ab dem 2. Lebensmonat zurück, wenn sie angelächelt werden und zeigen verschiedene Mimiken. <br />
Das ist bei autistischen Babys – je nach Ausprägung – anders. Manche Eltern denken sogar, ihr Kind wäre blind oder hörgeschädigt, weil es nicht auf Interaktionen reagiert oder sogar völlig teilnahmslos wirkt. Dies sollte natürlich ärztlich abgeklärt werden.<br />
Auch in punkto Körperkontakt verhalten sich Autisten anders. Während Babys und Kleinkinder normalerweise die Nähe zu den Eltern suchen, hat man bei autistischen Kindern oft das Gefühl, dass sie sich regelrecht dagegen sträuben. So lassen sie sich beispielsweise nicht beruhigen, wenn sie in den Arm genommen werden oder wehren sich direkt dagegen.<br />
Bei leichteren Formen wie z.B. dem Asperger-Syndrom fallen diese Aspekte oftmals erst später auf, wenn sich der Kontakt nicht mehr nur auf Eltern und Familie beschränkt. <br />
Mehr dazu im nächsten Punkt:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Auffälligkeiten im sozialen Bereich</span><br />
Autistische Kinder spielen oft allein<br />
Alle Kinder mit autistischen Zügen zeigen Auffälligkeiten in Bezug auf soziale Kontakte. Doch auch hier gibt es wieder ein sehr breites Spektrum.<br />
Während die einen überhaupt nicht daran interessiert sind, Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen, wünschen sich andere autistische Kinder durchaus Freundschaften. Es fällt ihnen allerdings schwer, diese aufzubauen und/oder zu halten. In der Regel haben sie maximal eine/n Freund/in anstatt eines großen Freundeskreises. An diese eine Bezugsperson klammern sie sich dann allerdings sehr intensiv, was wiederum zu Problemen führen kann (z.B. durch Eifersucht).<br />
Je nach Schweregrad bemerken Eltern diese Auffälligkeiten in der Regel erst innerhalb der ersten Lebensjahre. Meistens zeigt es sich, wenn die Kinder in die Kita kommen. Während andere Kinder den Kontakt zu Gleichaltrigen suchen, verhalten sich autistische Kinder diesbezüglich desinteressiert oder sogar aktiv abweisend.<br />
<span style="font-family: 'Segoe UI Symbol', sans-serif;" class="mycode_font">➡</span>️ Eigenes Beispiel<br />
 <br />
(Die Autorin dieses Artikels ist Mutter eines inzwischen 23-jährigen Sohnes mit Asperger-Autismus.)<br />
Obwohl mein Sohn „nur“ vom Asperger-Syndrom betroffen ist, fiel mir relativ früh auf, dass er anders war als andere Kinder. Ich ging mit ihm von Anfang an einmal monatlich zum „Babytreffen“. Während sich die anderen Babys mehr oder weniger neugierig beäugten, schrie meiner aus Leibeskräften, sobald eines der anderen Kinder zappelte oder ein Geräusch von sich gab. Er ließ sich dann auch nicht wieder beruhigen.<br />
In der Annahme, er wäre es lediglich nicht gewohnt, unter Kindern zu sein, besuchte ich ab dem 8. Monat mit ihm wöchentlich eine Krabbelgruppe. Doch auch dort geschah das Gleiche. Kaum war er im Raum mit den anderen Kleinkindern, krallte er sich an mir fest und brüllte so lange, bis wir nach ca. 1 Stunde wieder gingen. Das wiederholte sich Woche für Woche. Die Leiterin der Gruppe sagte, so etwas hätte sie noch nie erlebt…<br />
Erst mit 2 Jahren besserte sich die Situation plötzlich, als er merkte, dass er den anderen Kindern einfach aus dem Weg gehen konnte. So konnte er dann sogar die Kita besuchen, wo er meistens für sich alleine spielte und zunächst als ruhiges, zurückhaltendes und liebes Kind geschätzt wurde.<br />
Sobald also auffällt, dass sich das Kind Gleichaltrigen gegenüber anders verhält als andere Kinder, sollte die Möglichkeit einer Autismus-Störung in Betracht gezogen werden.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">3. Emotionale Besonderheiten</span><br />
Im Bereich der Emotionen zeigen sich bei Autisten zwei Auffälligkeiten: <br />
1<br />
Ihr Emotions-Spektrum ist stark reduziert. D.h., sie wirken entweder sehr emotionslos (verträumt, in-sich-gekehrt, teilnahmslos) oder zeigen nur wenige, dafür aber sehr extreme Gefühlslagen und haben diese dann nur schwer oder gar nicht unter Kontrolle.<br />
2<br />
Sie sind nicht in der Lage, die Gefühle anderer Menschen zu verstehen, nachzuvollziehen oder darauf Rücksicht zu nehmen (= fehlende Empathie-Fähigkeit)<br />
Auch hier hängt die Ausprägung wiederum vom Schweregrad der Störung ab. <br />
<span style="font-family: 'Segoe UI Symbol', sans-serif;" class="mycode_font">➡</span>️ Eigenes Beispiel<br />
Mein Sohn gehört zur Sorte „extreme Emotionen“, die er nur schwer kontrollieren kann. Er empfindet nach meiner Interpretation 3 Gefühle: Freude, Trauer und Wut. Sämtliche anderen Abstufungen von Emotionen gliedern sich dort ein. <br />
Das heißt, dass er beispielsweise schon als Baby entweder aus voller Kraft brüllte oder eben nicht. Zwischenphasen wie Schmollen, Wimmern, leichtes Weinen etc. gab es nicht. Auch wechselten die Gefühle von einer Sekunde auf die andere. Er lag entspannt da, im nächsten Moment schrie er aus Leibeskräften. War seine Welt wieder in Ordnung, wechselte seine Stimmung genauso abrupt zurück.<br />
Auch später blieb das so. Die Ausdrucksweise „himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“ (alternativ „rasend vor Wut“) beschreibt es ziemlich treffend.<br />
 <br />
Diese extrem stark empfundenen Gefühle zeigen sich auch darin, dass Autisten oft sehr empfindlich auf Geräusche, Gerüche, Geschmack, Schmerzen, Berührungen etc. reagieren. So werden viele autistische Kinder gleichzeitig als hochsensible Kinder eingestuft. Allerdings reagieren sie nicht immer gleich auf ähnliche Reize – während das Ticken einer Uhr als unerträglich empfunden werden kann, stört gleichzeitig der Fernseher auf voller Lautstärke überhaupt nicht.<br />
Allen Autisten gemein ist die fehlende Empathie. Dadurch wird ihnen oft unterstellt, sie wären egoistisch, rücksichtslos oder schlimmeres. Doch die Wahrheit ist: Sie KÖNNEN es einfach nicht. Jedoch führt das häufig zu Mobbing in der Schule.<br />
Sie erkennen z.B. weder anhand Mimik und Gestik noch an Sprache und Tonfall, welches Gefühl ihr Gegenüber gerade hat. Mit der Zeit lernen sie, z.B. Lachen als Freude und Weinen als Trauer zu deuten, doch schon wenn jemand vor Freude weint, sind sie hochgradig verwirrt.<br />
Darüber hinaus projizieren Autisten ihre eigenen Gefühle auf das gesamte Umfeld. So kommt es vor, dass z.B. sämtliche Familienmitglieder am Frühstückstisch von dem autistischen Kind angeschrien werden, nur weil es sich gerade die Zunge am Kakao verbrannt hat. Dabei ruhig und verständnisvoll zu bleiben, ist zugegebenermaßen eine Herausforderung!<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">4. Verhaltensauffälligkeiten</span><br />
Autistische Kinder verhalten sich oftmals anders als andere Kinder. Je stärker die Ausprägung der Störung, desto auffälliger wird das. So zeigen Kinder mit frühkindlichem Autismus oft stereotypes Verhalten (endloses Wiederholen bestimmter Handlungen). Auch Tics und Zwangshandlungen können vorkommen. Manche Kinder neigen sogar zu Selbstverletzung, indem sie sich beispielsweise selbst blutig beißen oder kratzen.<br />
Bei leichteren Formen fällt auf, dass die Kinder zum Teil ungewöhnliche Interessen haben oder sich für ein „normales“ Thema ungewöhnlich intensiv interessieren. Sie hatte mein Sohn z.B. seine Dinosaurierphase, die dazu führte, dass er mit 4 Jahren ca. 300 Dinosaurierarten mit Namen sowie Bestimmungsmerkmalen auswendig kannte.<br />
 <br />
Das Spielverhalten autistischer Kinder ist ebenfalls auffällig. Sie bevorzugen in der Regel alles, was man alleine spielen kann. Rollen- und Fantasiespiele kommen eher nicht vor. Oft ist ihr Spielverhalten eher „wissenschaftlich“ – sie interessieren sich meistens mehr für einzelne Details oder Zahlen und Fakten (siehe Dinosaurierbeispiel).<br />
Weiterhin typisch für Autisten ist das Festhalten an Gewohnheiten und Routinen. Auch dies steigert sich oft bis zum Fanatismus und ein Abweichen davon führt nicht selten zu Wutanfällen oder totaler Verzweiflung. Dies kann sehr extreme Ausmaße annehmen. So bekam mein Sohn beispielweise regelmäßig Tobsuchtsanfälle, wenn die Käsescheibe zu schmal war und nicht exakt auf den Toast passte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">5. Sprachliche Besonderheiten</span><br />
Kinder mit Autismus verstehen keine Redewendungen<br />
Gehirn-Scans von Autisten zeigen Auffälligkeiten in den Bereichen, die für die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten zuständig sind. So verwundert es nicht, dass autistische Kinder sprachliche Besonderheiten aufweisen. Diese zeigen sich natürlich erst mit zunehmendem Alter.<br />
 <br />
So sind Kinder mit frühkindlichem Autismus in der Regel in ihrer Sprachentwicklung verzögert, sprechen gar nicht oder zeigen deutliche Auffälligkeiten. Sie wiederholen z.B. einzelne Wörter oder Sätze immer und immer wieder (Echolalie). Mitunter ist es schwierig bis unmöglich, mit ihnen eine normale Unterhaltung zu führen.<br />
Bei den leichteren Autismus-Formen fällt auf, dass oft ungewöhnliche Wörter oder eigene Wort- und Satzkreationen verwendet werden. Auch wirkt die Sprache autistischer Kinder oft sehr „gewählt“, steif oder fast schon wissenschaftlich. Gleichzeitig ecken sie dann wieder mit unpassenden Äußerungen wie Schimpfwörtern oder ähnlichem an. Ein autistisches Kind versteht nicht, weshalb Gleichaltrige über ein Schimpfwort lachen, während sich Eltern und Erzieher darüber aufregen!<br />
Sehr auffällig und allen Autisten gemeinsam ist, dass sie Witze, Ironie und Metaphern nicht verstehen und ALLES wörtlich nehmen. Das führt regelmäßig zu Missverständnissen.<br />
<span style="font-family: 'Segoe UI Symbol', sans-serif;" class="mycode_font">➡</span>️ Eigenes Beispiel<br />
Mein Sohn war in der 3. Klasse und schaute zu Hause eine Kinderserie. Darin sagte ein Junge zu seinem Freund: „Ich muss jetzt nach Hause. Meine Mutter bringt mich um, wenn ich schon wieder zu spät komme.“<br />
Mein Sohn fragte mich völlig entsetzt, weshalb die Mutter ihren Sohn umbringen würde, nur weil er zu spät kommt. Ich erklärte ihm, dass es nur eine Redensart ist um auszudrücken, dass sie dann sehr sauer auf ihn wäre.<br />
Als sich mein Sohn einige Tage später in der Schule über seine Lehrerin ärgerte, warf er ihr an den Kopf, er würde sie umbringen. Ich wurde zur Aussprache geladen und musste erklären, weshalb er so etwas äußert…<br />
Wie du siehst, zeigen Autisten relativ viele Auffälligkeiten, auch wenn sie mal mehr und mal weniger deutlich auftreten.<br />
Grundsätzlich gilt: Solltest du eines oder mehrere dieser Anzeichen bei deinem Kind beobachten, besteht zumindest der Verdacht auf Autismus …<br />
Ich glaube, mein Kind ist autistisch – was nun?<br />
Hast du den Verdacht, dass dein Baby oder (Klein-) Kind autistische Züge haben könnte, lass es unbedingt abklären. Bestätigt sich deine Vermutung nicht, ist das immer noch besser als ein unerkannter Autismus. Denn je eher dein Kind die passende Unterstützung (und vor allem Verständnis) bekommt, desto besser sind die Entwicklungsprognosen.<br />
Sprich zunächst mit dem Kinderarzt über deine Vermutung. Er wird dich zu einem Kinderpsychologen überweisen. Ich rate, darauf zu achten, dass sich der Psychologe mit Autismus auskennt. Es gibt spezielle Autismuszentren, an die du dich wenden kannst. Grundsätzlich gilt:<br />
Du kennst dein Kind am besten und wenn du den Verdacht hast, es könnte Autismus haben, geh der Sache auf den Grund!<br />
Der Umgang mit einem autistischen Kind<br />
Das Wichtigste, was du im Umgang mit Autisten beachten solltest, ist Verständnis zu haben für ihre Besonderheiten. Und gleichzeitig ist es auch das Schwierigste…<br />
 <br />
Im Gegensatz zu anderen Entwicklungsstörungen oder körperlichen Einschränkungen ist Autismus nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Besonders Asperger-Autisten mit normaler Intelligenz oder gar einer Hochbegabung werden häufig missverstanden. Es wird von ihnen erwartet, dass sie sich „normal“ benehmen, da man den Autismus nun mal nicht sehen kann.<br />
 <br />
Selbst als Mutter habe ich mich oft gefragt, warum mein Kind manche Dinge einfach nicht versteht. Mir hat es sehr geholfen, als ich in einer TV-Reportage die Aufnahmen von Gehirn-Scans von Autisten gesehen habe und dort tatsächlich Auffälligkeiten erkennbar waren. Zum ersten Mal war es für mich SICHTBAR, dass mein Sohn nichts dafür kann, dass er so ist, wie er ist.<br />
 <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Mach dir also immer wieder bewusst:</span><br />
 <br />
Dein autistisches Kind ist weder dumm noch schlecht erzogen. Es will dich nicht absichtlich ärgern. Es ist nicht egoistisch oder bösartig. Es ist ein wundervoller Mensch mit einem kleinen „Programmierfehler“ im Gehirn. Punkt.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> </span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">8 bewährte Praxis-Tipps im Umgang mit Autisten</span><br />
Diese 8 Praxis-Tipps aus meiner persönlichen Erfahrung helfen dir, wenn du Schwierigkeiten im Umgang mit deinem autistischen Kind hast: <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Logische Regeln mit viel Freiraum</span><br />
Ersichtliche Regeln<br />
Autisten finden sich besser zurecht, wenn es klare Regeln und Strukturen gibt. Diese müssen allerdings verständlich sein und es muss sich IMMER daran gehalten werden. Gelten beispielweise für Geschwisterkinder andere Regeln, dann wird sich dein kleiner Autist sofort dagegen auflehnen. Auch eine EINZIGE Ausnahme kann dazu führen, dass dein Kind die Regel ab sofort nicht mehr anerkennt.<br />
Darüber hinaus rate ich dazu, einem autistischen Kind so viel Freiraum zu lassen wie möglich. Lass es sich mit den Dingen beschäftigen, mit denen es sich beschäftigen will. Lass es so viel wie möglich alleine entscheiden, sofern es dazu in der Lage ist. Und lass es lieber natürliche Konsequenzen spüren als es zu bestrafen (siehe Punkt 3).<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Klare Kommunikation</span><br />
Autistische Kinder benötigen eine sehr klare und deutliche Kommunikation. Sie verstehen keine Ironie, keine Sprichwörter oder Andeutungen. Sie nehmen ALLES wörtlich.<br />
Achte daher sehr genau darauf, was du zu deinem Kind sagst. Es nimmt auch sehr schnell alles persönlich!<br />
Gerade wenn es um Emotionen geht, ist Kommunikation extrem wichtig. Dein autistisches Kind erkennt nicht, ob du gerade traurig, müde, wütend, enttäuscht etc. bist. Selbst wenn du krank bist und deine Ruhe brauchst, kann das ein Autist nicht erkennen. Du musst es ihm erklären!<br />
 <br />
Je mehr du mit deinem autistischen Kind sprichst und ihm deine eigenen Gefühle erklärst, desto besser. Vor allem Asperger-Autisten lernen dadurch über den Verstand, die Emotionen anderer Menschen zu erkennen und zu verstehen. Außerdem förderst du dadurch auch die Sprachentwicklung deines Kindes.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">3. Vergiss Belohnung und Strafe</span><br />
Belohnen und bestrafen funktioniert bei Autisten in der Regel NICHT. Autisten verhalten sich immer aus ihrer eigenen Gefühlslage heraus. Sind sie z.B. wütend und schreien herum, dann wird sie die Androhung einer Strafe nur noch wütender machen. Den Gedankengang „wenn ich mich zusammenreiße, vermeide ich die Strafe“ können sie nicht umsetzen. Besser ist es, sie „austoben“ zu lassen und hinterher in Ruhe darüber zu sprechen.<br />
Der Ansatz der bedürfnisorientierten Erziehung ist für Autisten daher meiner Erfahrung nach äußerst hilfreich. Wahrscheinlich merkst du sowieso recht schnell, dass die klassischen Erziehungsmethoden bei einem autistischen Kind nicht funktionieren.<br />
Ein Autist freut sich über die Belohnung und ärgert sich über die Strafe – kann jedoch beides nicht mit dem eigenen Verhalten in Verbindung bringen!<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">4. Probier’s mal mit Gelassenheit</span><br />
Autistisches Kind ist sehr genau<br />
Wenn ich durch meinen Sohn etwas gelernt habe, dann ist es Gelassenheit! Und die Fähigkeit, mich seinen Besonderheiten anzupassen…<br />
Wenn er ein und denselben Film zum 12. Mal mit mir anschauen wollte, hab ich es über mich ergehen lassen. Wenn er vor Wut auf einen Tisch eingeprügelt hat, weil er sich daran gestoßen hatte, hab ich nur seufzend zugeschaut. Wenn er monatelang jeden Tag Salamibrot essen wollte, hat er das bekommen. (Autisten haben oft sehr spezielle Ernährungsgewohnheiten.) Und so weiter…<br />
Sehr oft wurde mir vorgeworfen, mein Kind wäre einfach nur verwöhnt. Vielleicht kennst du das auch. Lass dich davon nicht verunsichern. Du kennst dein Kind am besten und weißt, dass es besondere Eigenarten hat, die nichts mit deiner Erziehung zu tun haben.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">5. Vorsicht bei Veränderungen</span><br />
Autisten fällt es schwer, mit Veränderungen klarzukommen. Wenn gewohnte Abläufe unterbrochen werden, haben sie große Schwierigkeiten, das zu akzeptieren. Vor allem, wenn ihre eigenen Rituale und Gewohnheiten gestört werden, reagieren sie oft mit extremen Wutanfällen.<br />
Versuche daher, soweit es geht, Veränderungen zu vermeiden oder vorher rechtzeitig anzukündigen und vor allem zu erklären! <br />
Stelle einen Autisten möglichst NIE vor vollendete Tatsachen.<br />
Und das betrifft auch Kleinigkeiten. Wenn es die einzige Käsesorte nicht gab, die dein Kind isst, leg ihm nicht einfach eine andere Sorte aufs Brot in der Hoffnung, er/sie wird es nicht merken. Der Wutanfall ist vorprogrammiert!<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">6. In die Gefühlswelt eintauchen</span><br />
Versuche immer wieder, die Gefühlswelt deines Kindes zu verstehen. Warum ist es gerade wütend? Warum ist es traurig? Akzeptiere diese Gefühle, auch wenn du es vielleicht nicht nachvollziehen kannst. Sätze wie „Das ist doch nicht so schlimm!“ frustrieren dein Kind. Für ihn/sie ist es schlimm!<br />
Und mach dir immer wieder klar, dass dein Kind die Gefühle anderer nicht verstehen KANN. Es ist nicht egoistisch! Es kann einfach nicht anders. Es kann keine Rücksicht nehmen auf die Gefühle anderer, weil es diese gar nicht wahrnimmt. Daher kann es auch sein Verhalten nicht dementsprechend anpassen.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">7. Entspannung ist das A und O</span><br />
Einer der aus meiner Sicht wichtigsten Punkte: Entspanne dich! Tu alles, um selbst ruhig und entspannt zu sein, denn deine Stimmung überträgt sich grundsätzlich sehr schnell auf dein autistisches Kind.<br />
Mein Sohn kam mir manchmal vor wie ein Spiegel, der mir meine eigene Laune in zehnfacher Verstärkung zurückgespiegelt hat. War ich leicht angespannt, tobte mein Kind vor Wut. War ich gestresst, riss auch ihm bei jeder Kleinigkeit der Geduldsfaden. <br />
Je ruhiger und entspannter ich war, desto besser schien auch mein Sohn mit allen Herausforderungen des Lebens klarzukommen. <br />
Es lohnt sich also sehr, wenn du besonders gut auf DICH achtest!<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">8. Hol dir Unterstützung</span><br />
Elternteil sucht Hilfe im Autismuszentrum<br />
Eine professionelle therapeutische Begleitung kann euch vieles erleichtern. Zum einen bekommt dein Kind die Unterstützung, die es braucht – gleiches gilt jedoch auch für Eltern und Angehörige! <br />
Ich habe selbst erlebt, wie wichtig es ist, auf Verständnis zu stoßen. Auch wenn Autismus heutzutage relativ bekannt ist, gibt es dennoch tausende Missverständnisse. Immer wieder wird man als Elternteil mit Vorwürfen konfrontiert, man hätte sein Kind schlecht erzogen. Selbst Lehrer und Erzieher sind davon nicht ausgenommen.<br />
Man plagt sich mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, dass man in der Erziehung etwas falsch gemacht hat. Vergleicht man dann noch das eigene Kind mit anderen, „normalen“ Kindern, ist das ausgesprochen frustrierend.<br />
Jemand, der dir dann sagt: „Dein Kind ist ein völlig normaler Autist! Sein Verhalten ist absolut typisch.“ ist Gold wert und unglaublich erleichternd.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Aber auch wenn die Diagnose feststeht, haben viele Eltern und Angehörige Schwierigkeiten im Umgang mit dem betroffenen Kind. Das führt sehr oft zu vielen Missverständnissen und Konflikten.<br />
Dieser Artikel soll dir also in erster Linie Hinweise geben,...<br />
... wie du Autismus bei deinem Kind erkennst und <br />
... auf was du im Umgang mit einem autistischen Kind beachten sollst<br />
Damit wird das Leben für euch alle wesentlich leichter und entspannter…<br />
 <br />
Wie du ruhig und gelassen bleibst, auch wenn dich dein Kind gerade nervt<br />
Wie du mit einem Wutanfall deines Kindes richtig umgehst<br />
Wie du es schaffst, dass dein Kind mit dir arbeitet anstatt gegen dich<br />
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Was ist Autismus? Eine kurze Einführung<br />
Um gleich mal mit den größten Missverständnissen aufzuräumen:<br />
1<br />
Autismus ist keine Krankheit. Es ist eine Entwicklungsstörung, die sich in sehr vielfältigen Formen, Ausprägungen und Schweregraden zeigt. Daher spricht man auch von einer Autismus-Spektrum-Störung. Je nach Schweregrad gibt es verschiedene Bezeichnungen (siehe „Die 3 häufigsten Formen von Autismus“)<br />
2<br />
Autismus ist nicht heilbar. Es lassen sich lediglich die Symptome und die daraus resultierenden Schwierigkeiten im Alltag „behandeln“ – in Form von Verhaltenstherapien beispielsweise. Die Prognose richtet sich demnach auch sehr individuell nach dem jeweiligen Schweregrad.<br />
3<br />
Autismus ist angeboren. Die Ursachen von Autismus sind nicht hundertprozentig bekannt. Anhand der Zwillingsforschung werden genetische Anlagen vermutet. Sehr selten können auch einige Krankheiten bewirken, dass ein Kind autistische Züge entwickelt (z.B. Tuberöse Sklerose).<br />
Grundsätzlich handelt es sich um eine gestörte Entwicklung der Hirnfunktionen. Betroffen sind in erster Linie die Gehirnbereiche, die für die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten zuständig sind.<br />
Trotz der sehr individueller Ausprägungen gibt es etliche Merkmale, die autistische Kinder gemeinsam haben. Kommen wir daher nun zu den Anzeichen einer autistischen Störung:<br />
Wie äußert sich Autismus bei Kindern?<br />
Die folgende Grafik zeigt die üblichen Merkmale und Symptome einer Autismus-Spektrum-Störung: <br />
 <br />
Autismus Kind: Merkmale<br />
Wie gesagt, die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein. <br />
Die größten Unterschiede gibt es vermutlich im Bereich der Intelligenz. Während der frühkindliche Autismus meistens mit einer eingeschränkten Intelligenz einhergeht, können Kinder mit Asperger-Autismus sogar hochbegabt sein. <br />
Im letzteren Fall zeigt sich dann sehr oft eine sogenannte Inselbegabung, d.h. eine überdurchschnittliche Begabung in einem bestimmten Bereich. Oft sind das mathematische oder wissenschaftliche Themen, aber auch das ist sehr individuell. So zeigt mein Sohn beispielsweise außerordentliche musikalische sowie sprachliche Fähigkeiten.<br />
Doch nicht jedes Kind, welches gerne alleine spielt oder Blickkontakt meidet, hat deswegen gleich Autismus. Daher möchte ich hier noch etwas genauer auf die einzelnen Merkmale eingehen:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Auffälligkeiten in der Interaktion</span><br />
Autisten meiden in der Regel den direkten Blickkontakt. Das kann mitunter schon bei Babys auffallen. Besonders beim frühkindlichen Autismus zeigen sich schon sehr zeitig gewisse Auffälligkeiten. So kann es sein, dass betroffene Babys kaum oder gar nicht auf ihre Eltern reagieren. „Normale“ Babys beobachten die Eltern, lächeln ca. ab dem 2. Lebensmonat zurück, wenn sie angelächelt werden und zeigen verschiedene Mimiken. <br />
Das ist bei autistischen Babys – je nach Ausprägung – anders. Manche Eltern denken sogar, ihr Kind wäre blind oder hörgeschädigt, weil es nicht auf Interaktionen reagiert oder sogar völlig teilnahmslos wirkt. Dies sollte natürlich ärztlich abgeklärt werden.<br />
Auch in punkto Körperkontakt verhalten sich Autisten anders. Während Babys und Kleinkinder normalerweise die Nähe zu den Eltern suchen, hat man bei autistischen Kindern oft das Gefühl, dass sie sich regelrecht dagegen sträuben. So lassen sie sich beispielsweise nicht beruhigen, wenn sie in den Arm genommen werden oder wehren sich direkt dagegen.<br />
Bei leichteren Formen wie z.B. dem Asperger-Syndrom fallen diese Aspekte oftmals erst später auf, wenn sich der Kontakt nicht mehr nur auf Eltern und Familie beschränkt. <br />
Mehr dazu im nächsten Punkt:<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Auffälligkeiten im sozialen Bereich</span><br />
Autistische Kinder spielen oft allein<br />
Alle Kinder mit autistischen Zügen zeigen Auffälligkeiten in Bezug auf soziale Kontakte. Doch auch hier gibt es wieder ein sehr breites Spektrum.<br />
Während die einen überhaupt nicht daran interessiert sind, Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen, wünschen sich andere autistische Kinder durchaus Freundschaften. Es fällt ihnen allerdings schwer, diese aufzubauen und/oder zu halten. In der Regel haben sie maximal eine/n Freund/in anstatt eines großen Freundeskreises. An diese eine Bezugsperson klammern sie sich dann allerdings sehr intensiv, was wiederum zu Problemen führen kann (z.B. durch Eifersucht).<br />
Je nach Schweregrad bemerken Eltern diese Auffälligkeiten in der Regel erst innerhalb der ersten Lebensjahre. Meistens zeigt es sich, wenn die Kinder in die Kita kommen. Während andere Kinder den Kontakt zu Gleichaltrigen suchen, verhalten sich autistische Kinder diesbezüglich desinteressiert oder sogar aktiv abweisend.<br />
<span style="font-family: 'Segoe UI Symbol', sans-serif;" class="mycode_font">➡</span>️ Eigenes Beispiel<br />
 <br />
(Die Autorin dieses Artikels ist Mutter eines inzwischen 23-jährigen Sohnes mit Asperger-Autismus.)<br />
Obwohl mein Sohn „nur“ vom Asperger-Syndrom betroffen ist, fiel mir relativ früh auf, dass er anders war als andere Kinder. Ich ging mit ihm von Anfang an einmal monatlich zum „Babytreffen“. Während sich die anderen Babys mehr oder weniger neugierig beäugten, schrie meiner aus Leibeskräften, sobald eines der anderen Kinder zappelte oder ein Geräusch von sich gab. Er ließ sich dann auch nicht wieder beruhigen.<br />
In der Annahme, er wäre es lediglich nicht gewohnt, unter Kindern zu sein, besuchte ich ab dem 8. Monat mit ihm wöchentlich eine Krabbelgruppe. Doch auch dort geschah das Gleiche. Kaum war er im Raum mit den anderen Kleinkindern, krallte er sich an mir fest und brüllte so lange, bis wir nach ca. 1 Stunde wieder gingen. Das wiederholte sich Woche für Woche. Die Leiterin der Gruppe sagte, so etwas hätte sie noch nie erlebt…<br />
Erst mit 2 Jahren besserte sich die Situation plötzlich, als er merkte, dass er den anderen Kindern einfach aus dem Weg gehen konnte. So konnte er dann sogar die Kita besuchen, wo er meistens für sich alleine spielte und zunächst als ruhiges, zurückhaltendes und liebes Kind geschätzt wurde.<br />
Sobald also auffällt, dass sich das Kind Gleichaltrigen gegenüber anders verhält als andere Kinder, sollte die Möglichkeit einer Autismus-Störung in Betracht gezogen werden.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">3. Emotionale Besonderheiten</span><br />
Im Bereich der Emotionen zeigen sich bei Autisten zwei Auffälligkeiten: <br />
1<br />
Ihr Emotions-Spektrum ist stark reduziert. D.h., sie wirken entweder sehr emotionslos (verträumt, in-sich-gekehrt, teilnahmslos) oder zeigen nur wenige, dafür aber sehr extreme Gefühlslagen und haben diese dann nur schwer oder gar nicht unter Kontrolle.<br />
2<br />
Sie sind nicht in der Lage, die Gefühle anderer Menschen zu verstehen, nachzuvollziehen oder darauf Rücksicht zu nehmen (= fehlende Empathie-Fähigkeit)<br />
Auch hier hängt die Ausprägung wiederum vom Schweregrad der Störung ab. <br />
<span style="font-family: 'Segoe UI Symbol', sans-serif;" class="mycode_font">➡</span>️ Eigenes Beispiel<br />
Mein Sohn gehört zur Sorte „extreme Emotionen“, die er nur schwer kontrollieren kann. Er empfindet nach meiner Interpretation 3 Gefühle: Freude, Trauer und Wut. Sämtliche anderen Abstufungen von Emotionen gliedern sich dort ein. <br />
Das heißt, dass er beispielsweise schon als Baby entweder aus voller Kraft brüllte oder eben nicht. Zwischenphasen wie Schmollen, Wimmern, leichtes Weinen etc. gab es nicht. Auch wechselten die Gefühle von einer Sekunde auf die andere. Er lag entspannt da, im nächsten Moment schrie er aus Leibeskräften. War seine Welt wieder in Ordnung, wechselte seine Stimmung genauso abrupt zurück.<br />
Auch später blieb das so. Die Ausdrucksweise „himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“ (alternativ „rasend vor Wut“) beschreibt es ziemlich treffend.<br />
 <br />
Diese extrem stark empfundenen Gefühle zeigen sich auch darin, dass Autisten oft sehr empfindlich auf Geräusche, Gerüche, Geschmack, Schmerzen, Berührungen etc. reagieren. So werden viele autistische Kinder gleichzeitig als hochsensible Kinder eingestuft. Allerdings reagieren sie nicht immer gleich auf ähnliche Reize – während das Ticken einer Uhr als unerträglich empfunden werden kann, stört gleichzeitig der Fernseher auf voller Lautstärke überhaupt nicht.<br />
Allen Autisten gemein ist die fehlende Empathie. Dadurch wird ihnen oft unterstellt, sie wären egoistisch, rücksichtslos oder schlimmeres. Doch die Wahrheit ist: Sie KÖNNEN es einfach nicht. Jedoch führt das häufig zu Mobbing in der Schule.<br />
Sie erkennen z.B. weder anhand Mimik und Gestik noch an Sprache und Tonfall, welches Gefühl ihr Gegenüber gerade hat. Mit der Zeit lernen sie, z.B. Lachen als Freude und Weinen als Trauer zu deuten, doch schon wenn jemand vor Freude weint, sind sie hochgradig verwirrt.<br />
Darüber hinaus projizieren Autisten ihre eigenen Gefühle auf das gesamte Umfeld. So kommt es vor, dass z.B. sämtliche Familienmitglieder am Frühstückstisch von dem autistischen Kind angeschrien werden, nur weil es sich gerade die Zunge am Kakao verbrannt hat. Dabei ruhig und verständnisvoll zu bleiben, ist zugegebenermaßen eine Herausforderung!<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">4. Verhaltensauffälligkeiten</span><br />
Autistische Kinder verhalten sich oftmals anders als andere Kinder. Je stärker die Ausprägung der Störung, desto auffälliger wird das. So zeigen Kinder mit frühkindlichem Autismus oft stereotypes Verhalten (endloses Wiederholen bestimmter Handlungen). Auch Tics und Zwangshandlungen können vorkommen. Manche Kinder neigen sogar zu Selbstverletzung, indem sie sich beispielsweise selbst blutig beißen oder kratzen.<br />
Bei leichteren Formen fällt auf, dass die Kinder zum Teil ungewöhnliche Interessen haben oder sich für ein „normales“ Thema ungewöhnlich intensiv interessieren. Sie hatte mein Sohn z.B. seine Dinosaurierphase, die dazu führte, dass er mit 4 Jahren ca. 300 Dinosaurierarten mit Namen sowie Bestimmungsmerkmalen auswendig kannte.<br />
 <br />
Das Spielverhalten autistischer Kinder ist ebenfalls auffällig. Sie bevorzugen in der Regel alles, was man alleine spielen kann. Rollen- und Fantasiespiele kommen eher nicht vor. Oft ist ihr Spielverhalten eher „wissenschaftlich“ – sie interessieren sich meistens mehr für einzelne Details oder Zahlen und Fakten (siehe Dinosaurierbeispiel).<br />
Weiterhin typisch für Autisten ist das Festhalten an Gewohnheiten und Routinen. Auch dies steigert sich oft bis zum Fanatismus und ein Abweichen davon führt nicht selten zu Wutanfällen oder totaler Verzweiflung. Dies kann sehr extreme Ausmaße annehmen. So bekam mein Sohn beispielweise regelmäßig Tobsuchtsanfälle, wenn die Käsescheibe zu schmal war und nicht exakt auf den Toast passte.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">5. Sprachliche Besonderheiten</span><br />
Kinder mit Autismus verstehen keine Redewendungen<br />
Gehirn-Scans von Autisten zeigen Auffälligkeiten in den Bereichen, die für die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten zuständig sind. So verwundert es nicht, dass autistische Kinder sprachliche Besonderheiten aufweisen. Diese zeigen sich natürlich erst mit zunehmendem Alter.<br />
 <br />
So sind Kinder mit frühkindlichem Autismus in der Regel in ihrer Sprachentwicklung verzögert, sprechen gar nicht oder zeigen deutliche Auffälligkeiten. Sie wiederholen z.B. einzelne Wörter oder Sätze immer und immer wieder (Echolalie). Mitunter ist es schwierig bis unmöglich, mit ihnen eine normale Unterhaltung zu führen.<br />
Bei den leichteren Autismus-Formen fällt auf, dass oft ungewöhnliche Wörter oder eigene Wort- und Satzkreationen verwendet werden. Auch wirkt die Sprache autistischer Kinder oft sehr „gewählt“, steif oder fast schon wissenschaftlich. Gleichzeitig ecken sie dann wieder mit unpassenden Äußerungen wie Schimpfwörtern oder ähnlichem an. Ein autistisches Kind versteht nicht, weshalb Gleichaltrige über ein Schimpfwort lachen, während sich Eltern und Erzieher darüber aufregen!<br />
Sehr auffällig und allen Autisten gemeinsam ist, dass sie Witze, Ironie und Metaphern nicht verstehen und ALLES wörtlich nehmen. Das führt regelmäßig zu Missverständnissen.<br />
<span style="font-family: 'Segoe UI Symbol', sans-serif;" class="mycode_font">➡</span>️ Eigenes Beispiel<br />
Mein Sohn war in der 3. Klasse und schaute zu Hause eine Kinderserie. Darin sagte ein Junge zu seinem Freund: „Ich muss jetzt nach Hause. Meine Mutter bringt mich um, wenn ich schon wieder zu spät komme.“<br />
Mein Sohn fragte mich völlig entsetzt, weshalb die Mutter ihren Sohn umbringen würde, nur weil er zu spät kommt. Ich erklärte ihm, dass es nur eine Redensart ist um auszudrücken, dass sie dann sehr sauer auf ihn wäre.<br />
Als sich mein Sohn einige Tage später in der Schule über seine Lehrerin ärgerte, warf er ihr an den Kopf, er würde sie umbringen. Ich wurde zur Aussprache geladen und musste erklären, weshalb er so etwas äußert…<br />
Wie du siehst, zeigen Autisten relativ viele Auffälligkeiten, auch wenn sie mal mehr und mal weniger deutlich auftreten.<br />
Grundsätzlich gilt: Solltest du eines oder mehrere dieser Anzeichen bei deinem Kind beobachten, besteht zumindest der Verdacht auf Autismus …<br />
Ich glaube, mein Kind ist autistisch – was nun?<br />
Hast du den Verdacht, dass dein Baby oder (Klein-) Kind autistische Züge haben könnte, lass es unbedingt abklären. Bestätigt sich deine Vermutung nicht, ist das immer noch besser als ein unerkannter Autismus. Denn je eher dein Kind die passende Unterstützung (und vor allem Verständnis) bekommt, desto besser sind die Entwicklungsprognosen.<br />
Sprich zunächst mit dem Kinderarzt über deine Vermutung. Er wird dich zu einem Kinderpsychologen überweisen. Ich rate, darauf zu achten, dass sich der Psychologe mit Autismus auskennt. Es gibt spezielle Autismuszentren, an die du dich wenden kannst. Grundsätzlich gilt:<br />
Du kennst dein Kind am besten und wenn du den Verdacht hast, es könnte Autismus haben, geh der Sache auf den Grund!<br />
Der Umgang mit einem autistischen Kind<br />
Das Wichtigste, was du im Umgang mit Autisten beachten solltest, ist Verständnis zu haben für ihre Besonderheiten. Und gleichzeitig ist es auch das Schwierigste…<br />
 <br />
Im Gegensatz zu anderen Entwicklungsstörungen oder körperlichen Einschränkungen ist Autismus nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Besonders Asperger-Autisten mit normaler Intelligenz oder gar einer Hochbegabung werden häufig missverstanden. Es wird von ihnen erwartet, dass sie sich „normal“ benehmen, da man den Autismus nun mal nicht sehen kann.<br />
 <br />
Selbst als Mutter habe ich mich oft gefragt, warum mein Kind manche Dinge einfach nicht versteht. Mir hat es sehr geholfen, als ich in einer TV-Reportage die Aufnahmen von Gehirn-Scans von Autisten gesehen habe und dort tatsächlich Auffälligkeiten erkennbar waren. Zum ersten Mal war es für mich SICHTBAR, dass mein Sohn nichts dafür kann, dass er so ist, wie er ist.<br />
 <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Mach dir also immer wieder bewusst:</span><br />
 <br />
Dein autistisches Kind ist weder dumm noch schlecht erzogen. Es will dich nicht absichtlich ärgern. Es ist nicht egoistisch oder bösartig. Es ist ein wundervoller Mensch mit einem kleinen „Programmierfehler“ im Gehirn. Punkt.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> </span><br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">8 bewährte Praxis-Tipps im Umgang mit Autisten</span><br />
Diese 8 Praxis-Tipps aus meiner persönlichen Erfahrung helfen dir, wenn du Schwierigkeiten im Umgang mit deinem autistischen Kind hast: <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Logische Regeln mit viel Freiraum</span><br />
Ersichtliche Regeln<br />
Autisten finden sich besser zurecht, wenn es klare Regeln und Strukturen gibt. Diese müssen allerdings verständlich sein und es muss sich IMMER daran gehalten werden. Gelten beispielweise für Geschwisterkinder andere Regeln, dann wird sich dein kleiner Autist sofort dagegen auflehnen. Auch eine EINZIGE Ausnahme kann dazu führen, dass dein Kind die Regel ab sofort nicht mehr anerkennt.<br />
Darüber hinaus rate ich dazu, einem autistischen Kind so viel Freiraum zu lassen wie möglich. Lass es sich mit den Dingen beschäftigen, mit denen es sich beschäftigen will. Lass es so viel wie möglich alleine entscheiden, sofern es dazu in der Lage ist. Und lass es lieber natürliche Konsequenzen spüren als es zu bestrafen (siehe Punkt 3).<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Klare Kommunikation</span><br />
Autistische Kinder benötigen eine sehr klare und deutliche Kommunikation. Sie verstehen keine Ironie, keine Sprichwörter oder Andeutungen. Sie nehmen ALLES wörtlich.<br />
Achte daher sehr genau darauf, was du zu deinem Kind sagst. Es nimmt auch sehr schnell alles persönlich!<br />
Gerade wenn es um Emotionen geht, ist Kommunikation extrem wichtig. Dein autistisches Kind erkennt nicht, ob du gerade traurig, müde, wütend, enttäuscht etc. bist. Selbst wenn du krank bist und deine Ruhe brauchst, kann das ein Autist nicht erkennen. Du musst es ihm erklären!<br />
 <br />
Je mehr du mit deinem autistischen Kind sprichst und ihm deine eigenen Gefühle erklärst, desto besser. Vor allem Asperger-Autisten lernen dadurch über den Verstand, die Emotionen anderer Menschen zu erkennen und zu verstehen. Außerdem förderst du dadurch auch die Sprachentwicklung deines Kindes.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">3. Vergiss Belohnung und Strafe</span><br />
Belohnen und bestrafen funktioniert bei Autisten in der Regel NICHT. Autisten verhalten sich immer aus ihrer eigenen Gefühlslage heraus. Sind sie z.B. wütend und schreien herum, dann wird sie die Androhung einer Strafe nur noch wütender machen. Den Gedankengang „wenn ich mich zusammenreiße, vermeide ich die Strafe“ können sie nicht umsetzen. Besser ist es, sie „austoben“ zu lassen und hinterher in Ruhe darüber zu sprechen.<br />
Der Ansatz der bedürfnisorientierten Erziehung ist für Autisten daher meiner Erfahrung nach äußerst hilfreich. Wahrscheinlich merkst du sowieso recht schnell, dass die klassischen Erziehungsmethoden bei einem autistischen Kind nicht funktionieren.<br />
Ein Autist freut sich über die Belohnung und ärgert sich über die Strafe – kann jedoch beides nicht mit dem eigenen Verhalten in Verbindung bringen!<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">4. Probier’s mal mit Gelassenheit</span><br />
Autistisches Kind ist sehr genau<br />
Wenn ich durch meinen Sohn etwas gelernt habe, dann ist es Gelassenheit! Und die Fähigkeit, mich seinen Besonderheiten anzupassen…<br />
Wenn er ein und denselben Film zum 12. Mal mit mir anschauen wollte, hab ich es über mich ergehen lassen. Wenn er vor Wut auf einen Tisch eingeprügelt hat, weil er sich daran gestoßen hatte, hab ich nur seufzend zugeschaut. Wenn er monatelang jeden Tag Salamibrot essen wollte, hat er das bekommen. (Autisten haben oft sehr spezielle Ernährungsgewohnheiten.) Und so weiter…<br />
Sehr oft wurde mir vorgeworfen, mein Kind wäre einfach nur verwöhnt. Vielleicht kennst du das auch. Lass dich davon nicht verunsichern. Du kennst dein Kind am besten und weißt, dass es besondere Eigenarten hat, die nichts mit deiner Erziehung zu tun haben.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">5. Vorsicht bei Veränderungen</span><br />
Autisten fällt es schwer, mit Veränderungen klarzukommen. Wenn gewohnte Abläufe unterbrochen werden, haben sie große Schwierigkeiten, das zu akzeptieren. Vor allem, wenn ihre eigenen Rituale und Gewohnheiten gestört werden, reagieren sie oft mit extremen Wutanfällen.<br />
Versuche daher, soweit es geht, Veränderungen zu vermeiden oder vorher rechtzeitig anzukündigen und vor allem zu erklären! <br />
Stelle einen Autisten möglichst NIE vor vollendete Tatsachen.<br />
Und das betrifft auch Kleinigkeiten. Wenn es die einzige Käsesorte nicht gab, die dein Kind isst, leg ihm nicht einfach eine andere Sorte aufs Brot in der Hoffnung, er/sie wird es nicht merken. Der Wutanfall ist vorprogrammiert!<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">6. In die Gefühlswelt eintauchen</span><br />
Versuche immer wieder, die Gefühlswelt deines Kindes zu verstehen. Warum ist es gerade wütend? Warum ist es traurig? Akzeptiere diese Gefühle, auch wenn du es vielleicht nicht nachvollziehen kannst. Sätze wie „Das ist doch nicht so schlimm!“ frustrieren dein Kind. Für ihn/sie ist es schlimm!<br />
Und mach dir immer wieder klar, dass dein Kind die Gefühle anderer nicht verstehen KANN. Es ist nicht egoistisch! Es kann einfach nicht anders. Es kann keine Rücksicht nehmen auf die Gefühle anderer, weil es diese gar nicht wahrnimmt. Daher kann es auch sein Verhalten nicht dementsprechend anpassen.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">7. Entspannung ist das A und O</span><br />
Einer der aus meiner Sicht wichtigsten Punkte: Entspanne dich! Tu alles, um selbst ruhig und entspannt zu sein, denn deine Stimmung überträgt sich grundsätzlich sehr schnell auf dein autistisches Kind.<br />
Mein Sohn kam mir manchmal vor wie ein Spiegel, der mir meine eigene Laune in zehnfacher Verstärkung zurückgespiegelt hat. War ich leicht angespannt, tobte mein Kind vor Wut. War ich gestresst, riss auch ihm bei jeder Kleinigkeit der Geduldsfaden. <br />
Je ruhiger und entspannter ich war, desto besser schien auch mein Sohn mit allen Herausforderungen des Lebens klarzukommen. <br />
Es lohnt sich also sehr, wenn du besonders gut auf DICH achtest!<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">8. Hol dir Unterstützung</span><br />
Elternteil sucht Hilfe im Autismuszentrum<br />
Eine professionelle therapeutische Begleitung kann euch vieles erleichtern. Zum einen bekommt dein Kind die Unterstützung, die es braucht – gleiches gilt jedoch auch für Eltern und Angehörige! <br />
Ich habe selbst erlebt, wie wichtig es ist, auf Verständnis zu stoßen. Auch wenn Autismus heutzutage relativ bekannt ist, gibt es dennoch tausende Missverständnisse. Immer wieder wird man als Elternteil mit Vorwürfen konfrontiert, man hätte sein Kind schlecht erzogen. Selbst Lehrer und Erzieher sind davon nicht ausgenommen.<br />
Man plagt sich mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, dass man in der Erziehung etwas falsch gemacht hat. Vergleicht man dann noch das eigene Kind mit anderen, „normalen“ Kindern, ist das ausgesprochen frustrierend.<br />
Jemand, der dir dann sagt: „Dein Kind ist ein völlig normaler Autist! Sein Verhalten ist absolut typisch.“ ist Gold wert und unglaublich erleichternd.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Stimming – was das ist und wie es Autisten helfen kann]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=214</link>
			<pubDate>Tue, 27 Dec 2022 05:56:37 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=214</guid>
			<description><![CDATA[Stimming – was das ist und wie es Autisten helfen kann<br />
<br />
Menschen aus dem Autismus-Spektrum haben eine ganz besondere Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung, welches sich auf das Erleben, das Verhaltensrepertoire sowie die sozialen Interaktionen auswirkt.<br />
<br />
Diese andere Wahrnehmung ist zwar bekannt, jedoch fehlt eine differenzierte Betrachtung in Bezug auf das gezeigte Erscheinungsbild. Autismus wird nur durch Aufzählungen der Besonderheiten beschrieben. Ein Erkennen und Verstehen der Zusammenhänge, sowie dessen Auswirkungen auf den Alltag, auf das Erleben und Verhalten, finden kaum statt. Dabei könnte dieses Wissen den Betroffenen, ihren Familien, TherapeutInnen oder Begleitenden helfen, Austausch und Miteinander zu gestalten, Hilfen und Angebote zu verbessern.<br />
<br />
<br />
Eine genauere Betrachtung von Stimming soll dies verdeutlichen:<br />
<br />
Stimming sind sich wiederholende und gleichbleibend wirkende Handlungen mit dem Ziel, eine vermehrte Anspannung abzubauen. Die starke Erregung wurde entweder durch einen belastenden Sinnesreiz ausgelöst oder durch die Kombination verschiedener Impulse. Zum Beispiel einem besonders unangenehmen Geräusch, bzw. einem Geruch oder durch komplexe, unstrukturierte Aufgaben und Situationen, bei denen die entsprechenden Reize nicht ausreichend selektiert sowie zu einem Gesamtbild verbunden werden können.<br />
<br />
<br />
„Ich kann es nicht oft genug wiederholen. Stimming ist (m)ein wichtigstes Hilfsmittel überhaupt. Stimming beruhigt mich und ermöglicht mir, mich in die Interaktion mit anderen Menschen zu begeben und in dieser eine Zeit lang verweilen zu können. Stimming ermöglicht mir Teilhabe.“<br />
Vero G. Das andere Kind in der Schule, S. 141.<br />
<br />
<br />
Bedingt durch die andere Verarbeitung der Sinnesreize benötigen die Betroffenen in ihrem Alltag Mechanismen, um der Übererregung zu begegnen. Auch die Regulation selbst wird in einer besonderen Art und Weise durchgeführt. So könnte ein bestimmter Geruch oder ein Geräusch, ein lautes Tönen, ein aufgeregtes Klopfen oder auch das Wiederholen von Satzteilen zur Folge haben. Dieses wirkt für Außenstehende oft befremdlich, unangemessen, beängstigend oder sogar provozierend.<br />
Häufig versuchen Eltern und Begleiter deshalb die Autostimulationen aktiv oder auch verbal zu unterbinden.<br />
<br />
<br />
„Kinder stehen immer unter starker Anspannung, wenn sie mit Autostimulationen reagieren (…) Jede unserer Reaktionen wie Schimpfen, Verbieten, Ablenken, kommt beim Kind nicht an, sondern wirkt meist gegenteilig. Sie verstärken in der Regel die Erregung beim Kind und damit seine Autostimulation.”<br />
<br />
Büker U. (2016), Was macht mein Kind denn da? S.15, Druckhaus Mainfranken GmbH<br />
<br />
<br />
Ein Verbot der Stimulationen führt jedoch meist zu einer Verstärkung der Anspannung, da für die Betroffenen nun keine Möglichkeit mehr besteht, die Erregung abzubauen.<br />
Wenn Schläge mit dem Kopf durch das Aufsetzen eines Helmes unterbunden werden, wenn das Beißen in die eigene Hand durch eine Schiene unmöglich gemacht wird, benötigen Betroffene andere Impulse, um die Anspannung zu mindern. Dies zeigt sich bei Ausweichhandlungen, wie Schlägen gegen Kinn und Nase oder dem Beißen auf die Zunge bzw. den Wangeninnentaschen.<br />
<br />
<br />
Bei einem Ignorieren der Notsituation, einem Abschieben in einen „Ruhe-Raum“, fehlt ebenfalls eine aktive Unterstützung. Hier versuchen die Kinder nun allein die unbedingt notwendigen Regulation zu erfahren: Sie laufen herum, tönen, schreien oder weinen und zeigen zum Teil auch selbstverletzende Verhaltensweisen. Manchmal zeigen diese Hilfen erst nach langer Zeit ihre Wirkung. Bedingt durch Habituation (Gewöhnungseffekt durch gleich oder ähnlich ausgeführte Reize) müssen die Stimulationen zudem intensiviert oder an empfindlichen Körperteilen durchgeführt werden, damit sie weiterhin beruhigen. Besonders in Zeiten mit stark erhöhter Stressbelastung (Krankheit, Schulwechsel o.ä.) steigt das Gefahrenpotential durch Selbst- oder Fremdverletzungen stark an. Vor allem aber sind die Betroffenen in ihrer Not allein, Hilfestellungen von außen sind (scheinbar) nicht möglich.<br />
<br />
<br />
Wenn die Bedeutung dieser Handlungen als ein Bedürfnis nach einem bestimmten Impuls erkannt wird, kann diese aufgenommen, verändert oder intensiviert werden, um Regulation und Wohlbefinden aktiv zu unterstützen.<br />
<br />
<br />
Dabei kann ein beobachtbares Verhalten teilweise verschiedenen Wahrnehmungsbereichen und Besonderheiten zugeordnet werden. So wird ein Schlagen auf die Ohrmuschel häufig mit einem Ausschalten eines hörbaren Störreizes gleichgesetzt. Es könnte jedoch auch die Suche nach einem besonders starken (auditiven) Stimuli aufzeigen, wie dem Rauschen, welches durch den Verschluss der Ohrmuschel entsteht oder auch dem starken körperlichen Impuls, durch den Druck der Hand. Vielleicht könnte das Gegenüber diesen Impuls ähnlich setzen oder auch Druck und Zug auf die Ohrmuschel ausüben? Vielleicht wäre eine Massage des Kiefergelenkes, mit Druck auf Ohr und äußerem Trommelfell eine entspannende Berührung?<br />
<br />
<br />
Stimming als wichtiges Hilfsmittel<br />
<br />
Aber auch in anderen Alltagssituationen, in denen die Erregung weniger ausgeprägt ist, erfüllt das Stimming eine wichtige Funktion.<br />
In einem Gespräch mit M. Brien (diagnostizierter Asperger) berichtete dieser, dass er in der Schule, auch im Unterricht, gerne seine Daunenjacke trug. Dies wurde ihm jedoch zumeist verboten, da es ja im Klassenzimmer viel zu warm wäre und außerdem die Jacken an den Haken im Flur gehören! Ohne seine Jacke fehlte Brien jedoch etwas – eine Rückmeldung über seinen Körper, der Druck der Jacke, die beruhigende Enge am Rücken und an den Armen. An diesen Tagen war es ihm nicht möglich, dem Unterricht zu folgen. Brien benötigte seine ganze Aufmerksamkeit, um nicht aufzuspringen und wegzulaufen und sich somit einen anderen Stimulus zu suchen.<br />
Das „Nicht-Auffallen“ war in diesen Situationen für ihn Aufgabe genug. Wenn die Begleitpersonen um die Bedeutung des Stimmings und hier um den Druckimpuls der Jacke gewusst hätten, wäre dieses Hilfsmittel vielleicht erlaubt worden!? Vielleicht wären ihm sogar, um der Habituation entgegenzuwirken, andere, entsprechende Impulse angeboten worden, wie eine Druckweste (welche nicht zusätzlich wärmt), ein Gewichtskissen oder eine von der Schulbegleitung durchgeführte Rückenmassage.<br />
<br />
Um die entsprechenden Hilfen auch in Notsituationen anwenden zu können, ist es hilfreich, diese bereits vorher auszuprobieren. In den Momenten mit starker Erregung müssen sie nochmals situational angepasst werden. Eine aktive Unterstützung für die Betroffenen wird so möglich.<br />
Ein Umleiten oder Ersetzen von unerwünschten Autostimulationen, wie z.B. dem Beißen in die eigene Hand, gelingen nur, wenn die Alternative der spezifischen Impulssuche entspricht. So könnten hier eventuell Vibrationsmassagen, durchgeführt an Kiefer, Kinn oder an den unteren Zahnreihen entspannend wirken – jedoch ohne die Gefahr einer Selbst- und Fremdverletzung.<br />
<br />
<br />
Aus Regulation wird Interaktion<br />
<br />
Zusätzlich zur Regulation bieten die Stimulationshilfen Anlass zu positiv erlebter Interaktion, zum gemeinsamen Spiel, zu gemeinsamen Interessen. Der Austausch ist kein Wegnehmen oder Verbieten, kein Ermahnen oder Anweisen, sondern ein Unterstützen und ein Stärken. Impulse, die passend gesetzt werden, bedeuten somit nicht eine isolierte Fokussierung auf den eigenen Körper und somit Rückzug vom Gegenüber, sondern Unterstützung. Die Betroffenen erleben, dass sie (in ihrer Not) nicht allein sind. Sie werden gesehen und verstanden, sie erfahren Interaktion und Beziehung.<br />
<br />
“Eltern haben im Kontakt mit ihren Kindern selbstverständlich immer das Bedürfnis, sanft und liebevoll zu sein. Schon sehr festes Klopfen auf den Rücken kommt ihnen zunächst fast vor, als würden sie ihr Kind schlagen, sehr festes Kneten der Hände empfinden sie beinahe als Misshandlung. Daher ist ihr Erstaunen dann immer sehr groß, wenn sie die erfreute Reaktion ihres Kindes erfahren und über diese Form des Körperkontaktes sehr schnell ein intensiver Austausch beginnt, den sie häufig vorher noch nicht erleben konnten. Plötzlich erfahren sie Resonanz auf ihre Zuwendung, die sie bei all ihren Versuchen mit verbaler Ansprache oder zärtlichem Streicheln nie bekommen haben”.<br />
Büker U. (2016), Kommunizieren durch Berühren, S. 81, Verlag selbstbestimmtes Leben<br />
<br />
Bei der Suche nach der richtigen Hilfestellung sind eine gute Beobachtung der gezeigten Verhaltensweisen, eine Bereitschaft zum Ausprobieren und zur Flexibilität notwendig. Ob es die „richtige“ Hilfestellung ist, zeigen die Reaktionen auf die angebotenen Impulse – diese sind meist unmittelbar und eindeutig. Ein Innehalten in der Bewegung, ein spontaner Blickkontakt und ggf. ein Einfordern zur Wiederholung des Impulses. Je nach Möglichkeit, ein darüber reden, ein gezieltes Wünsche äußern und gemeinsames Ausprobieren und Entdecken.<br />
<br />
Beobachtbares Verhalten  <br />
<br />
Mögliche Hilfestellungen<br />
<br />
Häufiges Herumlaufen im Raum<br />
<br />
Gemeinsam Laufen durch den Raum, Tanzen oder Hüpfen. Stimulationen und Massagen der Beine und Fußsohlen.<br />
<br />
Treten gegen Wände, gegen Personen oder festes Aufstampfen auf dem Boden <br />
<br />
Gemeinsames Aufstampfen auf den Boden oder Hüpfen auf dem Trampolin. Feste Massagen der Fußsohlen und Beine, Druckimpulse bis in den Beckenbereich.<br />
<br />
Schläge mit dem Handballen gegen Begrenzungen oder Personen<br />
<br />
Feste Massagen der Hand, dem Handgelenk und der Schulter, Schieben und Ziehen von schweren Gegenständen<br />
<br />
Kratzen mit den Fingernägeln über Oberflächen<br />
<br />
Stimulationen/Massagen der Finger (-spitzen), Spüren von verschiedenen Oberflächen<br />
<br />
Die Stimulationen von außen ermöglichen es zudem, dass Betroffene, auch bei steigender Erregung noch ansprechbar sind. Ein Mensch in Not, welcher mit dem Kopf gegen die Wand schlägt oder sich die Hände fest auf die Ohren drückt, kann die beruhigenden Worte des Gegenübers nicht hören, kann ein ermutigendes Lächeln nicht sehen. Wenn Betroffene in dieser Situation jedoch eine passende Zuwendung erfahren, nehmen sie vielleicht auch ihr Gegenüber wahr, hören dessen Stimme, erkennen das vertraute Gesicht und können weitere stressauslösende Situationen leichter überstehen.<br />
Wenn Regulation und Unterstützung möglich werden und wenn Betroffene erleben, dass auf ihre Bedürfnisse und Impulse passend reagiert wird, dann lohnt sich Interaktion und wird beim nächsten Mal vielleicht aktiv eingefordert.<br />
<br />
<br />
Ein Fallbeispiel: Manuel, 15 Jahre, Asperger-Autismus<br />
<br />
Im Schulalltag gibt es viele Situationen, die Manuel überfordern. Im Unterricht zeigt sich dies, wenn er ungefragt zu erzählen beginnt oder wenn er laut in den Raum ruft.<br />
Teilweise springt er von seinem Stuhl auf und drangsaliert seine Mitschüler, in dem er deren Federmäppchen herunterwirft oder sie mit einem Stift zu verletzen droht.<br />
Wutausbrüche und fremdverletzende Verhaltensweisen kommen für ihn und seine Umgebung scheinbar unvorhersehbar und unkontrollierbar. Später ist ihm sein Verhalten unangenehm und er entschuldigt sich. Für die Lehrkräfte und auch die Mitschüler sind seine Ausbrüche bald nicht mehr tragbar und es droht der Schulausschluss (…)<br />
Hilfestellungen und Entwicklungen: Die Arbeit an Manuels Körper- und Selbstbewusstsein ist von Beginn an wichtige Bestandteile der Therapie. Auch im Alltag rücken Bewegungen und somit der Abbau von vermehrter Anspannung stärker in den Fokus. Trampolinspringen, Schwimmen, Reiten und wenn möglich Wintersport sind feste Bestandteile in der Wochenplanung. Abends werden zusätzlich Massagen oder Vibrationen angeboten. Manuel lernt, wie wichtig es ist, seinen Körper und seine Emotionen zu spüren – in Ruhe, in Aktivität und besonders in Notsituationen. Nach fast zwei Jahren kommt er eines Tages aufgeregt zur Therapie und berichtet, dass die Mitschüler ihn in der Schule geärgert haben. Er kann jetzt nicht arbeiten, sondern muss erst einmal zum Boxsack. Dort schlägt Manuel mehr als zehn Minuten mit all seiner Kraft auf das Sportgerät ein. Ganz erhitzt atmet er anschließend tief durch und sagt: „Jetzt können wir nun mit der Therapie anfangen, jetzt ist es besser!“ Dabei hatte Manuel bereits mit der Arbeit begonnen, und zwar in dem Moment, wo er hereinkam, seine Not gespürt hat, eine Lösung wusste und diese äußern konnte. Manuel kann zu Recht stolz auf sich sein.<br />
(Vorabauszug aus „Kinder im Autismus-Spektrum verstehen und unterstützen. Ein Wahrnehmungswegweiser für Eltern und Begleitende“ Kohlhammer-Verlag, Erscheinung voraussichtlich Herbst 2022)<br />
<br />
<br />
Der Notfallkoffer<br />
<br />
In vielen psychiatrischen Bereichen sind Notfall-Koffer eine bewährte Hilfestellung für belastende Situationen. Das Erleben dieser Notsituationen ist vergleichbar mit einem Overload oder gar einem Meltdown bei Menschen mit Autismus, deshalb könnte auch hier die Anwendung eines Notfall-Kids empfehlenswert sein. Ein Notfallkoffer könnte aus folgenden Gegenständen bestehen: Igel- oder Tennisball, Eis-Pad, Taschenvibrator, Gummiband am Handgelenk, einer Wäscheklammer und einer kleinen Nagelbürste. Geschmacksangebote, wie getrocknete Chilischoten, scharfe Weingummis, Brause oder bittere Bonbons, Geruchssäckchen mit Lavendel, Ammoniak oder Menthol. Individuell zusammengestellt, entsprechend der Wahrnehmung der Betroffenen.<br />
In Situationen, in denen sich Überforderung zeigt, die Anspannung steigt, sollten zeitnah Hilfen aus dem mit den Notfallkoffer eingesetzt werden.<br />
Verschiedene Impulse, an unterschiedlichen Körperstellen, um den Reiz zu finden, der die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper lenkt und somit regulierend wirkt: So kann der Druck einer Wäscheklammer zunächst am Arm, bzw. am Handgelenk ausprobiert werden, dann an der Wange und ggf. an Nase oder Zunge – also an Körperstellen, die auch in Erregungssituationen noch wahrnehmbar sind. Ein unkontrolliertes Verhalten, wie das Schlagen des Kopfes, das Beißen auf die Zunge oder in das Handgelenk wäre in jedem Fall eine größere Gesundheitsbelastung. Vielleicht ist nach einigen Wochen auch ein anderer, weniger starker Impuls möglich, bzw. erfolgt die Impulsgebung nochmal früher und dann wären der Gebrauch einer Nagelbürste oder ein Igelball ausreichend, um einen Overload oder sogar Meltdown zu verhindern.<br />
<br />
<br />
„Leises“ Stimming<br />
<br />
Stimming zeigt sich einerseits in Form von den bereits beschriebenen intensiven körperlichen Stimulationen. Es kann jedoch auch deutlich leiser, feiner, unauffälliger sein und doch hat es eine hohe Bedeutung für die Betroffen. Ein stetiges Schnipsen mit den Fingern, ein Verziehen der Mundwinkel, ein leichtes Vor- und Zurückpendeln, ein Schnalzen mit der Zunge u.ä., es gibt eine Vielzahl von Handlungen und Tätigkeiten, die beruhigen.<br />
Dies ist nicht nur bei Menschen mit Autismus zu beobachten. Jeder Mensch hat seine eigenen, persönlichen Vorlieben, seine Tics, die ihm guttun. Für einige ist es der Blick auf das Meer und die Wellen, für die anderen auf das Drehen der Waschmaschinentrommel. Einige hören beruhigt dem Singen der Vögel zu, andere einem Klopfgeräusch. Einige essen gerne ein Stück Schokolade, andere beißen voll Genuss in eine Zwiebel. Erlaubt ist was gefällt. Wenn die individuelle Stimulation entspannend wirkt, Betroffenen dadurch keine gesundheitliche Belastung erfahren und es auch für andere nicht gefährdend oder stark störend ist, sollte es möglich sein, dass auch seltsam erscheinende Stimulationen, bestehen dürfen.<br />
<br />
<br />
Stimming kann einem autistischen Menschen dabei helfen, Barrieren zu überwinden, die sie von ihrer Seite nicht abbauen könne. Es wird leider noch sehr oft missverstanden. Bis heute wird es autistischen Menschen weggenommen bzw. werden Stimming-Aktivitäten unterbunden. Einem Rollstuhlfahrer nimmt niemand den Rollstuhl weg, auch dann nicht, wenn er quietscht oder Spuren auf dem Boden hinterlässt.<br />
Vero G. Das andere Kind in der Schule, S. 141.<br />
<br />
<br />
Andererseits gibt es Situationen, in denen die individuelle Stimulation starken Unmut hervorruft. In der Schule könnte zum Beispiel das Sitzen auf einem Pezziball, dem SchülerIn mit Autismus eine bessere Konzentration ermöglichen, aber andere könnten dem Unterricht durch diesen „Störimpuls“ nicht mehr folgen. Ein spezielles Sitzkissen oder ein leichtes, regelmäßiges Pendeln des Oberkörpers wären eventuell für SchülerIn und MitschülerIn eine gute Alternative. Oder auch am Arbeitsplatz, wenn ein intensives Hände-flattern, besonders nah vor den Augen, entspannt, es dadurch aber zu einer Verurteilung oder auch Ausgrenzung von weiteren MitarbeiterInnen kommt. Hier wären vielleicht alternative Stimulationen hilfreich, wie der Einsatz eines kleinen Kreisels in einer Box, ein blinkender Leuchtstift (wenn der visuelle Effekt bedeutend und beruhigend wirkt) oder eine regelmäßige Handmassage, das Tragen einer Gewichtsmanschette oder ein Zug auf die Handgelenke (als körperliche Impule).<br />
<br />
Die alternativen Stimuli sollten ebenfalls eine gute, ausreichende Regulation bieten und zugleich, durch die Möglichkeit der situationalen Anpassung, Miteinander und Akzeptanz ermöglichen.<br />
<br />
<br />
Fazit<br />
<br />
<br />
Das Verständnis für Autismus, für die besondere Wahrnehmung und besonders der Bedeutung von Stimming benötigt einen Blickpunktwechsel. Es müssen Reize, Materialien und Handlungen erlaubt oder angeboten werden, welche positiv „berühren“, „bewegen“ und „regulieren“ Imitation- und Lernfähigkeiten zu verbessern und die es erleichtern, auch unangenehme oder schwierige Situationen zu überstehen. Mithilfe von entspannenden und unterstützenden Impulsen soll es möglich werden, Interaktion, Integration, sowie auch Selbstständigkeit zu festigen, vor allem aber die Lebensqualität zu stärken.<br />
<br />
Wir brauchen ein gegenseitiges Verstehen und Akzeptieren von Besonderheiten und individuellen Bedürfnissen.<br />
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			<content:encoded><![CDATA[Stimming – was das ist und wie es Autisten helfen kann<br />
<br />
Menschen aus dem Autismus-Spektrum haben eine ganz besondere Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung, welches sich auf das Erleben, das Verhaltensrepertoire sowie die sozialen Interaktionen auswirkt.<br />
<br />
Diese andere Wahrnehmung ist zwar bekannt, jedoch fehlt eine differenzierte Betrachtung in Bezug auf das gezeigte Erscheinungsbild. Autismus wird nur durch Aufzählungen der Besonderheiten beschrieben. Ein Erkennen und Verstehen der Zusammenhänge, sowie dessen Auswirkungen auf den Alltag, auf das Erleben und Verhalten, finden kaum statt. Dabei könnte dieses Wissen den Betroffenen, ihren Familien, TherapeutInnen oder Begleitenden helfen, Austausch und Miteinander zu gestalten, Hilfen und Angebote zu verbessern.<br />
<br />
<br />
Eine genauere Betrachtung von Stimming soll dies verdeutlichen:<br />
<br />
Stimming sind sich wiederholende und gleichbleibend wirkende Handlungen mit dem Ziel, eine vermehrte Anspannung abzubauen. Die starke Erregung wurde entweder durch einen belastenden Sinnesreiz ausgelöst oder durch die Kombination verschiedener Impulse. Zum Beispiel einem besonders unangenehmen Geräusch, bzw. einem Geruch oder durch komplexe, unstrukturierte Aufgaben und Situationen, bei denen die entsprechenden Reize nicht ausreichend selektiert sowie zu einem Gesamtbild verbunden werden können.<br />
<br />
<br />
„Ich kann es nicht oft genug wiederholen. Stimming ist (m)ein wichtigstes Hilfsmittel überhaupt. Stimming beruhigt mich und ermöglicht mir, mich in die Interaktion mit anderen Menschen zu begeben und in dieser eine Zeit lang verweilen zu können. Stimming ermöglicht mir Teilhabe.“<br />
Vero G. Das andere Kind in der Schule, S. 141.<br />
<br />
<br />
Bedingt durch die andere Verarbeitung der Sinnesreize benötigen die Betroffenen in ihrem Alltag Mechanismen, um der Übererregung zu begegnen. Auch die Regulation selbst wird in einer besonderen Art und Weise durchgeführt. So könnte ein bestimmter Geruch oder ein Geräusch, ein lautes Tönen, ein aufgeregtes Klopfen oder auch das Wiederholen von Satzteilen zur Folge haben. Dieses wirkt für Außenstehende oft befremdlich, unangemessen, beängstigend oder sogar provozierend.<br />
Häufig versuchen Eltern und Begleiter deshalb die Autostimulationen aktiv oder auch verbal zu unterbinden.<br />
<br />
<br />
„Kinder stehen immer unter starker Anspannung, wenn sie mit Autostimulationen reagieren (…) Jede unserer Reaktionen wie Schimpfen, Verbieten, Ablenken, kommt beim Kind nicht an, sondern wirkt meist gegenteilig. Sie verstärken in der Regel die Erregung beim Kind und damit seine Autostimulation.”<br />
<br />
Büker U. (2016), Was macht mein Kind denn da? S.15, Druckhaus Mainfranken GmbH<br />
<br />
<br />
Ein Verbot der Stimulationen führt jedoch meist zu einer Verstärkung der Anspannung, da für die Betroffenen nun keine Möglichkeit mehr besteht, die Erregung abzubauen.<br />
Wenn Schläge mit dem Kopf durch das Aufsetzen eines Helmes unterbunden werden, wenn das Beißen in die eigene Hand durch eine Schiene unmöglich gemacht wird, benötigen Betroffene andere Impulse, um die Anspannung zu mindern. Dies zeigt sich bei Ausweichhandlungen, wie Schlägen gegen Kinn und Nase oder dem Beißen auf die Zunge bzw. den Wangeninnentaschen.<br />
<br />
<br />
Bei einem Ignorieren der Notsituation, einem Abschieben in einen „Ruhe-Raum“, fehlt ebenfalls eine aktive Unterstützung. Hier versuchen die Kinder nun allein die unbedingt notwendigen Regulation zu erfahren: Sie laufen herum, tönen, schreien oder weinen und zeigen zum Teil auch selbstverletzende Verhaltensweisen. Manchmal zeigen diese Hilfen erst nach langer Zeit ihre Wirkung. Bedingt durch Habituation (Gewöhnungseffekt durch gleich oder ähnlich ausgeführte Reize) müssen die Stimulationen zudem intensiviert oder an empfindlichen Körperteilen durchgeführt werden, damit sie weiterhin beruhigen. Besonders in Zeiten mit stark erhöhter Stressbelastung (Krankheit, Schulwechsel o.ä.) steigt das Gefahrenpotential durch Selbst- oder Fremdverletzungen stark an. Vor allem aber sind die Betroffenen in ihrer Not allein, Hilfestellungen von außen sind (scheinbar) nicht möglich.<br />
<br />
<br />
Wenn die Bedeutung dieser Handlungen als ein Bedürfnis nach einem bestimmten Impuls erkannt wird, kann diese aufgenommen, verändert oder intensiviert werden, um Regulation und Wohlbefinden aktiv zu unterstützen.<br />
<br />
<br />
Dabei kann ein beobachtbares Verhalten teilweise verschiedenen Wahrnehmungsbereichen und Besonderheiten zugeordnet werden. So wird ein Schlagen auf die Ohrmuschel häufig mit einem Ausschalten eines hörbaren Störreizes gleichgesetzt. Es könnte jedoch auch die Suche nach einem besonders starken (auditiven) Stimuli aufzeigen, wie dem Rauschen, welches durch den Verschluss der Ohrmuschel entsteht oder auch dem starken körperlichen Impuls, durch den Druck der Hand. Vielleicht könnte das Gegenüber diesen Impuls ähnlich setzen oder auch Druck und Zug auf die Ohrmuschel ausüben? Vielleicht wäre eine Massage des Kiefergelenkes, mit Druck auf Ohr und äußerem Trommelfell eine entspannende Berührung?<br />
<br />
<br />
Stimming als wichtiges Hilfsmittel<br />
<br />
Aber auch in anderen Alltagssituationen, in denen die Erregung weniger ausgeprägt ist, erfüllt das Stimming eine wichtige Funktion.<br />
In einem Gespräch mit M. Brien (diagnostizierter Asperger) berichtete dieser, dass er in der Schule, auch im Unterricht, gerne seine Daunenjacke trug. Dies wurde ihm jedoch zumeist verboten, da es ja im Klassenzimmer viel zu warm wäre und außerdem die Jacken an den Haken im Flur gehören! Ohne seine Jacke fehlte Brien jedoch etwas – eine Rückmeldung über seinen Körper, der Druck der Jacke, die beruhigende Enge am Rücken und an den Armen. An diesen Tagen war es ihm nicht möglich, dem Unterricht zu folgen. Brien benötigte seine ganze Aufmerksamkeit, um nicht aufzuspringen und wegzulaufen und sich somit einen anderen Stimulus zu suchen.<br />
Das „Nicht-Auffallen“ war in diesen Situationen für ihn Aufgabe genug. Wenn die Begleitpersonen um die Bedeutung des Stimmings und hier um den Druckimpuls der Jacke gewusst hätten, wäre dieses Hilfsmittel vielleicht erlaubt worden!? Vielleicht wären ihm sogar, um der Habituation entgegenzuwirken, andere, entsprechende Impulse angeboten worden, wie eine Druckweste (welche nicht zusätzlich wärmt), ein Gewichtskissen oder eine von der Schulbegleitung durchgeführte Rückenmassage.<br />
<br />
Um die entsprechenden Hilfen auch in Notsituationen anwenden zu können, ist es hilfreich, diese bereits vorher auszuprobieren. In den Momenten mit starker Erregung müssen sie nochmals situational angepasst werden. Eine aktive Unterstützung für die Betroffenen wird so möglich.<br />
Ein Umleiten oder Ersetzen von unerwünschten Autostimulationen, wie z.B. dem Beißen in die eigene Hand, gelingen nur, wenn die Alternative der spezifischen Impulssuche entspricht. So könnten hier eventuell Vibrationsmassagen, durchgeführt an Kiefer, Kinn oder an den unteren Zahnreihen entspannend wirken – jedoch ohne die Gefahr einer Selbst- und Fremdverletzung.<br />
<br />
<br />
Aus Regulation wird Interaktion<br />
<br />
Zusätzlich zur Regulation bieten die Stimulationshilfen Anlass zu positiv erlebter Interaktion, zum gemeinsamen Spiel, zu gemeinsamen Interessen. Der Austausch ist kein Wegnehmen oder Verbieten, kein Ermahnen oder Anweisen, sondern ein Unterstützen und ein Stärken. Impulse, die passend gesetzt werden, bedeuten somit nicht eine isolierte Fokussierung auf den eigenen Körper und somit Rückzug vom Gegenüber, sondern Unterstützung. Die Betroffenen erleben, dass sie (in ihrer Not) nicht allein sind. Sie werden gesehen und verstanden, sie erfahren Interaktion und Beziehung.<br />
<br />
“Eltern haben im Kontakt mit ihren Kindern selbstverständlich immer das Bedürfnis, sanft und liebevoll zu sein. Schon sehr festes Klopfen auf den Rücken kommt ihnen zunächst fast vor, als würden sie ihr Kind schlagen, sehr festes Kneten der Hände empfinden sie beinahe als Misshandlung. Daher ist ihr Erstaunen dann immer sehr groß, wenn sie die erfreute Reaktion ihres Kindes erfahren und über diese Form des Körperkontaktes sehr schnell ein intensiver Austausch beginnt, den sie häufig vorher noch nicht erleben konnten. Plötzlich erfahren sie Resonanz auf ihre Zuwendung, die sie bei all ihren Versuchen mit verbaler Ansprache oder zärtlichem Streicheln nie bekommen haben”.<br />
Büker U. (2016), Kommunizieren durch Berühren, S. 81, Verlag selbstbestimmtes Leben<br />
<br />
Bei der Suche nach der richtigen Hilfestellung sind eine gute Beobachtung der gezeigten Verhaltensweisen, eine Bereitschaft zum Ausprobieren und zur Flexibilität notwendig. Ob es die „richtige“ Hilfestellung ist, zeigen die Reaktionen auf die angebotenen Impulse – diese sind meist unmittelbar und eindeutig. Ein Innehalten in der Bewegung, ein spontaner Blickkontakt und ggf. ein Einfordern zur Wiederholung des Impulses. Je nach Möglichkeit, ein darüber reden, ein gezieltes Wünsche äußern und gemeinsames Ausprobieren und Entdecken.<br />
<br />
Beobachtbares Verhalten  <br />
<br />
Mögliche Hilfestellungen<br />
<br />
Häufiges Herumlaufen im Raum<br />
<br />
Gemeinsam Laufen durch den Raum, Tanzen oder Hüpfen. Stimulationen und Massagen der Beine und Fußsohlen.<br />
<br />
Treten gegen Wände, gegen Personen oder festes Aufstampfen auf dem Boden <br />
<br />
Gemeinsames Aufstampfen auf den Boden oder Hüpfen auf dem Trampolin. Feste Massagen der Fußsohlen und Beine, Druckimpulse bis in den Beckenbereich.<br />
<br />
Schläge mit dem Handballen gegen Begrenzungen oder Personen<br />
<br />
Feste Massagen der Hand, dem Handgelenk und der Schulter, Schieben und Ziehen von schweren Gegenständen<br />
<br />
Kratzen mit den Fingernägeln über Oberflächen<br />
<br />
Stimulationen/Massagen der Finger (-spitzen), Spüren von verschiedenen Oberflächen<br />
<br />
Die Stimulationen von außen ermöglichen es zudem, dass Betroffene, auch bei steigender Erregung noch ansprechbar sind. Ein Mensch in Not, welcher mit dem Kopf gegen die Wand schlägt oder sich die Hände fest auf die Ohren drückt, kann die beruhigenden Worte des Gegenübers nicht hören, kann ein ermutigendes Lächeln nicht sehen. Wenn Betroffene in dieser Situation jedoch eine passende Zuwendung erfahren, nehmen sie vielleicht auch ihr Gegenüber wahr, hören dessen Stimme, erkennen das vertraute Gesicht und können weitere stressauslösende Situationen leichter überstehen.<br />
Wenn Regulation und Unterstützung möglich werden und wenn Betroffene erleben, dass auf ihre Bedürfnisse und Impulse passend reagiert wird, dann lohnt sich Interaktion und wird beim nächsten Mal vielleicht aktiv eingefordert.<br />
<br />
<br />
Ein Fallbeispiel: Manuel, 15 Jahre, Asperger-Autismus<br />
<br />
Im Schulalltag gibt es viele Situationen, die Manuel überfordern. Im Unterricht zeigt sich dies, wenn er ungefragt zu erzählen beginnt oder wenn er laut in den Raum ruft.<br />
Teilweise springt er von seinem Stuhl auf und drangsaliert seine Mitschüler, in dem er deren Federmäppchen herunterwirft oder sie mit einem Stift zu verletzen droht.<br />
Wutausbrüche und fremdverletzende Verhaltensweisen kommen für ihn und seine Umgebung scheinbar unvorhersehbar und unkontrollierbar. Später ist ihm sein Verhalten unangenehm und er entschuldigt sich. Für die Lehrkräfte und auch die Mitschüler sind seine Ausbrüche bald nicht mehr tragbar und es droht der Schulausschluss (…)<br />
Hilfestellungen und Entwicklungen: Die Arbeit an Manuels Körper- und Selbstbewusstsein ist von Beginn an wichtige Bestandteile der Therapie. Auch im Alltag rücken Bewegungen und somit der Abbau von vermehrter Anspannung stärker in den Fokus. Trampolinspringen, Schwimmen, Reiten und wenn möglich Wintersport sind feste Bestandteile in der Wochenplanung. Abends werden zusätzlich Massagen oder Vibrationen angeboten. Manuel lernt, wie wichtig es ist, seinen Körper und seine Emotionen zu spüren – in Ruhe, in Aktivität und besonders in Notsituationen. Nach fast zwei Jahren kommt er eines Tages aufgeregt zur Therapie und berichtet, dass die Mitschüler ihn in der Schule geärgert haben. Er kann jetzt nicht arbeiten, sondern muss erst einmal zum Boxsack. Dort schlägt Manuel mehr als zehn Minuten mit all seiner Kraft auf das Sportgerät ein. Ganz erhitzt atmet er anschließend tief durch und sagt: „Jetzt können wir nun mit der Therapie anfangen, jetzt ist es besser!“ Dabei hatte Manuel bereits mit der Arbeit begonnen, und zwar in dem Moment, wo er hereinkam, seine Not gespürt hat, eine Lösung wusste und diese äußern konnte. Manuel kann zu Recht stolz auf sich sein.<br />
(Vorabauszug aus „Kinder im Autismus-Spektrum verstehen und unterstützen. Ein Wahrnehmungswegweiser für Eltern und Begleitende“ Kohlhammer-Verlag, Erscheinung voraussichtlich Herbst 2022)<br />
<br />
<br />
Der Notfallkoffer<br />
<br />
In vielen psychiatrischen Bereichen sind Notfall-Koffer eine bewährte Hilfestellung für belastende Situationen. Das Erleben dieser Notsituationen ist vergleichbar mit einem Overload oder gar einem Meltdown bei Menschen mit Autismus, deshalb könnte auch hier die Anwendung eines Notfall-Kids empfehlenswert sein. Ein Notfallkoffer könnte aus folgenden Gegenständen bestehen: Igel- oder Tennisball, Eis-Pad, Taschenvibrator, Gummiband am Handgelenk, einer Wäscheklammer und einer kleinen Nagelbürste. Geschmacksangebote, wie getrocknete Chilischoten, scharfe Weingummis, Brause oder bittere Bonbons, Geruchssäckchen mit Lavendel, Ammoniak oder Menthol. Individuell zusammengestellt, entsprechend der Wahrnehmung der Betroffenen.<br />
In Situationen, in denen sich Überforderung zeigt, die Anspannung steigt, sollten zeitnah Hilfen aus dem mit den Notfallkoffer eingesetzt werden.<br />
Verschiedene Impulse, an unterschiedlichen Körperstellen, um den Reiz zu finden, der die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper lenkt und somit regulierend wirkt: So kann der Druck einer Wäscheklammer zunächst am Arm, bzw. am Handgelenk ausprobiert werden, dann an der Wange und ggf. an Nase oder Zunge – also an Körperstellen, die auch in Erregungssituationen noch wahrnehmbar sind. Ein unkontrolliertes Verhalten, wie das Schlagen des Kopfes, das Beißen auf die Zunge oder in das Handgelenk wäre in jedem Fall eine größere Gesundheitsbelastung. Vielleicht ist nach einigen Wochen auch ein anderer, weniger starker Impuls möglich, bzw. erfolgt die Impulsgebung nochmal früher und dann wären der Gebrauch einer Nagelbürste oder ein Igelball ausreichend, um einen Overload oder sogar Meltdown zu verhindern.<br />
<br />
<br />
„Leises“ Stimming<br />
<br />
Stimming zeigt sich einerseits in Form von den bereits beschriebenen intensiven körperlichen Stimulationen. Es kann jedoch auch deutlich leiser, feiner, unauffälliger sein und doch hat es eine hohe Bedeutung für die Betroffen. Ein stetiges Schnipsen mit den Fingern, ein Verziehen der Mundwinkel, ein leichtes Vor- und Zurückpendeln, ein Schnalzen mit der Zunge u.ä., es gibt eine Vielzahl von Handlungen und Tätigkeiten, die beruhigen.<br />
Dies ist nicht nur bei Menschen mit Autismus zu beobachten. Jeder Mensch hat seine eigenen, persönlichen Vorlieben, seine Tics, die ihm guttun. Für einige ist es der Blick auf das Meer und die Wellen, für die anderen auf das Drehen der Waschmaschinentrommel. Einige hören beruhigt dem Singen der Vögel zu, andere einem Klopfgeräusch. Einige essen gerne ein Stück Schokolade, andere beißen voll Genuss in eine Zwiebel. Erlaubt ist was gefällt. Wenn die individuelle Stimulation entspannend wirkt, Betroffenen dadurch keine gesundheitliche Belastung erfahren und es auch für andere nicht gefährdend oder stark störend ist, sollte es möglich sein, dass auch seltsam erscheinende Stimulationen, bestehen dürfen.<br />
<br />
<br />
Stimming kann einem autistischen Menschen dabei helfen, Barrieren zu überwinden, die sie von ihrer Seite nicht abbauen könne. Es wird leider noch sehr oft missverstanden. Bis heute wird es autistischen Menschen weggenommen bzw. werden Stimming-Aktivitäten unterbunden. Einem Rollstuhlfahrer nimmt niemand den Rollstuhl weg, auch dann nicht, wenn er quietscht oder Spuren auf dem Boden hinterlässt.<br />
Vero G. Das andere Kind in der Schule, S. 141.<br />
<br />
<br />
Andererseits gibt es Situationen, in denen die individuelle Stimulation starken Unmut hervorruft. In der Schule könnte zum Beispiel das Sitzen auf einem Pezziball, dem SchülerIn mit Autismus eine bessere Konzentration ermöglichen, aber andere könnten dem Unterricht durch diesen „Störimpuls“ nicht mehr folgen. Ein spezielles Sitzkissen oder ein leichtes, regelmäßiges Pendeln des Oberkörpers wären eventuell für SchülerIn und MitschülerIn eine gute Alternative. Oder auch am Arbeitsplatz, wenn ein intensives Hände-flattern, besonders nah vor den Augen, entspannt, es dadurch aber zu einer Verurteilung oder auch Ausgrenzung von weiteren MitarbeiterInnen kommt. Hier wären vielleicht alternative Stimulationen hilfreich, wie der Einsatz eines kleinen Kreisels in einer Box, ein blinkender Leuchtstift (wenn der visuelle Effekt bedeutend und beruhigend wirkt) oder eine regelmäßige Handmassage, das Tragen einer Gewichtsmanschette oder ein Zug auf die Handgelenke (als körperliche Impule).<br />
<br />
Die alternativen Stimuli sollten ebenfalls eine gute, ausreichende Regulation bieten und zugleich, durch die Möglichkeit der situationalen Anpassung, Miteinander und Akzeptanz ermöglichen.<br />
<br />
<br />
Fazit<br />
<br />
<br />
Das Verständnis für Autismus, für die besondere Wahrnehmung und besonders der Bedeutung von Stimming benötigt einen Blickpunktwechsel. Es müssen Reize, Materialien und Handlungen erlaubt oder angeboten werden, welche positiv „berühren“, „bewegen“ und „regulieren“ Imitation- und Lernfähigkeiten zu verbessern und die es erleichtern, auch unangenehme oder schwierige Situationen zu überstehen. Mithilfe von entspannenden und unterstützenden Impulsen soll es möglich werden, Interaktion, Integration, sowie auch Selbstständigkeit zu festigen, vor allem aber die Lebensqualität zu stärken.<br />
<br />
Wir brauchen ein gegenseitiges Verstehen und Akzeptieren von Besonderheiten und individuellen Bedürfnissen.<br />
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Autismus Kommunikation]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=213</link>
			<pubDate>Sun, 20 Nov 2022 19:42:20 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=213</guid>
			<description><![CDATA[Was sind die Besonderheiten in der Kommunikation mit autistischen Menschen und was muss dabei beachtet werden?<br />
<br />
<br />
Menschen im Autismus-Spektrum, insbesondere die früher genannten „Frühkindlichen Autisten“, haben Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen und zu verarbeiten. Sie können nonverbale Signale wie Blickkontakt, Mimik und Gestik ihres Gegenübers nur schwer einschätzen und haben große Schwierigkeiten, die Gefühle ihrer Mitmenschen zu erkennen und wahrzunehmen.<br />
<br />
Viele Menschen im Autismus-Spektrum zeigen eine verspätete, eingeschränkte oder fehlende Sprachentwicklung. Symptome wie das Nachsprechen vorgesagter Wörter (Echolalie) oder das Kreieren neuer Wörter sind ebenfalls typisch für Menschen im Autismus-Spektrum.<br />
<br />
Menschen mit dem Asperger- Syndrom haben im Gegensatz zu den anderen Formen von Autismus häufig keine Verzögerungen in der Sprachentwicklung. Oft beginnen sie früh zu sprechen und haben ein hohes Sprachniveau.<br />
<br />
In der Kommunikation sind folgende Aspekte wichtig<br />
<br />
In der Kommunikation und im Umgang mit Autisten ist ein großes Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen der Mitmenschen gefragt. Die meisten Menschen im Autismus-Spektrum reagieren, wenn ihr Gegenüber sie anlächelt. Sie benötigen jedoch wesentlich mehr Zeit, um das Kontaktsignal zu verarbeiten und darauf zu antworten. Häufig vermeiden sie dabei den direkten Blickkontakt. Außerdem reagieren sie besonders auf starke und eindeutige Reize – das heißt, auf eine deutliche und ausdrucksstarke Mimik und Gestik.<br />
<br />
Durch die verzögerte Informationsverarbeitung der Menschen im Autismus Spektrum können sie mit langen Informationen nichts anfangen. Sie verstehen die Sprache nur ausschnittsweise. Auch die Sprechgeschwindigkeit überfordert sie. Nicht selten führt die Überforderung zu Aggression (siehe auch Autismus Aggression).<br />
<br />
Kurze, prägnante Sätze oder Signalworte mit angemessener, deutlicher Betonung sind für sie am verständlichsten. Dabei ist es außerdem wichtig, dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen, es gegebenenfalls zu berühren und anzuschauen.<br />
<br />
Normalerweise ist es hilfreich, das Handeln von Kindern sprachlich zu begleiten. Bei Kindern im Autismus-Spektrum hingegen kann dies aufgrund der Schwierigkeiten in der Informationsverarbeitung zur Verwirrung führen. Sie müssten sich dann auf den visuellen und den akustischen Reiz konzentrieren – also gleichzeitig sehen und hören.<br />
<br />
Wenn man das Kind im Autismus-Spektrum um etwas bittet oder es auffordern möchte, etwas zu tun, ist es sehr wichtig, dass dies im Situationszusammenhang geschieht.<br />
<br />
Beispiel Tisch decken: Teilen Sie Ihrem Kind nicht einfach nur mit Worten mit, dass es den Tisch decken soll. Stellen Sie Geschirr neben dem Tisch bereit und zeigen Sie Ihrem Kind, was es tun soll. Begleiten Sie dies mit einem kurzen prägnanten Satz wie „Tisch decken“.<br />
<br />
Dies ist nur ein kleines Beispiel und lässt sich auf viele weitere Alltagssituationen übertragen.<br />
<br />
In der zwischenmenschlichen Kommunikation ist der Blickkontakt eine wichtige Voraussetzung.<br />
<br />
Da viele Menschen im Autismus-Spektrum große Schwierigkeiten damit haben, Blickkontakt aufzunehmen und zu halten, ist die Kommunikation zusätzlich erschwert.<br />
<br />
Im Umgang und in der Arbeit mit Kindern im Autismus-Spektrum ist es daher sehr wichtig, das Kind immer wieder zum Blickkontakt zu animieren, das Kind anzulächeln und präsent zu sein.<br />
<br />
Gemeinsame Spiele, die das Kind besonders gern spielt, motivieren das Kind und lassen häufig Blickkontakt zu. Dies kann zum Beispiel kitzeln, gemeinsam toben, hüpfen, springen oder auch jedes andere Spiel sein, was das Kind besonders gern macht oder spielt.  <br />
<br />
Bildgestützte Kommunikation Autismus: Häufig reagieren Kinder im Autismus-Spektrum besonders gut auf visuelle Reize wie Bildkarten/ Piktogramme oder Fotos. Derartige Kommunikationshilfen erleichtern es den Kindern, die Information zu verstehen.<br />
<br />
Auch der Tagesverlauf kann so ganz strukturiert visuell dargestellt werden.<br />
<br />
Zudem kann ein Kind, dem die Lautsprache fehlt, durch das Zeigen der Karten seine Bedürfnisse äußern und wird von seinen Mitmenschen mit hoher Wahrscheinlichkeit gut verstanden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Was sind die Besonderheiten in der Kommunikation mit autistischen Menschen und was muss dabei beachtet werden?<br />
<br />
<br />
Menschen im Autismus-Spektrum, insbesondere die früher genannten „Frühkindlichen Autisten“, haben Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen und zu verarbeiten. Sie können nonverbale Signale wie Blickkontakt, Mimik und Gestik ihres Gegenübers nur schwer einschätzen und haben große Schwierigkeiten, die Gefühle ihrer Mitmenschen zu erkennen und wahrzunehmen.<br />
<br />
Viele Menschen im Autismus-Spektrum zeigen eine verspätete, eingeschränkte oder fehlende Sprachentwicklung. Symptome wie das Nachsprechen vorgesagter Wörter (Echolalie) oder das Kreieren neuer Wörter sind ebenfalls typisch für Menschen im Autismus-Spektrum.<br />
<br />
Menschen mit dem Asperger- Syndrom haben im Gegensatz zu den anderen Formen von Autismus häufig keine Verzögerungen in der Sprachentwicklung. Oft beginnen sie früh zu sprechen und haben ein hohes Sprachniveau.<br />
<br />
In der Kommunikation sind folgende Aspekte wichtig<br />
<br />
In der Kommunikation und im Umgang mit Autisten ist ein großes Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen der Mitmenschen gefragt. Die meisten Menschen im Autismus-Spektrum reagieren, wenn ihr Gegenüber sie anlächelt. Sie benötigen jedoch wesentlich mehr Zeit, um das Kontaktsignal zu verarbeiten und darauf zu antworten. Häufig vermeiden sie dabei den direkten Blickkontakt. Außerdem reagieren sie besonders auf starke und eindeutige Reize – das heißt, auf eine deutliche und ausdrucksstarke Mimik und Gestik.<br />
<br />
Durch die verzögerte Informationsverarbeitung der Menschen im Autismus Spektrum können sie mit langen Informationen nichts anfangen. Sie verstehen die Sprache nur ausschnittsweise. Auch die Sprechgeschwindigkeit überfordert sie. Nicht selten führt die Überforderung zu Aggression (siehe auch Autismus Aggression).<br />
<br />
Kurze, prägnante Sätze oder Signalworte mit angemessener, deutlicher Betonung sind für sie am verständlichsten. Dabei ist es außerdem wichtig, dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen, es gegebenenfalls zu berühren und anzuschauen.<br />
<br />
Normalerweise ist es hilfreich, das Handeln von Kindern sprachlich zu begleiten. Bei Kindern im Autismus-Spektrum hingegen kann dies aufgrund der Schwierigkeiten in der Informationsverarbeitung zur Verwirrung führen. Sie müssten sich dann auf den visuellen und den akustischen Reiz konzentrieren – also gleichzeitig sehen und hören.<br />
<br />
Wenn man das Kind im Autismus-Spektrum um etwas bittet oder es auffordern möchte, etwas zu tun, ist es sehr wichtig, dass dies im Situationszusammenhang geschieht.<br />
<br />
Beispiel Tisch decken: Teilen Sie Ihrem Kind nicht einfach nur mit Worten mit, dass es den Tisch decken soll. Stellen Sie Geschirr neben dem Tisch bereit und zeigen Sie Ihrem Kind, was es tun soll. Begleiten Sie dies mit einem kurzen prägnanten Satz wie „Tisch decken“.<br />
<br />
Dies ist nur ein kleines Beispiel und lässt sich auf viele weitere Alltagssituationen übertragen.<br />
<br />
In der zwischenmenschlichen Kommunikation ist der Blickkontakt eine wichtige Voraussetzung.<br />
<br />
Da viele Menschen im Autismus-Spektrum große Schwierigkeiten damit haben, Blickkontakt aufzunehmen und zu halten, ist die Kommunikation zusätzlich erschwert.<br />
<br />
Im Umgang und in der Arbeit mit Kindern im Autismus-Spektrum ist es daher sehr wichtig, das Kind immer wieder zum Blickkontakt zu animieren, das Kind anzulächeln und präsent zu sein.<br />
<br />
Gemeinsame Spiele, die das Kind besonders gern spielt, motivieren das Kind und lassen häufig Blickkontakt zu. Dies kann zum Beispiel kitzeln, gemeinsam toben, hüpfen, springen oder auch jedes andere Spiel sein, was das Kind besonders gern macht oder spielt.  <br />
<br />
Bildgestützte Kommunikation Autismus: Häufig reagieren Kinder im Autismus-Spektrum besonders gut auf visuelle Reize wie Bildkarten/ Piktogramme oder Fotos. Derartige Kommunikationshilfen erleichtern es den Kindern, die Information zu verstehen.<br />
<br />
Auch der Tagesverlauf kann so ganz strukturiert visuell dargestellt werden.<br />
<br />
Zudem kann ein Kind, dem die Lautsprache fehlt, durch das Zeigen der Karten seine Bedürfnisse äußern und wird von seinen Mitmenschen mit hoher Wahrscheinlichkeit gut verstanden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Autismus Aggression]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=212</link>
			<pubDate>Sun, 20 Nov 2022 19:39:33 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=212</guid>
			<description><![CDATA[Autismus Aggression<br />
Kinder im Autismus-Spektrum zeigen häufig fremd- oder autoaggressive Verhaltensweisen. Was steckt dahinter und kann man dagegen tun?<br />
<br />
Eltern von Kindern im Autismus-Spektrum sind sehr häufig einer großen Belastung ausgesetzt. Da die Behinderung auf den ersten Blick nicht sichtbar ist, wirken die Kinder für Außenstehende oft unerzogen. Eltern müssen böse Blicke und Kommentare ertragen, sie fühlen sich unverstanden.<br />
<br />
Hinzu kommen häufig Probleme durch aggressives Verhalten ihres Kindes. Ihr Kind verletzt sich selbst oder schlägt andere Kinder, im Kindergarten oder in der Schule gibt es immer wieder Situationen, in denen ihr Kind ohne zunächst erkennbaren Grund „ausrastet“. Eltern fragen sich verzweifelt, wodurch diese Gewalttätigkeit ausgelöst wird.<br />
<br />
Hilfe! Mein Kind ist aggressiv!<br />
Kinder im Autismus-Spektrum zeigen häufig fremd- oder autoaggressive Verhaltensweisen. Fremdaggressive Verhaltensweisen wie kratzen, beißen, treten, kneifen, schlagen, schubsen, an den Haaren ziehen, richten sich gegen andere Personen, während Autoaggressionen gegen sich selbst gerichtet sind. Hierzu zählen: sich selbst beißen und schlagen, den Kopf gegen die Wand oder auf den Boden schlagen, sich selbst gegen den Kopf schlagen, sich selbst in den Haaren ziehen oder diese ausreißen. Zudem gibt es noch sachaggressive Verhaltensweisen, bei denen beispielsweise Bekleidung zerrissen wird, gegen Möbel oder Mobiliar getreten oder Geschirr zerschlagen wird.<br />
<br />
Oft verhält sich das Kind für uns ohne erkennbaren Grund aggressiv. Auslöser können bei Menschen im Autismus-Spektrum ganz banale Anlässe sein: Der Stuhl im Kindergarten steht auf dem verkehrten Platz, ein anderes Kind spielt mit der geliebten Eisenbahn, die Therapeutin trägt ein neues Parfum oder der Tag beginnt anders als gewohnt. Für uns ist dies oft unbedeutend, wir bemerken diese Veränderung kaum, einen Menschen im Autismus-Spektrum wirft dies jedoch aus dem Konzept.<br />
<br />
!Wichtig zu wissen ist, dass jede Aggression ein Versuch ist, zu kommunizieren!<br />
Es muss hinter das eigentliche Problemverhalten geschaut werden. Wir sollten uns fragen: Was hat sich im Umfeld, zuhause oder im Kindergarten/ in der Schule eventuell verändert? Was könnte Auslöser für das aggressive Verhalten sein?<br />
<br />
Wir unterschätzen im alltäglichen Umgang häufig die ganzheitlichen Ausdrucksweisen und sorgen so für Missverständnisse in der Kommunikation. Auch sollten wir nicht vergessen, dass Menschen im Autismus-Spektrum große Schwierigkeiten in ihrer Wahrnehmungsverarbeitung haben. Ein großer Fehler ist häufig, mit zu vielen Worten und langen Sätzen auf das Kind einzureden. Ein Kind im Autismus-Spektrum kann mit langen Informationen nichts anfangen, es versteht die Sprache nur ausschnittsweise. So entstehen Unsicherheiten und Ängste, dessen Folge nicht selten Aggressionen sind.<br />
<br />
Es ist also sehr wichtig, in der Kommunikation mit Menschen im Autismus-Spektrum auf klare und deutliche Ausdrucksformen zu achten. Überflüssiges sollte nicht ausgesprochen werden. Bewehrt haben sich Signalworte. Wählen Sie kurze, prägnante Signalworte wie „aufräumen“ oder „essen“, anstatt mit langen Erklärungen wie „Wir wollen jetzt aufräumen, da es gleich etwas zu essen gibt…“ auf Ihr Kind einzureden. So gehen Sie sicher, dass Ihr Kind die Information auch verstehen und aufnehmen kann. Außerdem sollten Sie Ihr Kind immer persönlich mit seinem Namen ansprechen, damit für ihn deutlich ist, mit wem Sie überhaupt sprechen.<br />
<br />
Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch verdeutlichen, wie wichtig Sicherheit und Verlässlichkeit für den Menschen im Autismus-Spektrum sind. Wie bereits erwähnt, können Autisten nur schwer mit Veränderungen umgehen. Es überfordert sie, sie können sich nicht anders mitteilen, sie werden aggressiv. Klare Strukturen und Rituale mindern potentielles Aggressionsverhalten. Eltern, Erzieher, Lehrer und andere Bezugspersonen müssen kongruent und verlässlich sein. Und auch die Tagesstruktur muss verlässlich und berechenbar sein, um Sicherheit zu geben.<br />
<br />
So schaffen Sie entspannte Situationen, in denen Auslöser für das aggressive Verhalten vermindert und in denen Überforderungen vermieden werden können.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Autismus Aggression<br />
Kinder im Autismus-Spektrum zeigen häufig fremd- oder autoaggressive Verhaltensweisen. Was steckt dahinter und kann man dagegen tun?<br />
<br />
Eltern von Kindern im Autismus-Spektrum sind sehr häufig einer großen Belastung ausgesetzt. Da die Behinderung auf den ersten Blick nicht sichtbar ist, wirken die Kinder für Außenstehende oft unerzogen. Eltern müssen böse Blicke und Kommentare ertragen, sie fühlen sich unverstanden.<br />
<br />
Hinzu kommen häufig Probleme durch aggressives Verhalten ihres Kindes. Ihr Kind verletzt sich selbst oder schlägt andere Kinder, im Kindergarten oder in der Schule gibt es immer wieder Situationen, in denen ihr Kind ohne zunächst erkennbaren Grund „ausrastet“. Eltern fragen sich verzweifelt, wodurch diese Gewalttätigkeit ausgelöst wird.<br />
<br />
Hilfe! Mein Kind ist aggressiv!<br />
Kinder im Autismus-Spektrum zeigen häufig fremd- oder autoaggressive Verhaltensweisen. Fremdaggressive Verhaltensweisen wie kratzen, beißen, treten, kneifen, schlagen, schubsen, an den Haaren ziehen, richten sich gegen andere Personen, während Autoaggressionen gegen sich selbst gerichtet sind. Hierzu zählen: sich selbst beißen und schlagen, den Kopf gegen die Wand oder auf den Boden schlagen, sich selbst gegen den Kopf schlagen, sich selbst in den Haaren ziehen oder diese ausreißen. Zudem gibt es noch sachaggressive Verhaltensweisen, bei denen beispielsweise Bekleidung zerrissen wird, gegen Möbel oder Mobiliar getreten oder Geschirr zerschlagen wird.<br />
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Oft verhält sich das Kind für uns ohne erkennbaren Grund aggressiv. Auslöser können bei Menschen im Autismus-Spektrum ganz banale Anlässe sein: Der Stuhl im Kindergarten steht auf dem verkehrten Platz, ein anderes Kind spielt mit der geliebten Eisenbahn, die Therapeutin trägt ein neues Parfum oder der Tag beginnt anders als gewohnt. Für uns ist dies oft unbedeutend, wir bemerken diese Veränderung kaum, einen Menschen im Autismus-Spektrum wirft dies jedoch aus dem Konzept.<br />
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!Wichtig zu wissen ist, dass jede Aggression ein Versuch ist, zu kommunizieren!<br />
Es muss hinter das eigentliche Problemverhalten geschaut werden. Wir sollten uns fragen: Was hat sich im Umfeld, zuhause oder im Kindergarten/ in der Schule eventuell verändert? Was könnte Auslöser für das aggressive Verhalten sein?<br />
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Wir unterschätzen im alltäglichen Umgang häufig die ganzheitlichen Ausdrucksweisen und sorgen so für Missverständnisse in der Kommunikation. Auch sollten wir nicht vergessen, dass Menschen im Autismus-Spektrum große Schwierigkeiten in ihrer Wahrnehmungsverarbeitung haben. Ein großer Fehler ist häufig, mit zu vielen Worten und langen Sätzen auf das Kind einzureden. Ein Kind im Autismus-Spektrum kann mit langen Informationen nichts anfangen, es versteht die Sprache nur ausschnittsweise. So entstehen Unsicherheiten und Ängste, dessen Folge nicht selten Aggressionen sind.<br />
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Es ist also sehr wichtig, in der Kommunikation mit Menschen im Autismus-Spektrum auf klare und deutliche Ausdrucksformen zu achten. Überflüssiges sollte nicht ausgesprochen werden. Bewehrt haben sich Signalworte. Wählen Sie kurze, prägnante Signalworte wie „aufräumen“ oder „essen“, anstatt mit langen Erklärungen wie „Wir wollen jetzt aufräumen, da es gleich etwas zu essen gibt…“ auf Ihr Kind einzureden. So gehen Sie sicher, dass Ihr Kind die Information auch verstehen und aufnehmen kann. Außerdem sollten Sie Ihr Kind immer persönlich mit seinem Namen ansprechen, damit für ihn deutlich ist, mit wem Sie überhaupt sprechen.<br />
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Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch verdeutlichen, wie wichtig Sicherheit und Verlässlichkeit für den Menschen im Autismus-Spektrum sind. Wie bereits erwähnt, können Autisten nur schwer mit Veränderungen umgehen. Es überfordert sie, sie können sich nicht anders mitteilen, sie werden aggressiv. Klare Strukturen und Rituale mindern potentielles Aggressionsverhalten. Eltern, Erzieher, Lehrer und andere Bezugspersonen müssen kongruent und verlässlich sein. Und auch die Tagesstruktur muss verlässlich und berechenbar sein, um Sicherheit zu geben.<br />
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So schaffen Sie entspannte Situationen, in denen Auslöser für das aggressive Verhalten vermindert und in denen Überforderungen vermieden werden können.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Autismus - Eine besondere Art zu leben]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=210</link>
			<pubDate>Fri, 04 Nov 2022 20:57:00 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=210</guid>
			<description><![CDATA[Autismus - Eine besondere Art zu leben<br />
<br />
Wenn ihr im Lexikon nachschlagt, was Autismus ist, werdet ihr eine medizinische Erklärung finden, mit der ihr wahrscheinlich wenig anfangen könnt. Dort wird Autismus als "angeborene tiefgreifende Entwicklungsstörung" bezeichnet. Viele mehr oder weniger schlaue Köpfe haben versucht, eine eindeutige Definition für Autismus zu finden. Aber was können wir uns darunter nun eigentlich vorstellen und was bedeutet es für Menschen, mit Autismus zu leben? Hier könnt ihr einige Beispiele aus dem Leben von Autisten kennenlernen. Denn Autismus ist keine "Theorie", sondern eine besondere Art und Weise zu leben und seine Umwelt wahrzunehmen.<br />
<br />
Es gibt nicht den Autisten oder die Autistin. Jeder unterscheidet sich vom anderen, so wie auch jeder Nicht-Autist sich von seinen Mitmenschen unterscheidet. In der Vergangenheit wurden Menschen mit Autismus in mehrere Typen eingeteilt: in so genannte "Kanner-", "Asperger-" und "atypische" Autisten. Da sich viele Besonderheiten und Probleme von Menschen mit Autismus überschneiden und nicht voneinander abzugrenzen sind, spricht man inzwischen meist von einem "Autismus-Spektrum" - damit ist ein einziger großer Bereich zum Thema Autismus gemeint.<br />
<br />
Es gibt aber auch viele Unterschiede, so dass eine einzige gültige Definition für alle Autisten nahezu unmöglich ist. Abgeleitet wird das Wort "Autismus" vom griechischen "autos", das "selbst" bedeutet. Damit soll ausgedrückt werden, dass ein Autist sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Manche Autisten ziehen sich tatsächlich oft zurück. Manchmal scheint es aber auch nur so, als ob ein Autist keinen Kontakt zu anderen haben möchte und eigentlich wünscht er sich Freunde, mit denen er etwas unternehmen kann.<br />
<br />
Aber was ist denn nun eigentlich anders bei Menschen mit Autismus?<br />
<br />
Eine veränderte Wahrnehmung<br />
Puzzleteile werden international als Symbol für Autismus verwendet. Eine mögliche Deutung dafür ist, dass viele verschiedene Dinge beachtet werden müssen, um Autismus zu erklären. Eine andere ist, dass Autisten vieles im Umgang mit anderen oder bei ihrer Art der Wahrnehmung nach und nach dazulernen können, um im Alltag besser zurechtzukommen.<br />
<br />
Autisten haben eine veränderte Wahrnehmung. Das bedeutet, dass bei Menschen mit Autismus die Sinneseindrücke zu stark, zu schwach oder verzögert auftreten. Sie sehen, riechen, hören, schmecken oder fühlen eventuell anders, als das normalerweise der Fall ist. Das kann zum Beispiel dazu führen, dass man bei bestimmten Geräuschen Schmerzen im Ohr hat. Stellt euch vor, jemand würde euch ständig mit einer Trillerpfeiffe ins Ohr pusten. Einem Autisten geht es manchmal ähnlich, wenn viele Menschen gleichzeitig miteinander sprechen, wenn er einen Hubschrauber hört oder vielleicht auch, wenn die Kirchenglocken läuten. Es kommt dabei gar nicht unbedingt auf die Lautstärke, sondern auf die Art und die Tonhöhe des Geräusches an.<br />
<br />
Autisten fehlt häufig auch der so genannte "Partyfilter", den andere Menschen haben: Stellt euch vor, ihr seid auf einem Fest oder einer Party und unterhaltet euch mit jemandem. Um den anderen verstehen zu können, müsst ihr die laute Musik, die anderen sprechenden Personen im Raum und alle Geräusche in den Hintergrund verbannen, um euch auf das Gesprochene konzentrieren zu können, das ihr verstehen wollt. Autisten können das häufig nicht, denn alles ist und bleibt gleich laut und das nicht nur auf einer Party, sondern auch im normalen Alltag: im Straßenverkehr, im Klassenzimmer, in der Sporthalle und so weiter. Dann kommt es zu einem so genannten "Overload" (aus dem Englischen übersetzt heißt es Überladung oder Überlastung). Es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass das sehr anstrengend ist und für die Ohren schmerzhaft sein kann. Das Video unter diesem Artikel vermittelt euch einen Eindruck davon, was das für Autisten bedeuten kann.<br />
<br />
Unterschiede bei der Wahrnehmung gibt es auch beim Empfinden von heiß und kalt. Manche Autisten fühlen etwas Heißes erst nach längerer Zeit, so dass sie kein Schmerz vor Verletzungen warnt. Auch normale Berührungen können für Autisten unangenehm sein, so dass ein freundschaftlich gemeintes Umarmen für einen Menschen mit Autismus unerträglich ist. Es kann auch sein, dass die autistische Wahrnehmung es unmöglich macht, einen bestimmten Geruch auszuhalten. Manche Autisten können bestimmte Lebensmittel nicht essen, weil der Geschmack für sie extrem scharf oder bitter ist, obwohl das Lebensmittel dafür üblicherweise nicht bekannt ist.<br />
<br />
Bei einigen Menschen mit Autismus vermischen sich verschiedene Wahrnehmungsbereiche, so dass sie zum Beispiel Erdbeergeschmack auf der Zunge haben, wenn sie die Zahl "5" sehen oder vielleicht Musik hören, wenn sie das Wort "Marmelade" lesen - oder warme Haut bekommen, wenn sie die Farbe "Grün" sehen. Das sind nur mögliche Beispiele, die man unzählig fortführen könnte. Man nennt diese Art der Wahrnehmung "Synästhesie". Dieses Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet, dass etwas "zugleich wahrgenommen" wird.<br />
Ein für uns ungewohntes Verhalten<br />
<br />
All diese unterschiedlichen Arten der Wahrnehmung führen zu einem Verhalten, das möglicherweise auf uns befremdlich wirkt und von dem, was für uns normal ist, abweicht. So wirft sich vielleicht ein autistisches Kind schreiend auf den Boden, weil es versucht, ein anderes Geräusch, das ihm im Ohr Schmerzen bereitet, zu übertönen. Oder ein Mensch mit Autismus läuft aufgeregt davon, um sich vor einer Menschenmenge, die ihn berühren könnte, in Sicherheit zu bringen. Es könnte auch sein, dass ein Geruch als extrem unangenehm wahrgenommen wird und ein autistischer Mensch auf Abstand geht. Das wird vielleicht als Unhöflichkeit bewertet, obwohl es eine Reaktion ist, die andere Menschen auch zeigen würden, wenn zum Beispiel ein Kuhfladen vor ihren Füßen landet.<br />
<br />
Wichtig dabei ist zu wissen, dass Autisten sich niemals so verhalten, weil sie andere ärgern, unhöflich behandeln oder ihnen sogar schaden wollen. Im Gegenteil: Sie versuchen, in unserer gemeinsamen Welt mit ihren vielen Geräuschen, Gerüchen und Menschen klarzukommen. Allerdings gelingt das nicht immer und daher habt ihr vielleicht auch schon einmal gesehen, dass sich ein Autist auffällig und ungewöhnlich verhält. Wichtig ist, dass nicht jeder Autist alle diese Besonderheiten in der Wahrnehmung hat und diese auch nicht gleich stark ausgeprägt sind. Manche haben vielleicht nur mit Geräuschen Probleme, andere wiederum mit Gerüchen, wiederum andere mit mehreren Wahrnehmungsarten zugleich. Wie schon am Anfang beschrieben, ist jeder Autist anders, so wie auch alle anderen Menschen verschieden sind.<br />
<br />
Mitfühlend wie andere Menschen auch<br />
<br />
Autisten können Gesichtsaudrücke anderer Menschen nicht unbedingt deuten und müssen erst lernen, traurige, fröhliche, erstaunte oder wütende Gesichter zu erkennen. Dies führt oft zu Missverständnissen.<br />
Autisten wird manchmal nachgesagt, sie könnten sich kaum in andere Menschen einfühlen oder wären sogar gleichgültig gegenüber den Gefühlen anderer. Das stimmt aber nicht, nur führt die Art der Wahrnehmung autistischer Menschen oft zu Missverständnissen. Viele Autisten können Gesichtsaudrücke anderer Menschen nicht deuten. Das heißt, dass sie nicht erkennen, ob jemand ein verschmitztes Grinsen auf den Lippen hat, wütend schaut oder ein trauriges Gesicht macht.<br />
<br />
Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass es zu einigen missverständlichen Situationen kommen kann, wenn jemand weint und traurig ist und ein Mensch mit Autismus dies nicht erkennt und nicht beachtet oder sogar lacht. Das liegt nicht daran, dass der Autist nicht versteht, warum jemand traurig ist. Ein Autist kennt - wie andere auch - unterschiedliche Stimmungen und Gefühle und kann genauso mitfühlend sein wie andere Menschen, er kann die Stimmung anderer nur nicht automatisch am Gesichtsausdruck ablesen. Manche Menschen mit Autismus lernen die Mimik anderer Menschen daher wie Vokabeln auswendig: Sie haben Karten mit fotografierten Gesichtern, die zum Beispiel traurig, glücklich oder ängstlich schauen und lernen, welcher Gesichtsausdruck was bedeutet.<br />
<br />
Es fällt manchen Autisten auch schwer, anderen Menschen länger in die Augen zu sehen. Der direkte Blickkontakt ist anstrengend und unangenehm für sie, weil Gesichter ständig in Bewegung sind und sich verändern. Da sie sich bereits darauf konzentrieren müssen, die Worte in einem Gespräch richtig zu deuten, sehen Autisten andere oft nur flüchtig an oder gucken sogar konsequent an ihren Mitmenschen vorbei. Das ist nicht unhöflich gemeint und soll auch nicht ausdrücken, dass der- oder diejenige kein Interesse am anderen hat. Die 14-jährige Autistin Hanna sagt: "Ich gucke immer im Raum herum, wenn ich mit anderen spreche, aber ich spreche trotzdem mit ihnen. Manchmal versuche ich dann doch mal hinzugucken, aber das ist anstrengend."<br />
<br />
Wenn der Körper nicht so will wie der Kopf<br />
<br />
Viele Autisten haben Schwierigkeiten bei Bewegungsabläufen und können zum Beispiel Aufgaben wie das Zubinden der Schuhe, die uns selbstverständlich erscheinen, oft nicht ohne Hilfe bewältigen.<br />
Äußerlich kann man den Autismus nicht sehen - Autisten sehen aus wie andere Menschen eben auch. Aber vielleicht habt ihr schon mal einen autistischen Mitschüler gesehen, der irgendwie komisch läuft. Vielleicht stellt sie oder er sich auch beim Ballfangen ungeschickt an, lässt häufig Gegenstände fallen oder hat Schwierigkeiten, einen Stift beim Schreiben gut zu halten. Dafür können Autisten natürlich nichts. Es fällt ihnen manchmal schwer, ihre Bewegungen zu kontrollieren. Vielleicht wollt ihr selbst mal ausprobieren, wie es ist, wenn bei der Wahrnehmung und bei Bewegungsabläufen manches nicht so funktioniert, wie man das gerne will. Hier ein paar Vorschläge:<br />
Leiht euch ein Fernglas aus und haltet es euch verkehrt herum vor die Augen. Dann versucht, mit der anderen Hand ein Glas mit Wasser einzuschenken.<br />
<br />
Nehmt einen kleinen Spiegel und haltet ihn fast senkrecht hinter ein Blatt Papier, das auf dem Tisch liegt und auf das eine verschlungene Linie gemalt ist. Dann versucht mit einem Stift, diese Linie nachzumalen. Dabei aber nicht direkt auf das Blatt gucken, sondern nur auf das Spiegelbild.<br />
Damit man nicht so leicht schummeln kann, könnte jemand ein Stück Pappe zwischen dein Gesicht und die malende Hand halten.<br />
Versucht mal mit Boxhandschuhen eure Schuhe zuzubinden.<br />
Stellt drei Radios mit drei verschiedenen Programmen in gleicher Lautstärke nebeneinander. Dann versucht, euch auf eine der drei Sendungen zu konzentrieren und den Inhalt anschließend zu erzählen. Das kann man auch mit drei Freunden versuchen.<br />
Alltägliches und der Wunsch nach Ordnung<br />
<br />
Struktur und Ordnung sind im Leben von Autisten besonders wichtig. <br />
<br />
Hier hat ein kleiner Junge seine Spielsachen sorgfältig sortiert und aufgereiht - eine Handlung, die man bei autistischen Kindern häufig beobachtet.<br />
Die Besonderheiten bei der Wahrnehmung bringen Unordnung, Chaos und Unsicherheit ins Leben. Ihr könnt euch jetzt sicher gut vorstellen, dass es für Autisten manchmal sehr schwer ist, sich gut und lange auf etwas zu konzentrieren. Sie brauchen eine möglichst gleichbleibende und bekannte Umgebung, in der sie nicht durch Geräusche, Gerüche und anderes abgelenkt werden. Sehr viele Menschen mit Autismus konzentrieren sich auch gerne auf Einzelheiten, verlieren dann aber leicht den Überblick über das große Ganze. Daher brauchen sie Struktur und Ordnung in ihrem Leben.<br />
Das bedeutet zum Beispiel, dass Möbel in Zimmern an festen Plätzen stehen und dort auch bleiben sollen. Es kann auch bedeuten, dass jeder Tag nach dem gleichen Muster ablaufen muss: zur gleichen Zeit aufstehen, essen, Hobbys nachgehen, Fernsehen schauen und wieder ins Bett gehen. Oder es kann heißen, dass an bestimmten Tagen oder auch mehrere Tage hintereinander immer dieselben Dinge gegessen werden. Diese Gewohnheiten sind sehr verschieden und dienen dazu, Struktur, Ordnung und damit Sicherheit ins Leben zu bringen.<br />
<br />
Wenn Veränderungen im Tagesablauf zu erwarten sind, sollte man mit einem Autisten darüber vorher sprechen, damit er nicht überrumpelt wird und sich darauf einstellen kann. So kann es einen Mitschüler mit Autismus zum Beispiel sehr durcheinander bringen, wenn Schulstunden verschoben werden oder ausfallen, plötzlich ein anderer Lehrer in die Klasse kommt oder Plätze vertauscht werden. Auch Klassenfahrten können möglicherweise eine große Herausforderung für Kinder mit Autismus sein, da der Tagesablauf und die Umgebung eine andere sind. Manche Autisten haben einen Schulbegleiter, der sie bei all diesen Aufgaben unterstützt und hilft, Probleme zu lösen. Hanna sagt: "Die Lautstärke in der Schule ist manchmal ganz schlimm für mich. Ich kann die vielen Stimmen nicht unterscheiden und höre den Lehrer nicht mehr. Es ist dann nur noch Schmerz in meinem Kopf." Ihre Schulbegleiterin darf dann mit ihr das Klassenzimmer verlassen und manche Aufgaben in einem anderen, ruhigeren Zimmer lösen.<br />
<br />
Manchmal verfallen Autisten in so genannte "Stereotypien" (aus dem Griechischen übersetzt bedeutet "stereo" haltbar oder fest). <br />
Damit ist ein Verhalten gemeint, das sich ständig wiederholt, also starr und festgelegt ist. Zum Beispiel wippen sie ständig mit dem Körper vor und zurück, drehen einen Strohhalm immer und immer wieder, laufen im Raum auf und ab, wackeln mit dem Kopf oder lecken etwas wiederholt ab. Das wirkt auf andere vielleicht komisch und sie erkennen keinen Sinn dahinter, aber Menschen mit Autismus tun das, um sich selbst durch eine gleichbleibende Handlung zu beruhigen und sich von dem, was sie um sich herum als Chaos empfinden, abzugrenzen. Sie finden in den immer wiederkehrenden Bewegungen und Tätigkeiten Sicherheit und verhindern damit, dass sie einen "Overload" bekommen.<br />
<br />
Ein anderes Verständnis von Sprache<br />
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Autisten sagen meist direkt, offen und deutlich, was sie denken oder wollen und verstehen das, was gesagt wird, wörtlich. Dadurch gibt es manchmal Missverständnisse, wenn wir Sprichwörter, Redewendungen oder ironische Ausdrücke benutzen, die etwas anderes sagen als das Gemeinte.<br />
Autisten verstehen das, was gesagt wird, meist wörtlich. Dadurch gibt es manchmal Missverständnisse, wenn wir Sprichwörter, Redewendungen oder ironische Ausdrücke benutzen, die etwas anderes sagen als das Gemeinte. So kann ein Autist nur schwer oder gar nicht nachvollziehen, warum man nach einem Sturz mit dem Fahrrad zum Beispiel sagt: "Na toll! Das ist ja super!"<br />
Natürlich meinen wir in dem Moment eigentlich genau das Gegenteil. Aber Autisten nehmen das Gesagte wörtlich und erkennen nicht unbedingt, wenn etwas ironisch oder bildlich gemeint ist. Vielleicht habt ihr schon einmal zu jemandem gesagt: "Hast du noch alle Tassen im Schrank!?" Dabei wollt ihr natürlich nicht wissen, ob im Küchenschrank desjenigen alle Tassen vollständig sind, sondern ihr wolltet ihm mitteilen, dass er nochmal über das nachdenken sollte, was er gerade gesagt oder getan hat. Ein Autist versteht diese Redewendung möglicherweise wörtlich oder kann zumindest nicht deuten, wie dieser Satz gemeint ist.<br />
<br />
Natürlich können wir es ihm erklären, aber solche Floskeln sind für ihn nicht automatisch verständlich. Meist verwenden wir solche Sätze im Alltag, ohne weiter darüber nachzudenken. "Hast du Tomaten auf den Augen?" ist ein weiteres Beispiel, euch fallen bestimmt noch andere ein. Umgekehrt benutzen Menschen mit Autismus eine eindeutige und unmissverständliche Sprache. Sie sagen direkt und offen, was sie meinen.<br />
<br />
Wie unterhält man sich mit einem Autisten?<br />
<br />
Es gibt Autisten, die überhaupt nicht, wenig oder sogar viel sprechen. Unterhalten kann man sich mit ihnen allen, denn es gibt viele Möglichkeiten, sich auszutauschen - zum Beispiel über Zeichen- und Gebärdensprache.<br />
Es gibt Autisten, die überhaupt nicht, wenig oder sogar viel sprechen. Unterhalten kann man sich mit allen. Denn wenn ein Mensch nicht spricht, heißt das nicht, dass er nichts zu sagen hat oder es nicht möchte. Es gibt viele Möglichkeiten, sich mit autistischen Menschen auszutauschen.<br />
Menschen mit Autismus, die keine Lautsprache haben, teilen sich zum Beispiel über Gebärdensprache mit, oder indem sie auf Buchstabentafeln und Computern schreiben. Manche wählen auch mit Hilfe unterschiedlicher Bild- oder Wortkarten aus, was sie tun oder haben möchten. Wege zu finden, über die man sich austauschen, miteinander sprechen, Wünsche und Gedanken vermitteln kann, ist für nicht-sprechende Autisten besonders wichtig. Denn wenn diese Wege nicht gefunden werden, sind sie verständlicherweise frustriert, weil sie nicht verstanden werden, sich nicht mitteilen können und zum Beispiel niemand erkennt, dass sie Schmerzen haben, etwas brauchen oder sich etwas wünschen. Daniel schreibt auf einer Buchstabentafel: "Das Reden will raus und ich fühle immer wieder, wie es in mir eingeschlossen bleibt. Es ist gut zu schreiben."<br />
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Es gibt auch Autisten, die sehr viel oder auch ganz normal sprechen, manchmal aber trotzdem auffallen, weil sie für uns ungewohnte Worte und Formulierungen wählen oder besonders deutlich und höflich sprechen. Vielleicht hört sich das dann für unsere Ohren komisch oder sogar lustig an, wenn jemand sagt: "Ich möchte mich jetzt sehr gerne von diesem Stuhl auf das Sofa dort drüben setzen, bitte." Denkt doch mal darüber nach, ob ihr jemanden kennt, der manchmal genau wegen solcher Sätze ausgelacht wird.<br />
Wir hatten schon das Thema, dass Menschen mit Autismus viel Struktur in ihrem Leben brauchen. Dies zeigt sich auch in der Sprache: Sie wird sehr deutlich, gut überlegt und genau verwendet. Für uns, die wir oft schnell etwas loswerden wollen, klingt das dann möglicherweise umständlich und gestelzt, oberschlau, fremd und manchmal sogar zu direkt. Darüber zu lachen ist nicht der richtige Weg, denn das führt dazu, dass Menschen mit Autismus noch mehr ausgegrenzt werden. Vielleicht kann man das auch zum Anlass nehmen darüber nachzudenken, was man selbst den ganzen Tag so erzählt. <br />
Das kann sehr interessant und lustig sein.<br />
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Man geht inzwischen davon aus, dass es bei Menschen mit Autismus verhältnismäßig genauso viele Menschen mit einer geistigen Behinderung gibt wie beim Rest der Bevölkerung auch. Auch wenn sie sich manchmal für uns seltsam verhalten und vielleicht auch nicht sprechen, sind Autisten nicht weniger intelligent als alle anderen.<br />
Hier ist es oft erstaunlich und für uns schwer zu verstehen, dass ein Mensch mit Autismus zum Beispiel sehr gut in Mathe oder Englisch oder auch einem anderen Fach ist, aber es nicht schafft, sich allein die Schuhe zuzubinden oder den Schulweg ohne Hilfe mit dem Bus zu bewältigen. Es gibt erwachsene Autisten, die zum Beispiel Physik studieren, sich aber nicht selbstständig ein Brot schmieren können. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, dass es nicht einfach ist, mit diesen Einschränkungen zu leben und dass es auch frustrierend ist, wenn man deshalb ausgelacht oder als dumm bezeichnet wird. Es ist bei den meisten Menschen mit Autismus einfach so, dass sie bei manchen alltäglichen Dingen immer auf Hilfe angewiesen sein werden, aber trotzdem normal intelligent sind und auch ein glückliches Leben führen können.<br />
<br />
Manchmal haben Autisten allerdings noch zusätzlich eine Behinderung, die zu anderen Besonderheiten, Problemen oder Beeinträchtigungen führen kann. So haben sie in einigen Fällen zum Beispiel Epilepsie oder bestimmte genetische (also erblich bedingte) Syndrome wie das Rett-Syndrom, das Angelman-Syndrom oder das fragile X-Syndrom. Diese genetischen Erkrankungen äußern sich unterschiedlich und müssten in eigenen Beiträgen genauer beschrieben werden.<br />
<br />
Nicht unbedingt hochbegabt<br />
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Es hält sich das Gerücht, dass alle Autisten irgendetwas ganz besonders gut können und zum Beispiel Genies in Mathe sind. Es gibt wirklich Autisten, auf die das zutrifft, aber das sind Ausnahmen.<br />
Es hält sich auch das Gerücht, dass Autisten irgendetwas ganz besonders gut können, Genies in Mathe sind oder Landkarten und Telefonbücher auswendig lernen. Es gibt wirklich Autisten, auf die das zutrifft, aber das sind Ausnahmen. Sie zählen zu den "Inselbegabten" oder "Savants" (englisch für "Wissende") - so nennt man Menschen mit verschiedenen so genannten Entwicklungsstörungen oder Behinderungen, die in einem speziellen Teilbereich stark überdurchschnittlich talentiert sind.<br />
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Da über ihre besonderen Fähigkeiten im Zusammenhang mit Autismus in den Medien immer wieder berichtet wird und der Film "Rain Man" sehr bekannt ist, in dem ein Autist mit einer Inselbegabung die Hauptrolle spielt, entsteht der Eindruck, dass das typisch für Autisten wäre. Das ist aber nicht der Fall: Menschen mit Autismus haben - wie gesagt - meist eine ganz normale Intelligenz, so wie andere auch. Ebenso wie in der übrigen Bevölkerung gibt es unter ihnen aber auch außergewöhnliche Talente und Hochbegabte. Ein besonderes Talent vieler Autisten ist zum Beispiel damit verbunden, dass sie auf eine andere Art sehen als wir und ihnen deshalb auch andere Sachen auffallen, die Nicht-Autisten oft verborgen bleiben. Es kann eine große Bereicherung für alle Menschen sein, wenn Autisten durch ihren besonderen Blickwinkel Lösungswege finden, die andere nicht erkennen können.<br />
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Autisten und Nicht-Autisten leben in derselben Welt<br />
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Autisten und Nicht-Autisten leben alle in derselben Welt, nur jeder nimmt sie auf seine Art und Weise wahr. Es stimmt auch nicht, dass Autisten im Allgemeinen keinen Kontakt zu anderen Menschen haben wollen. <br />
Manchmal wird gesagt, dass Autisten in einer anderen, eigenen Welt leben. Das vermittelt einen falschen Eindruck, denn natürlich leben wir alle in derselben Welt, nur jeder nimmt sie auf seine Art und Weise wahr. Es stimmt auch nicht, dass Autisten im Allgemeinen keinen Kontakt zu anderen Menschen haben wollen. Vielleicht wirkt es manchmal so, wenn sich ein Mensch mit Autismus oft zurückzieht, überhaupt nicht oder nur wenig spricht. Das muss aber nicht bedeuten, dass er seine Mitschüler oder Mitmenschen nicht mag oder nichts mit ihnen zu tun haben möchte.<br />
Um Missverständnissen vorzubeugen, wäre es schön, wenn ihr das Gespräch mit jemandem sucht, der "anders" ist und den ihr nicht versteht. Vielleicht ist es manchmal besser, einen Tag abzuwarten und dann zu fragen, wie ein Satz oder ein bestimmtes Verhalten gemeint war, das ihr nicht verstehen konntet. Der zwölfjährige Autist Peter sagt: "Mein größter Wunsch ist, dass mich mal jemand fragt, ob wir was zusammen machen wollen. Ich selbst traue mich nicht mehr, weil viele über mich lachen."<br />
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Wie entsteht Autismus?<br />
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Man geht davon aus, dass bei Autisten Informationen im Gehirn anders verarbeitet werden als bei anderen Menschen. Hier sieht man, dass bei einer Bewegungsaufgabe bei Autisten andere Hirnregionen genutzt werden (gelb markiert) als bei anderen Testpersonen (blau). <br />
Vor einigen Jahren ging man noch davon aus, dass Autismus sehr selten vorkommen würde. Heute spricht man davon, dass etwa vier bis sieben von 1.000 Menschen Autisten sind. Man ist sich nicht darüber einig, ob die Anzahl der Autisten zugenommen hat oder ob Ärzte und Therapeuten inzwischen besser über Autismus informiert sind und diesen daher häufiger erkennen.<br />
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Früher dachte man, dass Menschen mit Autismus schlecht erzogen worden wären oder gefühlskalte Mütter hätten. Mittlerweile weiß man, dass das Unsinn ist und die Ursachen für die veränderte Wahrnehmung ganz woanders liegen. Man geht davon aus, dass es verschiedene Gründe gibt, die zusammenkommen müssen, damit sich ein so genanntes autistisches Syndrom entwickelt. Vermutlich spielt eine bestimmte Veränderung bei den Erbanlagen eines Menschen (man spricht von der "genetischen Disposition") eine Rolle. Dafür spricht eventuell, dass etwa vier mal so viele Jungen von Autismus betroffen sind wie Mädchen. Das alleine führt aber noch nicht automatisch zum Autismus. Dafür sind noch weitere Einflüsse nötig, über die sich die Mediziner im Einzelnen noch nicht einig sind.<br />
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Manche sind der Auffassung, dass die zunehmende Vergiftung der Umwelt und damit der Lebensmittel und der Luft eine Rolle spielen. Andere machen Entzündungen im Körper, von denen man nicht immer selbst etwas bemerkt, für das Auftreten von Autismus verantwortlich. Auch manche Impfungen oder Darmerkrankungen stehen im Verdacht, Autismus auslösen oder begünstigen zu können. Wiederum andere Wissenschaftler beschreiben bei Autisten veränderte neurologische (die Nerven betreffende) Verknüpfungen im Gehirn. Das bedeutet, dass manche Informationen im Gehirn von Autisten anders verarbeitet werden, sozusagen andere Wege gehen und sich nicht in der gleichen Art und Weise miteinander verbinden, wie das bei anderen Menschen der Fall ist. Das könnte unter anderem der Grund dafür sein, dass Menschen mit Autismus anders und "synästhetisch" wahrnehmen.<br />
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Autismus ist keine Krankheit<br />
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Man erkennt Autismus nicht äußerlich. Bei manchen fällt er schon sehr früh im Alter zwischen einem und drei Jahren auf, bei anderen bemerkt man autistische Verhaltensweisen erst während der Schulzeit.<br />
Menschen mit Autismus sind nicht krank. Ihr wisst jetzt, dass sie die Dinge in unserer Welt anders wahrnehmen als ihre Mitmenschen. Bei manchen Autisten fällt das schon sehr früh im Alter zwischen einem und drei Jahren auf, bei anderen bemerkt man autistische Verhaltensweisen erst später während der Schulzeit. Man kann dieses Anderssein nicht heilen und viele Autisten, die sich darüber Gedanken machen, wollen das auch gar nicht, weil der Autismus ein Teil ihrer Persönlichkeit ist. Wenn sie keine Autisten mehr wären, dann wären sie nicht mehr dieselben Menschen.<br />
Trotzdem kann und sollte man dort, wo Schwierigkeiten auftreten, Hilfestellungen bieten. Autisten nehmen diese Unterstützung auch gerne an, weil sie sonst viele Dinge in ihrem Alltag nicht schaffen würden oder überfordert wären. Manche lernen in Therapien, mit alltäglichen Situationen wie Einkaufen, Busfahren, Gespräche führen, Zähneputzen und so weiter zurecht zu kommen. Sie wollen möglichst selbstständig werden und nicht immer Angst vor "Overloads", plötzlichen Berührungen und Veränderungen haben. <br />
Auch möchten sie, dass sie von anderen verstanden werden und umgekehrt besser verstehen, was in ihren Mitmenschen vorgeht. Dabei können bestimmte Strukturen und Gruppenübungen helfen, bei denen man zum Beispiel lernt, das Gesagte der anderen und deren Mimik richtig zu deuten.<br />
Einige Autisten brauchen ein Leben lang Hilfe und Unterstützung, können aber trotzdem ein sehr glückliches Leben führen. Wichtig ist, dass man sie dabei nicht wie kranke Menschen behandelt, sondern ihnen mit Freundlichkeit, Verständnis und Respekt begegnet.<br />
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Auch Autisten haben gerne Freunde<br />
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Autisten ziehen sich häufig zurück, weil es Missverständnisse gibt oder Situationen sie aufgrund ihrer anderen Wahrnehmung überfordern. Doch auch sie wünschen sich Kontakt zu anderen Menschen und haben gerne Freunde. <br />
Autisten haben häufig nur sehr wenige Freunde. Viele denken, dass Autisten grundsätzlich lieber allein sein wollen, weil sie sich oft zurückziehen. In Wirklichkeit passiert dieser Rückzug aber meistens, weil es Missverständnisse gibt oder Situationen sie aufgrund ihrer anderen Wahrnehmung überfordern. Autisten freuen sich und sind traurig wie alle anderen auch, sie zeigen es nur anders oder manchmal auch gar nicht.<br />
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Menschen mit Autismus brauchen und wollen kein Mitleid, sondern wünschen sich, dass sie in ihrem Anderssein akzeptiert werden. So wie sie versuchen, in unserer lauten und schnellen Welt zurechtzukommen, wäre es schön, wenn sich ihre Mitmenschen bemühen, sie zu verstehen und kennenzulernen. Es kann sehr spannend sein, sich auf eine andere Form der Kommunikation einzulassen, zum Beispiel die Gebärdensprache zu lernen oder sich per iPad oder Talker mit seinem Gegenüber zu unterhalten - oder auch die eigene Art zu sprechen zu hinterfragen. Die daraus entstehenden neuen Sichtweisen auf viele Dinge in der Welt bereichern unser aller Leben und machen es bunter. Denn wir sind alle anders und gleichberechtigt, egal ob Autist oder nicht.<br />
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Jeder Mensch ist anders - und jeder Autist ist anders<br />
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Wir alle sind einzigartig, auch auch jeder Autist unterscheidet sich von anderen. Im Austausch mit autistischen Menschen eröffnen sich genauso Nicht-Autisten ganz neue Sichtweisen auf viele Dinge in der Welt, die unser aller Leben bereichern und es bunter machen.<br />
Allen Autisten gemeinsam ist also eine mehr oder weniger andere Wahrnehmung, die meist zur Folge hat, dass sie sich anders verhalten und mitteilen. Dies führt oft zu Missverständnissen auf beiden Seiten, die man am besten klären kann, wenn man versucht, mit dem anderen zu sprechen und nachzufragen, warum etwas in einer bestimmten Art und Weise ist, warum etwas gesagt oder getan wurde und wie man sich vielleicht helfen kann. Wenn der Autist selbst nicht spricht, ist meist ein Elternteil oder ein Betreuer dabei, den man jederzeit freundlich fragen kann.<br />
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Wichtig ist noch einmal zu betonen, dass die hier beschriebenen Verhaltensweisen nicht immer und nicht auf alle Autisten zutreffen.<br />
 Außerdem sind es nur Beispiele, die noch zahlreich mit den Erfahrungen von Menschen mit Autismus ergänzt werden könnten. Vielleicht liest hier auch der ein oder andere Autist mit und denkt: "Warum wurde nicht noch dies oder jenes geschrieben?", "Ich habe noch ein wichtiges Beispiel" oder "Mir geht es manchmal so und so". Dann scheut euch nicht, es in den Kommentaren anzumerken oder an die Redaktion zu schreiben. Man könnte eure Erfahrungen in einem weiteren Beitrag ergänzen - und wahrscheinlich auch ein dickes Buch darüber schreiben. :-)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Autismus - Eine besondere Art zu leben<br />
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Wenn ihr im Lexikon nachschlagt, was Autismus ist, werdet ihr eine medizinische Erklärung finden, mit der ihr wahrscheinlich wenig anfangen könnt. Dort wird Autismus als "angeborene tiefgreifende Entwicklungsstörung" bezeichnet. Viele mehr oder weniger schlaue Köpfe haben versucht, eine eindeutige Definition für Autismus zu finden. Aber was können wir uns darunter nun eigentlich vorstellen und was bedeutet es für Menschen, mit Autismus zu leben? Hier könnt ihr einige Beispiele aus dem Leben von Autisten kennenlernen. Denn Autismus ist keine "Theorie", sondern eine besondere Art und Weise zu leben und seine Umwelt wahrzunehmen.<br />
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Es gibt nicht den Autisten oder die Autistin. Jeder unterscheidet sich vom anderen, so wie auch jeder Nicht-Autist sich von seinen Mitmenschen unterscheidet. In der Vergangenheit wurden Menschen mit Autismus in mehrere Typen eingeteilt: in so genannte "Kanner-", "Asperger-" und "atypische" Autisten. Da sich viele Besonderheiten und Probleme von Menschen mit Autismus überschneiden und nicht voneinander abzugrenzen sind, spricht man inzwischen meist von einem "Autismus-Spektrum" - damit ist ein einziger großer Bereich zum Thema Autismus gemeint.<br />
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Es gibt aber auch viele Unterschiede, so dass eine einzige gültige Definition für alle Autisten nahezu unmöglich ist. Abgeleitet wird das Wort "Autismus" vom griechischen "autos", das "selbst" bedeutet. Damit soll ausgedrückt werden, dass ein Autist sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Manche Autisten ziehen sich tatsächlich oft zurück. Manchmal scheint es aber auch nur so, als ob ein Autist keinen Kontakt zu anderen haben möchte und eigentlich wünscht er sich Freunde, mit denen er etwas unternehmen kann.<br />
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Aber was ist denn nun eigentlich anders bei Menschen mit Autismus?<br />
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Eine veränderte Wahrnehmung<br />
Puzzleteile werden international als Symbol für Autismus verwendet. Eine mögliche Deutung dafür ist, dass viele verschiedene Dinge beachtet werden müssen, um Autismus zu erklären. Eine andere ist, dass Autisten vieles im Umgang mit anderen oder bei ihrer Art der Wahrnehmung nach und nach dazulernen können, um im Alltag besser zurechtzukommen.<br />
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Autisten haben eine veränderte Wahrnehmung. Das bedeutet, dass bei Menschen mit Autismus die Sinneseindrücke zu stark, zu schwach oder verzögert auftreten. Sie sehen, riechen, hören, schmecken oder fühlen eventuell anders, als das normalerweise der Fall ist. Das kann zum Beispiel dazu führen, dass man bei bestimmten Geräuschen Schmerzen im Ohr hat. Stellt euch vor, jemand würde euch ständig mit einer Trillerpfeiffe ins Ohr pusten. Einem Autisten geht es manchmal ähnlich, wenn viele Menschen gleichzeitig miteinander sprechen, wenn er einen Hubschrauber hört oder vielleicht auch, wenn die Kirchenglocken läuten. Es kommt dabei gar nicht unbedingt auf die Lautstärke, sondern auf die Art und die Tonhöhe des Geräusches an.<br />
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Autisten fehlt häufig auch der so genannte "Partyfilter", den andere Menschen haben: Stellt euch vor, ihr seid auf einem Fest oder einer Party und unterhaltet euch mit jemandem. Um den anderen verstehen zu können, müsst ihr die laute Musik, die anderen sprechenden Personen im Raum und alle Geräusche in den Hintergrund verbannen, um euch auf das Gesprochene konzentrieren zu können, das ihr verstehen wollt. Autisten können das häufig nicht, denn alles ist und bleibt gleich laut und das nicht nur auf einer Party, sondern auch im normalen Alltag: im Straßenverkehr, im Klassenzimmer, in der Sporthalle und so weiter. Dann kommt es zu einem so genannten "Overload" (aus dem Englischen übersetzt heißt es Überladung oder Überlastung). Es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass das sehr anstrengend ist und für die Ohren schmerzhaft sein kann. Das Video unter diesem Artikel vermittelt euch einen Eindruck davon, was das für Autisten bedeuten kann.<br />
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Unterschiede bei der Wahrnehmung gibt es auch beim Empfinden von heiß und kalt. Manche Autisten fühlen etwas Heißes erst nach längerer Zeit, so dass sie kein Schmerz vor Verletzungen warnt. Auch normale Berührungen können für Autisten unangenehm sein, so dass ein freundschaftlich gemeintes Umarmen für einen Menschen mit Autismus unerträglich ist. Es kann auch sein, dass die autistische Wahrnehmung es unmöglich macht, einen bestimmten Geruch auszuhalten. Manche Autisten können bestimmte Lebensmittel nicht essen, weil der Geschmack für sie extrem scharf oder bitter ist, obwohl das Lebensmittel dafür üblicherweise nicht bekannt ist.<br />
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Bei einigen Menschen mit Autismus vermischen sich verschiedene Wahrnehmungsbereiche, so dass sie zum Beispiel Erdbeergeschmack auf der Zunge haben, wenn sie die Zahl "5" sehen oder vielleicht Musik hören, wenn sie das Wort "Marmelade" lesen - oder warme Haut bekommen, wenn sie die Farbe "Grün" sehen. Das sind nur mögliche Beispiele, die man unzählig fortführen könnte. Man nennt diese Art der Wahrnehmung "Synästhesie". Dieses Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet, dass etwas "zugleich wahrgenommen" wird.<br />
Ein für uns ungewohntes Verhalten<br />
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All diese unterschiedlichen Arten der Wahrnehmung führen zu einem Verhalten, das möglicherweise auf uns befremdlich wirkt und von dem, was für uns normal ist, abweicht. So wirft sich vielleicht ein autistisches Kind schreiend auf den Boden, weil es versucht, ein anderes Geräusch, das ihm im Ohr Schmerzen bereitet, zu übertönen. Oder ein Mensch mit Autismus läuft aufgeregt davon, um sich vor einer Menschenmenge, die ihn berühren könnte, in Sicherheit zu bringen. Es könnte auch sein, dass ein Geruch als extrem unangenehm wahrgenommen wird und ein autistischer Mensch auf Abstand geht. Das wird vielleicht als Unhöflichkeit bewertet, obwohl es eine Reaktion ist, die andere Menschen auch zeigen würden, wenn zum Beispiel ein Kuhfladen vor ihren Füßen landet.<br />
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Wichtig dabei ist zu wissen, dass Autisten sich niemals so verhalten, weil sie andere ärgern, unhöflich behandeln oder ihnen sogar schaden wollen. Im Gegenteil: Sie versuchen, in unserer gemeinsamen Welt mit ihren vielen Geräuschen, Gerüchen und Menschen klarzukommen. Allerdings gelingt das nicht immer und daher habt ihr vielleicht auch schon einmal gesehen, dass sich ein Autist auffällig und ungewöhnlich verhält. Wichtig ist, dass nicht jeder Autist alle diese Besonderheiten in der Wahrnehmung hat und diese auch nicht gleich stark ausgeprägt sind. Manche haben vielleicht nur mit Geräuschen Probleme, andere wiederum mit Gerüchen, wiederum andere mit mehreren Wahrnehmungsarten zugleich. Wie schon am Anfang beschrieben, ist jeder Autist anders, so wie auch alle anderen Menschen verschieden sind.<br />
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Mitfühlend wie andere Menschen auch<br />
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Autisten können Gesichtsaudrücke anderer Menschen nicht unbedingt deuten und müssen erst lernen, traurige, fröhliche, erstaunte oder wütende Gesichter zu erkennen. Dies führt oft zu Missverständnissen.<br />
Autisten wird manchmal nachgesagt, sie könnten sich kaum in andere Menschen einfühlen oder wären sogar gleichgültig gegenüber den Gefühlen anderer. Das stimmt aber nicht, nur führt die Art der Wahrnehmung autistischer Menschen oft zu Missverständnissen. Viele Autisten können Gesichtsaudrücke anderer Menschen nicht deuten. Das heißt, dass sie nicht erkennen, ob jemand ein verschmitztes Grinsen auf den Lippen hat, wütend schaut oder ein trauriges Gesicht macht.<br />
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Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass es zu einigen missverständlichen Situationen kommen kann, wenn jemand weint und traurig ist und ein Mensch mit Autismus dies nicht erkennt und nicht beachtet oder sogar lacht. Das liegt nicht daran, dass der Autist nicht versteht, warum jemand traurig ist. Ein Autist kennt - wie andere auch - unterschiedliche Stimmungen und Gefühle und kann genauso mitfühlend sein wie andere Menschen, er kann die Stimmung anderer nur nicht automatisch am Gesichtsausdruck ablesen. Manche Menschen mit Autismus lernen die Mimik anderer Menschen daher wie Vokabeln auswendig: Sie haben Karten mit fotografierten Gesichtern, die zum Beispiel traurig, glücklich oder ängstlich schauen und lernen, welcher Gesichtsausdruck was bedeutet.<br />
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Es fällt manchen Autisten auch schwer, anderen Menschen länger in die Augen zu sehen. Der direkte Blickkontakt ist anstrengend und unangenehm für sie, weil Gesichter ständig in Bewegung sind und sich verändern. Da sie sich bereits darauf konzentrieren müssen, die Worte in einem Gespräch richtig zu deuten, sehen Autisten andere oft nur flüchtig an oder gucken sogar konsequent an ihren Mitmenschen vorbei. Das ist nicht unhöflich gemeint und soll auch nicht ausdrücken, dass der- oder diejenige kein Interesse am anderen hat. Die 14-jährige Autistin Hanna sagt: "Ich gucke immer im Raum herum, wenn ich mit anderen spreche, aber ich spreche trotzdem mit ihnen. Manchmal versuche ich dann doch mal hinzugucken, aber das ist anstrengend."<br />
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Wenn der Körper nicht so will wie der Kopf<br />
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Viele Autisten haben Schwierigkeiten bei Bewegungsabläufen und können zum Beispiel Aufgaben wie das Zubinden der Schuhe, die uns selbstverständlich erscheinen, oft nicht ohne Hilfe bewältigen.<br />
Äußerlich kann man den Autismus nicht sehen - Autisten sehen aus wie andere Menschen eben auch. Aber vielleicht habt ihr schon mal einen autistischen Mitschüler gesehen, der irgendwie komisch läuft. Vielleicht stellt sie oder er sich auch beim Ballfangen ungeschickt an, lässt häufig Gegenstände fallen oder hat Schwierigkeiten, einen Stift beim Schreiben gut zu halten. Dafür können Autisten natürlich nichts. Es fällt ihnen manchmal schwer, ihre Bewegungen zu kontrollieren. Vielleicht wollt ihr selbst mal ausprobieren, wie es ist, wenn bei der Wahrnehmung und bei Bewegungsabläufen manches nicht so funktioniert, wie man das gerne will. Hier ein paar Vorschläge:<br />
Leiht euch ein Fernglas aus und haltet es euch verkehrt herum vor die Augen. Dann versucht, mit der anderen Hand ein Glas mit Wasser einzuschenken.<br />
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Nehmt einen kleinen Spiegel und haltet ihn fast senkrecht hinter ein Blatt Papier, das auf dem Tisch liegt und auf das eine verschlungene Linie gemalt ist. Dann versucht mit einem Stift, diese Linie nachzumalen. Dabei aber nicht direkt auf das Blatt gucken, sondern nur auf das Spiegelbild.<br />
Damit man nicht so leicht schummeln kann, könnte jemand ein Stück Pappe zwischen dein Gesicht und die malende Hand halten.<br />
Versucht mal mit Boxhandschuhen eure Schuhe zuzubinden.<br />
Stellt drei Radios mit drei verschiedenen Programmen in gleicher Lautstärke nebeneinander. Dann versucht, euch auf eine der drei Sendungen zu konzentrieren und den Inhalt anschließend zu erzählen. Das kann man auch mit drei Freunden versuchen.<br />
Alltägliches und der Wunsch nach Ordnung<br />
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Struktur und Ordnung sind im Leben von Autisten besonders wichtig. <br />
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Hier hat ein kleiner Junge seine Spielsachen sorgfältig sortiert und aufgereiht - eine Handlung, die man bei autistischen Kindern häufig beobachtet.<br />
Die Besonderheiten bei der Wahrnehmung bringen Unordnung, Chaos und Unsicherheit ins Leben. Ihr könnt euch jetzt sicher gut vorstellen, dass es für Autisten manchmal sehr schwer ist, sich gut und lange auf etwas zu konzentrieren. Sie brauchen eine möglichst gleichbleibende und bekannte Umgebung, in der sie nicht durch Geräusche, Gerüche und anderes abgelenkt werden. Sehr viele Menschen mit Autismus konzentrieren sich auch gerne auf Einzelheiten, verlieren dann aber leicht den Überblick über das große Ganze. Daher brauchen sie Struktur und Ordnung in ihrem Leben.<br />
Das bedeutet zum Beispiel, dass Möbel in Zimmern an festen Plätzen stehen und dort auch bleiben sollen. Es kann auch bedeuten, dass jeder Tag nach dem gleichen Muster ablaufen muss: zur gleichen Zeit aufstehen, essen, Hobbys nachgehen, Fernsehen schauen und wieder ins Bett gehen. Oder es kann heißen, dass an bestimmten Tagen oder auch mehrere Tage hintereinander immer dieselben Dinge gegessen werden. Diese Gewohnheiten sind sehr verschieden und dienen dazu, Struktur, Ordnung und damit Sicherheit ins Leben zu bringen.<br />
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Wenn Veränderungen im Tagesablauf zu erwarten sind, sollte man mit einem Autisten darüber vorher sprechen, damit er nicht überrumpelt wird und sich darauf einstellen kann. So kann es einen Mitschüler mit Autismus zum Beispiel sehr durcheinander bringen, wenn Schulstunden verschoben werden oder ausfallen, plötzlich ein anderer Lehrer in die Klasse kommt oder Plätze vertauscht werden. Auch Klassenfahrten können möglicherweise eine große Herausforderung für Kinder mit Autismus sein, da der Tagesablauf und die Umgebung eine andere sind. Manche Autisten haben einen Schulbegleiter, der sie bei all diesen Aufgaben unterstützt und hilft, Probleme zu lösen. Hanna sagt: "Die Lautstärke in der Schule ist manchmal ganz schlimm für mich. Ich kann die vielen Stimmen nicht unterscheiden und höre den Lehrer nicht mehr. Es ist dann nur noch Schmerz in meinem Kopf." Ihre Schulbegleiterin darf dann mit ihr das Klassenzimmer verlassen und manche Aufgaben in einem anderen, ruhigeren Zimmer lösen.<br />
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Manchmal verfallen Autisten in so genannte "Stereotypien" (aus dem Griechischen übersetzt bedeutet "stereo" haltbar oder fest). <br />
Damit ist ein Verhalten gemeint, das sich ständig wiederholt, also starr und festgelegt ist. Zum Beispiel wippen sie ständig mit dem Körper vor und zurück, drehen einen Strohhalm immer und immer wieder, laufen im Raum auf und ab, wackeln mit dem Kopf oder lecken etwas wiederholt ab. Das wirkt auf andere vielleicht komisch und sie erkennen keinen Sinn dahinter, aber Menschen mit Autismus tun das, um sich selbst durch eine gleichbleibende Handlung zu beruhigen und sich von dem, was sie um sich herum als Chaos empfinden, abzugrenzen. Sie finden in den immer wiederkehrenden Bewegungen und Tätigkeiten Sicherheit und verhindern damit, dass sie einen "Overload" bekommen.<br />
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Ein anderes Verständnis von Sprache<br />
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Autisten sagen meist direkt, offen und deutlich, was sie denken oder wollen und verstehen das, was gesagt wird, wörtlich. Dadurch gibt es manchmal Missverständnisse, wenn wir Sprichwörter, Redewendungen oder ironische Ausdrücke benutzen, die etwas anderes sagen als das Gemeinte.<br />
Autisten verstehen das, was gesagt wird, meist wörtlich. Dadurch gibt es manchmal Missverständnisse, wenn wir Sprichwörter, Redewendungen oder ironische Ausdrücke benutzen, die etwas anderes sagen als das Gemeinte. So kann ein Autist nur schwer oder gar nicht nachvollziehen, warum man nach einem Sturz mit dem Fahrrad zum Beispiel sagt: "Na toll! Das ist ja super!"<br />
Natürlich meinen wir in dem Moment eigentlich genau das Gegenteil. Aber Autisten nehmen das Gesagte wörtlich und erkennen nicht unbedingt, wenn etwas ironisch oder bildlich gemeint ist. Vielleicht habt ihr schon einmal zu jemandem gesagt: "Hast du noch alle Tassen im Schrank!?" Dabei wollt ihr natürlich nicht wissen, ob im Küchenschrank desjenigen alle Tassen vollständig sind, sondern ihr wolltet ihm mitteilen, dass er nochmal über das nachdenken sollte, was er gerade gesagt oder getan hat. Ein Autist versteht diese Redewendung möglicherweise wörtlich oder kann zumindest nicht deuten, wie dieser Satz gemeint ist.<br />
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Natürlich können wir es ihm erklären, aber solche Floskeln sind für ihn nicht automatisch verständlich. Meist verwenden wir solche Sätze im Alltag, ohne weiter darüber nachzudenken. "Hast du Tomaten auf den Augen?" ist ein weiteres Beispiel, euch fallen bestimmt noch andere ein. Umgekehrt benutzen Menschen mit Autismus eine eindeutige und unmissverständliche Sprache. Sie sagen direkt und offen, was sie meinen.<br />
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Wie unterhält man sich mit einem Autisten?<br />
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Es gibt Autisten, die überhaupt nicht, wenig oder sogar viel sprechen. Unterhalten kann man sich mit ihnen allen, denn es gibt viele Möglichkeiten, sich auszutauschen - zum Beispiel über Zeichen- und Gebärdensprache.<br />
Es gibt Autisten, die überhaupt nicht, wenig oder sogar viel sprechen. Unterhalten kann man sich mit allen. Denn wenn ein Mensch nicht spricht, heißt das nicht, dass er nichts zu sagen hat oder es nicht möchte. Es gibt viele Möglichkeiten, sich mit autistischen Menschen auszutauschen.<br />
Menschen mit Autismus, die keine Lautsprache haben, teilen sich zum Beispiel über Gebärdensprache mit, oder indem sie auf Buchstabentafeln und Computern schreiben. Manche wählen auch mit Hilfe unterschiedlicher Bild- oder Wortkarten aus, was sie tun oder haben möchten. Wege zu finden, über die man sich austauschen, miteinander sprechen, Wünsche und Gedanken vermitteln kann, ist für nicht-sprechende Autisten besonders wichtig. Denn wenn diese Wege nicht gefunden werden, sind sie verständlicherweise frustriert, weil sie nicht verstanden werden, sich nicht mitteilen können und zum Beispiel niemand erkennt, dass sie Schmerzen haben, etwas brauchen oder sich etwas wünschen. Daniel schreibt auf einer Buchstabentafel: "Das Reden will raus und ich fühle immer wieder, wie es in mir eingeschlossen bleibt. Es ist gut zu schreiben."<br />
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Es gibt auch Autisten, die sehr viel oder auch ganz normal sprechen, manchmal aber trotzdem auffallen, weil sie für uns ungewohnte Worte und Formulierungen wählen oder besonders deutlich und höflich sprechen. Vielleicht hört sich das dann für unsere Ohren komisch oder sogar lustig an, wenn jemand sagt: "Ich möchte mich jetzt sehr gerne von diesem Stuhl auf das Sofa dort drüben setzen, bitte." Denkt doch mal darüber nach, ob ihr jemanden kennt, der manchmal genau wegen solcher Sätze ausgelacht wird.<br />
Wir hatten schon das Thema, dass Menschen mit Autismus viel Struktur in ihrem Leben brauchen. Dies zeigt sich auch in der Sprache: Sie wird sehr deutlich, gut überlegt und genau verwendet. Für uns, die wir oft schnell etwas loswerden wollen, klingt das dann möglicherweise umständlich und gestelzt, oberschlau, fremd und manchmal sogar zu direkt. Darüber zu lachen ist nicht der richtige Weg, denn das führt dazu, dass Menschen mit Autismus noch mehr ausgegrenzt werden. Vielleicht kann man das auch zum Anlass nehmen darüber nachzudenken, was man selbst den ganzen Tag so erzählt. <br />
Das kann sehr interessant und lustig sein.<br />
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Man geht inzwischen davon aus, dass es bei Menschen mit Autismus verhältnismäßig genauso viele Menschen mit einer geistigen Behinderung gibt wie beim Rest der Bevölkerung auch. Auch wenn sie sich manchmal für uns seltsam verhalten und vielleicht auch nicht sprechen, sind Autisten nicht weniger intelligent als alle anderen.<br />
Hier ist es oft erstaunlich und für uns schwer zu verstehen, dass ein Mensch mit Autismus zum Beispiel sehr gut in Mathe oder Englisch oder auch einem anderen Fach ist, aber es nicht schafft, sich allein die Schuhe zuzubinden oder den Schulweg ohne Hilfe mit dem Bus zu bewältigen. Es gibt erwachsene Autisten, die zum Beispiel Physik studieren, sich aber nicht selbstständig ein Brot schmieren können. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, dass es nicht einfach ist, mit diesen Einschränkungen zu leben und dass es auch frustrierend ist, wenn man deshalb ausgelacht oder als dumm bezeichnet wird. Es ist bei den meisten Menschen mit Autismus einfach so, dass sie bei manchen alltäglichen Dingen immer auf Hilfe angewiesen sein werden, aber trotzdem normal intelligent sind und auch ein glückliches Leben führen können.<br />
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Manchmal haben Autisten allerdings noch zusätzlich eine Behinderung, die zu anderen Besonderheiten, Problemen oder Beeinträchtigungen führen kann. So haben sie in einigen Fällen zum Beispiel Epilepsie oder bestimmte genetische (also erblich bedingte) Syndrome wie das Rett-Syndrom, das Angelman-Syndrom oder das fragile X-Syndrom. Diese genetischen Erkrankungen äußern sich unterschiedlich und müssten in eigenen Beiträgen genauer beschrieben werden.<br />
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Nicht unbedingt hochbegabt<br />
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Es hält sich das Gerücht, dass alle Autisten irgendetwas ganz besonders gut können und zum Beispiel Genies in Mathe sind. Es gibt wirklich Autisten, auf die das zutrifft, aber das sind Ausnahmen.<br />
Es hält sich auch das Gerücht, dass Autisten irgendetwas ganz besonders gut können, Genies in Mathe sind oder Landkarten und Telefonbücher auswendig lernen. Es gibt wirklich Autisten, auf die das zutrifft, aber das sind Ausnahmen. Sie zählen zu den "Inselbegabten" oder "Savants" (englisch für "Wissende") - so nennt man Menschen mit verschiedenen so genannten Entwicklungsstörungen oder Behinderungen, die in einem speziellen Teilbereich stark überdurchschnittlich talentiert sind.<br />
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Da über ihre besonderen Fähigkeiten im Zusammenhang mit Autismus in den Medien immer wieder berichtet wird und der Film "Rain Man" sehr bekannt ist, in dem ein Autist mit einer Inselbegabung die Hauptrolle spielt, entsteht der Eindruck, dass das typisch für Autisten wäre. Das ist aber nicht der Fall: Menschen mit Autismus haben - wie gesagt - meist eine ganz normale Intelligenz, so wie andere auch. Ebenso wie in der übrigen Bevölkerung gibt es unter ihnen aber auch außergewöhnliche Talente und Hochbegabte. Ein besonderes Talent vieler Autisten ist zum Beispiel damit verbunden, dass sie auf eine andere Art sehen als wir und ihnen deshalb auch andere Sachen auffallen, die Nicht-Autisten oft verborgen bleiben. Es kann eine große Bereicherung für alle Menschen sein, wenn Autisten durch ihren besonderen Blickwinkel Lösungswege finden, die andere nicht erkennen können.<br />
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Autisten und Nicht-Autisten leben in derselben Welt<br />
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Autisten und Nicht-Autisten leben alle in derselben Welt, nur jeder nimmt sie auf seine Art und Weise wahr. Es stimmt auch nicht, dass Autisten im Allgemeinen keinen Kontakt zu anderen Menschen haben wollen. <br />
Manchmal wird gesagt, dass Autisten in einer anderen, eigenen Welt leben. Das vermittelt einen falschen Eindruck, denn natürlich leben wir alle in derselben Welt, nur jeder nimmt sie auf seine Art und Weise wahr. Es stimmt auch nicht, dass Autisten im Allgemeinen keinen Kontakt zu anderen Menschen haben wollen. Vielleicht wirkt es manchmal so, wenn sich ein Mensch mit Autismus oft zurückzieht, überhaupt nicht oder nur wenig spricht. Das muss aber nicht bedeuten, dass er seine Mitschüler oder Mitmenschen nicht mag oder nichts mit ihnen zu tun haben möchte.<br />
Um Missverständnissen vorzubeugen, wäre es schön, wenn ihr das Gespräch mit jemandem sucht, der "anders" ist und den ihr nicht versteht. Vielleicht ist es manchmal besser, einen Tag abzuwarten und dann zu fragen, wie ein Satz oder ein bestimmtes Verhalten gemeint war, das ihr nicht verstehen konntet. Der zwölfjährige Autist Peter sagt: "Mein größter Wunsch ist, dass mich mal jemand fragt, ob wir was zusammen machen wollen. Ich selbst traue mich nicht mehr, weil viele über mich lachen."<br />
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Wie entsteht Autismus?<br />
<br />
Man geht davon aus, dass bei Autisten Informationen im Gehirn anders verarbeitet werden als bei anderen Menschen. Hier sieht man, dass bei einer Bewegungsaufgabe bei Autisten andere Hirnregionen genutzt werden (gelb markiert) als bei anderen Testpersonen (blau). <br />
Vor einigen Jahren ging man noch davon aus, dass Autismus sehr selten vorkommen würde. Heute spricht man davon, dass etwa vier bis sieben von 1.000 Menschen Autisten sind. Man ist sich nicht darüber einig, ob die Anzahl der Autisten zugenommen hat oder ob Ärzte und Therapeuten inzwischen besser über Autismus informiert sind und diesen daher häufiger erkennen.<br />
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Früher dachte man, dass Menschen mit Autismus schlecht erzogen worden wären oder gefühlskalte Mütter hätten. Mittlerweile weiß man, dass das Unsinn ist und die Ursachen für die veränderte Wahrnehmung ganz woanders liegen. Man geht davon aus, dass es verschiedene Gründe gibt, die zusammenkommen müssen, damit sich ein so genanntes autistisches Syndrom entwickelt. Vermutlich spielt eine bestimmte Veränderung bei den Erbanlagen eines Menschen (man spricht von der "genetischen Disposition") eine Rolle. Dafür spricht eventuell, dass etwa vier mal so viele Jungen von Autismus betroffen sind wie Mädchen. Das alleine führt aber noch nicht automatisch zum Autismus. Dafür sind noch weitere Einflüsse nötig, über die sich die Mediziner im Einzelnen noch nicht einig sind.<br />
<br />
Manche sind der Auffassung, dass die zunehmende Vergiftung der Umwelt und damit der Lebensmittel und der Luft eine Rolle spielen. Andere machen Entzündungen im Körper, von denen man nicht immer selbst etwas bemerkt, für das Auftreten von Autismus verantwortlich. Auch manche Impfungen oder Darmerkrankungen stehen im Verdacht, Autismus auslösen oder begünstigen zu können. Wiederum andere Wissenschaftler beschreiben bei Autisten veränderte neurologische (die Nerven betreffende) Verknüpfungen im Gehirn. Das bedeutet, dass manche Informationen im Gehirn von Autisten anders verarbeitet werden, sozusagen andere Wege gehen und sich nicht in der gleichen Art und Weise miteinander verbinden, wie das bei anderen Menschen der Fall ist. Das könnte unter anderem der Grund dafür sein, dass Menschen mit Autismus anders und "synästhetisch" wahrnehmen.<br />
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Autismus ist keine Krankheit<br />
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Man erkennt Autismus nicht äußerlich. Bei manchen fällt er schon sehr früh im Alter zwischen einem und drei Jahren auf, bei anderen bemerkt man autistische Verhaltensweisen erst während der Schulzeit.<br />
Menschen mit Autismus sind nicht krank. Ihr wisst jetzt, dass sie die Dinge in unserer Welt anders wahrnehmen als ihre Mitmenschen. Bei manchen Autisten fällt das schon sehr früh im Alter zwischen einem und drei Jahren auf, bei anderen bemerkt man autistische Verhaltensweisen erst später während der Schulzeit. Man kann dieses Anderssein nicht heilen und viele Autisten, die sich darüber Gedanken machen, wollen das auch gar nicht, weil der Autismus ein Teil ihrer Persönlichkeit ist. Wenn sie keine Autisten mehr wären, dann wären sie nicht mehr dieselben Menschen.<br />
Trotzdem kann und sollte man dort, wo Schwierigkeiten auftreten, Hilfestellungen bieten. Autisten nehmen diese Unterstützung auch gerne an, weil sie sonst viele Dinge in ihrem Alltag nicht schaffen würden oder überfordert wären. Manche lernen in Therapien, mit alltäglichen Situationen wie Einkaufen, Busfahren, Gespräche führen, Zähneputzen und so weiter zurecht zu kommen. Sie wollen möglichst selbstständig werden und nicht immer Angst vor "Overloads", plötzlichen Berührungen und Veränderungen haben. <br />
Auch möchten sie, dass sie von anderen verstanden werden und umgekehrt besser verstehen, was in ihren Mitmenschen vorgeht. Dabei können bestimmte Strukturen und Gruppenübungen helfen, bei denen man zum Beispiel lernt, das Gesagte der anderen und deren Mimik richtig zu deuten.<br />
Einige Autisten brauchen ein Leben lang Hilfe und Unterstützung, können aber trotzdem ein sehr glückliches Leben führen. Wichtig ist, dass man sie dabei nicht wie kranke Menschen behandelt, sondern ihnen mit Freundlichkeit, Verständnis und Respekt begegnet.<br />
<br />
Auch Autisten haben gerne Freunde<br />
<br />
Autisten ziehen sich häufig zurück, weil es Missverständnisse gibt oder Situationen sie aufgrund ihrer anderen Wahrnehmung überfordern. Doch auch sie wünschen sich Kontakt zu anderen Menschen und haben gerne Freunde. <br />
Autisten haben häufig nur sehr wenige Freunde. Viele denken, dass Autisten grundsätzlich lieber allein sein wollen, weil sie sich oft zurückziehen. In Wirklichkeit passiert dieser Rückzug aber meistens, weil es Missverständnisse gibt oder Situationen sie aufgrund ihrer anderen Wahrnehmung überfordern. Autisten freuen sich und sind traurig wie alle anderen auch, sie zeigen es nur anders oder manchmal auch gar nicht.<br />
<br />
Menschen mit Autismus brauchen und wollen kein Mitleid, sondern wünschen sich, dass sie in ihrem Anderssein akzeptiert werden. So wie sie versuchen, in unserer lauten und schnellen Welt zurechtzukommen, wäre es schön, wenn sich ihre Mitmenschen bemühen, sie zu verstehen und kennenzulernen. Es kann sehr spannend sein, sich auf eine andere Form der Kommunikation einzulassen, zum Beispiel die Gebärdensprache zu lernen oder sich per iPad oder Talker mit seinem Gegenüber zu unterhalten - oder auch die eigene Art zu sprechen zu hinterfragen. Die daraus entstehenden neuen Sichtweisen auf viele Dinge in der Welt bereichern unser aller Leben und machen es bunter. Denn wir sind alle anders und gleichberechtigt, egal ob Autist oder nicht.<br />
<br />
Jeder Mensch ist anders - und jeder Autist ist anders<br />
<br />
Wir alle sind einzigartig, auch auch jeder Autist unterscheidet sich von anderen. Im Austausch mit autistischen Menschen eröffnen sich genauso Nicht-Autisten ganz neue Sichtweisen auf viele Dinge in der Welt, die unser aller Leben bereichern und es bunter machen.<br />
Allen Autisten gemeinsam ist also eine mehr oder weniger andere Wahrnehmung, die meist zur Folge hat, dass sie sich anders verhalten und mitteilen. Dies führt oft zu Missverständnissen auf beiden Seiten, die man am besten klären kann, wenn man versucht, mit dem anderen zu sprechen und nachzufragen, warum etwas in einer bestimmten Art und Weise ist, warum etwas gesagt oder getan wurde und wie man sich vielleicht helfen kann. Wenn der Autist selbst nicht spricht, ist meist ein Elternteil oder ein Betreuer dabei, den man jederzeit freundlich fragen kann.<br />
<br />
Wichtig ist noch einmal zu betonen, dass die hier beschriebenen Verhaltensweisen nicht immer und nicht auf alle Autisten zutreffen.<br />
 Außerdem sind es nur Beispiele, die noch zahlreich mit den Erfahrungen von Menschen mit Autismus ergänzt werden könnten. Vielleicht liest hier auch der ein oder andere Autist mit und denkt: "Warum wurde nicht noch dies oder jenes geschrieben?", "Ich habe noch ein wichtiges Beispiel" oder "Mir geht es manchmal so und so". Dann scheut euch nicht, es in den Kommentaren anzumerken oder an die Redaktion zu schreiben. Man könnte eure Erfahrungen in einem weiteren Beitrag ergänzen - und wahrscheinlich auch ein dickes Buch darüber schreiben. :-)]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Risperidon: Alles, was Du über das Neuroleptikum Risperidon wissen möchtest]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=205</link>
			<pubDate>Fri, 23 Sep 2022 18:51:56 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<div class="resp_vid_cont">
 <div class="resp_vid">
 <iframe width="560" height="315" src="//www.youtube.com/embed/uetQRRSwmis" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
 </div>
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="resp_vid_cont">
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 </div>
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ausbrüche und Trotzanfälle bei autistischen Kindern reduzieren]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=199</link>
			<pubDate>Thu, 11 Aug 2022 19:34:21 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=199</guid>
			<description><![CDATA[Die meisten autistischen Kinder sind nicht aggressiv, viele bekommen aber Wutanfälle und rasten aus, wenn sie sich schwierigen Situationen gegenübersehen oder nicht bekommen, was sie wollen. Autisten machen das nicht, weil sie schwierig sind, sondern weil sie nicht wissen, wie sie sonst reagieren sollen. Mit ein paar einfachen Strategien kannst du bei deinem Kind die Wutanfälle und Ausraster reduzieren und einem autistischen Kind zu mehr Selbstkontrolle verhelfen.<br />
<br />
<a href="https://de.wikihow.com/Ausbr%C3%BCche-und-Trotzanf%C3%A4lle-bei-autistischen-Kindern-reduzieren" rel="noopener" class="mycode_url">HIER DIE HILFESEITE</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die meisten autistischen Kinder sind nicht aggressiv, viele bekommen aber Wutanfälle und rasten aus, wenn sie sich schwierigen Situationen gegenübersehen oder nicht bekommen, was sie wollen. Autisten machen das nicht, weil sie schwierig sind, sondern weil sie nicht wissen, wie sie sonst reagieren sollen. Mit ein paar einfachen Strategien kannst du bei deinem Kind die Wutanfälle und Ausraster reduzieren und einem autistischen Kind zu mehr Selbstkontrolle verhelfen.<br />
<br />
<a href="https://de.wikihow.com/Ausbr%C3%BCche-und-Trotzanf%C3%A4lle-bei-autistischen-Kindern-reduzieren" rel="noopener" class="mycode_url">HIER DIE HILFESEITE</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Autismus Kommunikation]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=198</link>
			<pubDate>Thu, 11 Aug 2022 19:27:08 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=198</guid>
			<description><![CDATA[Was sind die Besonderheiten in der Kommunikation mit autistischen Menschen und was muss dabei beachtet werden?<br />
<br />
Janine Thale, 33, Einrichtungsleitung, Autismus-Expertin und Heilpädagogin mit über zehn Jahren Berufserfahrung mit Kindern im Autismus-Spektrum berät und unterstützt Familien in Alltagssituationen.<br />
<br />
Autismus Kommunikation<br />
Menschen im Autismus-Spektrum, insbesondere die früher genannten „Frühkindlichen Autisten“, haben Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen und zu verarbeiten. Sie können nonverbale Signale wie Blickkontakt, Mimik und Gestik ihres Gegenübers nur schwer einschätzen und haben große Schwierigkeiten, die Gefühle ihrer Mitmenschen zu erkennen und wahrzunehmen.<br />
<br />
Viele Menschen im Autismus-Spektrum zeigen eine verspätete, eingeschränkte oder fehlende Sprachentwicklung. Symptome wie das Nachsprechen vorgesagter Wörter (Echolalie) oder das Kreieren neuer Wörter sind ebenfalls typisch für Menschen im Autismus-Spektrum.<br />
<br />
Menschen mit dem Asperger- Syndrom haben im Gegensatz zu den anderen Formen von Autismus häufig keine Verzögerungen in der Sprachentwicklung. Oft beginnen sie früh zu sprechen und haben ein hohes Sprachniveau.<br />
<br />
In der Kommunikation sind folgende Aspekte wichtig<br />
<br />
In der Kommunikation und im Umgang mit Autisten ist ein großes Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen der Mitmenschen gefragt. Die meisten Menschen im Autismus-Spektrum reagieren, wenn ihr Gegenüber sie anlächelt. Sie benötigen jedoch wesentlich mehr Zeit, um das Kontaktsignal zu verarbeiten und darauf zu antworten. Häufig vermeiden sie dabei den direkten Blickkontakt. Außerdem reagieren sie besonders auf starke und eindeutige Reize – das heißt, auf eine deutliche und ausdrucksstarke Mimik und Gestik.<br />
<br />
Durch die verzögerte Informationsverarbeitung der Menschen im Autismus Spektrum können sie mit langen Informationen nichts anfangen. Sie verstehen die Sprache nur ausschnittsweise. Auch die Sprechgeschwindigkeit überfordert sie. Nicht selten führt die Überforderung zu Aggression (siehe auch Autismus Aggression).<br />
<br />
Kurze, prägnante Sätze oder Signalworte mit angemessener, deutlicher Betonung sind für sie am verständlichsten. Dabei ist es außerdem wichtig, dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen, es gegebenenfalls zu berühren und anzuschauen.<br />
<br />
Normalerweise ist es hilfreich, das Handeln von Kindern sprachlich zu begleiten. Bei Kindern im Autismus-Spektrum hingegen kann dies aufgrund der Schwierigkeiten in der Informationsverarbeitung zur Verwirrung führen. Sie müssten sich dann auf den visuellen und den akustischen Reiz konzentrieren – also gleichzeitig sehen und hören.<br />
<br />
Wenn man das Kind im Autismus-Spektrum um etwas bittet oder es auffordern möchte, etwas zu tun, ist es sehr wichtig, dass dies im Situationszusammenhang geschieht.<br />
<br />
Beispiel Tisch decken: Teilen Sie Ihrem Kind nicht einfach nur mit Worten mit, dass es den Tisch decken soll. Stellen Sie Geschirr neben dem Tisch bereit und zeigen Sie Ihrem Kind, was es tun soll. Begleiten Sie dies mit einem kurzen prägnanten Satz wie „Tisch decken“.<br />
<br />
Dies ist nur ein kleines Beispiel und lässt sich auf viele weitere Alltagssituationen übertragen.<br />
<br />
In der zwischenmenschlichen Kommunikation ist der Blickkontakt eine wichtige Voraussetzung.<br />
<br />
Da viele Menschen im Autismus-Spektrum große Schwierigkeiten damit haben, Blickkontakt aufzunehmen und zu halten, ist die Kommunikation zusätzlich erschwert.<br />
<br />
Im Umgang und in der Arbeit mit Kindern im Autismus-Spektrum ist es daher sehr wichtig, das Kind immer wieder zum Blickkontakt zu animieren, das Kind anzulächeln und präsent zu sein.<br />
<br />
Gemeinsame Spiele, die das Kind besonders gern spielt, motivieren das Kind und lassen häufig Blickkontakt zu. Dies kann zum Beispiel kitzeln, gemeinsam toben, hüpfen, springen oder auch jedes andere Spiel sein, was das Kind besonders gern macht oder spielt.  <br />
<br />
Bildgestützte Kommunikation Autismus: Häufig reagieren Kinder im Autismus-Spektrum besonders gut auf visuelle Reize wie Bildkarten/ Piktogramme oder Fotos. Derartige Kommunikationshilfen erleichtern es den Kindern, die Information zu verstehen.<br />
<br />
Auch der Tagesverlauf kann so ganz strukturiert visuell dargestellt werden.<br />
<br />
Zudem kann ein Kind, dem die Lautsprache fehlt, durch das Zeigen der Karten seine Bedürfnisse äußern und wird von seinen Mitmenschen mit hoher Wahrscheinlichkeit gut verstanden.<br />
<br />
<br />
<a href="https://autismus-spektrum.com/autismus-kommunikation/" rel="noopener" class="mycode_url">Quelle</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Was sind die Besonderheiten in der Kommunikation mit autistischen Menschen und was muss dabei beachtet werden?<br />
<br />
Janine Thale, 33, Einrichtungsleitung, Autismus-Expertin und Heilpädagogin mit über zehn Jahren Berufserfahrung mit Kindern im Autismus-Spektrum berät und unterstützt Familien in Alltagssituationen.<br />
<br />
Autismus Kommunikation<br />
Menschen im Autismus-Spektrum, insbesondere die früher genannten „Frühkindlichen Autisten“, haben Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen und zu verarbeiten. Sie können nonverbale Signale wie Blickkontakt, Mimik und Gestik ihres Gegenübers nur schwer einschätzen und haben große Schwierigkeiten, die Gefühle ihrer Mitmenschen zu erkennen und wahrzunehmen.<br />
<br />
Viele Menschen im Autismus-Spektrum zeigen eine verspätete, eingeschränkte oder fehlende Sprachentwicklung. Symptome wie das Nachsprechen vorgesagter Wörter (Echolalie) oder das Kreieren neuer Wörter sind ebenfalls typisch für Menschen im Autismus-Spektrum.<br />
<br />
Menschen mit dem Asperger- Syndrom haben im Gegensatz zu den anderen Formen von Autismus häufig keine Verzögerungen in der Sprachentwicklung. Oft beginnen sie früh zu sprechen und haben ein hohes Sprachniveau.<br />
<br />
In der Kommunikation sind folgende Aspekte wichtig<br />
<br />
In der Kommunikation und im Umgang mit Autisten ist ein großes Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen der Mitmenschen gefragt. Die meisten Menschen im Autismus-Spektrum reagieren, wenn ihr Gegenüber sie anlächelt. Sie benötigen jedoch wesentlich mehr Zeit, um das Kontaktsignal zu verarbeiten und darauf zu antworten. Häufig vermeiden sie dabei den direkten Blickkontakt. Außerdem reagieren sie besonders auf starke und eindeutige Reize – das heißt, auf eine deutliche und ausdrucksstarke Mimik und Gestik.<br />
<br />
Durch die verzögerte Informationsverarbeitung der Menschen im Autismus Spektrum können sie mit langen Informationen nichts anfangen. Sie verstehen die Sprache nur ausschnittsweise. Auch die Sprechgeschwindigkeit überfordert sie. Nicht selten führt die Überforderung zu Aggression (siehe auch Autismus Aggression).<br />
<br />
Kurze, prägnante Sätze oder Signalworte mit angemessener, deutlicher Betonung sind für sie am verständlichsten. Dabei ist es außerdem wichtig, dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen, es gegebenenfalls zu berühren und anzuschauen.<br />
<br />
Normalerweise ist es hilfreich, das Handeln von Kindern sprachlich zu begleiten. Bei Kindern im Autismus-Spektrum hingegen kann dies aufgrund der Schwierigkeiten in der Informationsverarbeitung zur Verwirrung führen. Sie müssten sich dann auf den visuellen und den akustischen Reiz konzentrieren – also gleichzeitig sehen und hören.<br />
<br />
Wenn man das Kind im Autismus-Spektrum um etwas bittet oder es auffordern möchte, etwas zu tun, ist es sehr wichtig, dass dies im Situationszusammenhang geschieht.<br />
<br />
Beispiel Tisch decken: Teilen Sie Ihrem Kind nicht einfach nur mit Worten mit, dass es den Tisch decken soll. Stellen Sie Geschirr neben dem Tisch bereit und zeigen Sie Ihrem Kind, was es tun soll. Begleiten Sie dies mit einem kurzen prägnanten Satz wie „Tisch decken“.<br />
<br />
Dies ist nur ein kleines Beispiel und lässt sich auf viele weitere Alltagssituationen übertragen.<br />
<br />
In der zwischenmenschlichen Kommunikation ist der Blickkontakt eine wichtige Voraussetzung.<br />
<br />
Da viele Menschen im Autismus-Spektrum große Schwierigkeiten damit haben, Blickkontakt aufzunehmen und zu halten, ist die Kommunikation zusätzlich erschwert.<br />
<br />
Im Umgang und in der Arbeit mit Kindern im Autismus-Spektrum ist es daher sehr wichtig, das Kind immer wieder zum Blickkontakt zu animieren, das Kind anzulächeln und präsent zu sein.<br />
<br />
Gemeinsame Spiele, die das Kind besonders gern spielt, motivieren das Kind und lassen häufig Blickkontakt zu. Dies kann zum Beispiel kitzeln, gemeinsam toben, hüpfen, springen oder auch jedes andere Spiel sein, was das Kind besonders gern macht oder spielt.  <br />
<br />
Bildgestützte Kommunikation Autismus: Häufig reagieren Kinder im Autismus-Spektrum besonders gut auf visuelle Reize wie Bildkarten/ Piktogramme oder Fotos. Derartige Kommunikationshilfen erleichtern es den Kindern, die Information zu verstehen.<br />
<br />
Auch der Tagesverlauf kann so ganz strukturiert visuell dargestellt werden.<br />
<br />
Zudem kann ein Kind, dem die Lautsprache fehlt, durch das Zeigen der Karten seine Bedürfnisse äußern und wird von seinen Mitmenschen mit hoher Wahrscheinlichkeit gut verstanden.<br />
<br />
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<a href="https://autismus-spektrum.com/autismus-kommunikation/" rel="noopener" class="mycode_url">Quelle</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Autismus Aggression]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=197</link>
			<pubDate>Thu, 11 Aug 2022 19:25:10 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=197</guid>
			<description><![CDATA[Kinder im Autismus-Spektrum zeigen häufig fremd- oder autoaggressive Verhaltensweisen. Was steckt dahinter und kann man dagegen tun?<br />
<br />
<br />
Eltern von Kindern im Autismus-Spektrum sind sehr häufig einer großen Belastung ausgesetzt. Da die Behinderung auf den ersten Blick nicht sichtbar ist, wirken die Kinder für Außenstehende oft unerzogen. Eltern müssen böse Blicke und Kommentare ertragen, sie fühlen sich unverstanden.<br />
<br />
Hinzu kommen häufig Probleme durch aggressives Verhalten ihres Kindes. Ihr Kind verletzt sich selbst oder schlägt andere Kinder, im Kindergarten oder in der Schule gibt es immer wieder Situationen, in denen ihr Kind ohne zunächst erkennbaren Grund „ausrastet“. Eltern fragen sich verzweifelt, wodurch diese Gewalttätigkeit ausgelöst wird.<br />
<br />
Hilfe! Mein Kind ist aggressiv!<br />
Kinder im Autismus-Spektrum zeigen häufig fremd- oder autoaggressive Verhaltensweisen. Fremdaggressive Verhaltensweisen wie kratzen, beißen, treten, kneifen, schlagen, schubsen, an den Haaren ziehen, richten sich gegen andere Personen, während Autoaggressionen gegen sich selbst gerichtet sind. Hierzu zählen: sich selbst beißen und schlagen, den Kopf gegen die Wand oder auf den Boden schlagen, sich selbst gegen den Kopf schlagen, sich selbst in den Haaren ziehen oder diese ausreißen. Zudem gibt es noch sachaggressive Verhaltensweisen, bei denen beispielsweise Bekleidung zerrissen wird, gegen Möbel oder Mobiliar getreten oder Geschirr zerschlagen wird.<br />
<br />
Oft verhält sich das Kind für uns ohne erkennbaren Grund aggressiv. Auslöser können bei Menschen im Autismus-Spektrum ganz banale Anlässe sein: Der Stuhl im Kindergarten steht auf dem verkehrten Platz, ein anderes Kind spielt mit der geliebten Eisenbahn, die Therapeutin trägt ein neues Parfum oder der Tag beginnt anders als gewohnt. Für uns ist dies oft unbedeutend, wir bemerken diese Veränderung kaum, einen Menschen im Autismus-Spektrum wirft dies jedoch aus dem Konzept.<br />
<br />
!Wichtig zu wissen ist, dass jede Aggression ein Versuch ist, zu kommunizieren!<br />
Es muss hinter das eigentliche Problemverhalten geschaut werden. Wir sollten uns fragen: Was hat sich im Umfeld, zuhause oder im Kindergarten/ in der Schule eventuell verändert? Was könnte Auslöser für das aggressive Verhalten sein?<br />
<br />
Wir unterschätzen im alltäglichen Umgang häufig die ganzheitlichen Ausdrucksweisen und sorgen so für Missverständnisse in der Kommunikation. Auch sollten wir nicht vergessen, dass Menschen im Autismus-Spektrum große Schwierigkeiten in ihrer Wahrnehmungsverarbeitung haben. Ein großer Fehler ist häufig, mit zu vielen Worten und langen Sätzen auf das Kind einzureden. Ein Kind im Autismus-Spektrum kann mit langen Informationen nichts anfangen, es versteht die Sprache nur ausschnittsweise. So entstehen Unsicherheiten und Ängste, dessen Folge nicht selten Aggressionen sind.<br />
<br />
Es ist also sehr wichtig, in der Kommunikation mit Menschen im Autismus-Spektrum auf klare und deutliche Ausdrucksformen zu achten. Überflüssiges sollte nicht ausgesprochen werden. Bewehrt haben sich Signalworte. Wählen Sie kurze, prägnante Signalworte wie „aufräumen“ oder „essen“, anstatt mit langen Erklärungen wie „Wir wollen jetzt aufräumen, da es gleich etwas zu essen gibt…“ auf Ihr Kind einzureden. So gehen Sie sicher, dass Ihr Kind die Information auch verstehen und aufnehmen kann. Außerdem sollten Sie Ihr Kind immer persönlich mit seinem Namen ansprechen, damit für ihn deutlich ist, mit wem Sie überhaupt sprechen.<br />
<br />
Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch verdeutlichen, wie wichtig Sicherheit und Verlässlichkeit für den Menschen im Autismus-Spektrum sind. Wie bereits erwähnt, können Autisten nur schwer mit Veränderungen umgehen. Es überfordert sie, sie können sich nicht anders mitteilen, sie werden aggressiv. Klare Strukturen und Rituale mindern potentielles Aggressionsverhalten. Eltern, Erzieher, Lehrer und andere Bezugspersonen müssen kongruent und verlässlich sein. Und auch die Tagesstruktur muss verlässlich und berechenbar sein, um Sicherheit zu geben.<br />
<br />
So schaffen Sie entspannte Situationen, in denen Auslöser für das aggressive Verhalten vermindert und in denen Überforderungen vermieden werden können.<br />
<br />
<br />
<br />
<a href="https://autismus-spektrum.com/autismus-aggression/" rel="noopener" class="mycode_url">autismus-spektrum.com</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Kinder im Autismus-Spektrum zeigen häufig fremd- oder autoaggressive Verhaltensweisen. Was steckt dahinter und kann man dagegen tun?<br />
<br />
<br />
Eltern von Kindern im Autismus-Spektrum sind sehr häufig einer großen Belastung ausgesetzt. Da die Behinderung auf den ersten Blick nicht sichtbar ist, wirken die Kinder für Außenstehende oft unerzogen. Eltern müssen böse Blicke und Kommentare ertragen, sie fühlen sich unverstanden.<br />
<br />
Hinzu kommen häufig Probleme durch aggressives Verhalten ihres Kindes. Ihr Kind verletzt sich selbst oder schlägt andere Kinder, im Kindergarten oder in der Schule gibt es immer wieder Situationen, in denen ihr Kind ohne zunächst erkennbaren Grund „ausrastet“. Eltern fragen sich verzweifelt, wodurch diese Gewalttätigkeit ausgelöst wird.<br />
<br />
Hilfe! Mein Kind ist aggressiv!<br />
Kinder im Autismus-Spektrum zeigen häufig fremd- oder autoaggressive Verhaltensweisen. Fremdaggressive Verhaltensweisen wie kratzen, beißen, treten, kneifen, schlagen, schubsen, an den Haaren ziehen, richten sich gegen andere Personen, während Autoaggressionen gegen sich selbst gerichtet sind. Hierzu zählen: sich selbst beißen und schlagen, den Kopf gegen die Wand oder auf den Boden schlagen, sich selbst gegen den Kopf schlagen, sich selbst in den Haaren ziehen oder diese ausreißen. Zudem gibt es noch sachaggressive Verhaltensweisen, bei denen beispielsweise Bekleidung zerrissen wird, gegen Möbel oder Mobiliar getreten oder Geschirr zerschlagen wird.<br />
<br />
Oft verhält sich das Kind für uns ohne erkennbaren Grund aggressiv. Auslöser können bei Menschen im Autismus-Spektrum ganz banale Anlässe sein: Der Stuhl im Kindergarten steht auf dem verkehrten Platz, ein anderes Kind spielt mit der geliebten Eisenbahn, die Therapeutin trägt ein neues Parfum oder der Tag beginnt anders als gewohnt. Für uns ist dies oft unbedeutend, wir bemerken diese Veränderung kaum, einen Menschen im Autismus-Spektrum wirft dies jedoch aus dem Konzept.<br />
<br />
!Wichtig zu wissen ist, dass jede Aggression ein Versuch ist, zu kommunizieren!<br />
Es muss hinter das eigentliche Problemverhalten geschaut werden. Wir sollten uns fragen: Was hat sich im Umfeld, zuhause oder im Kindergarten/ in der Schule eventuell verändert? Was könnte Auslöser für das aggressive Verhalten sein?<br />
<br />
Wir unterschätzen im alltäglichen Umgang häufig die ganzheitlichen Ausdrucksweisen und sorgen so für Missverständnisse in der Kommunikation. Auch sollten wir nicht vergessen, dass Menschen im Autismus-Spektrum große Schwierigkeiten in ihrer Wahrnehmungsverarbeitung haben. Ein großer Fehler ist häufig, mit zu vielen Worten und langen Sätzen auf das Kind einzureden. Ein Kind im Autismus-Spektrum kann mit langen Informationen nichts anfangen, es versteht die Sprache nur ausschnittsweise. So entstehen Unsicherheiten und Ängste, dessen Folge nicht selten Aggressionen sind.<br />
<br />
Es ist also sehr wichtig, in der Kommunikation mit Menschen im Autismus-Spektrum auf klare und deutliche Ausdrucksformen zu achten. Überflüssiges sollte nicht ausgesprochen werden. Bewehrt haben sich Signalworte. Wählen Sie kurze, prägnante Signalworte wie „aufräumen“ oder „essen“, anstatt mit langen Erklärungen wie „Wir wollen jetzt aufräumen, da es gleich etwas zu essen gibt…“ auf Ihr Kind einzureden. So gehen Sie sicher, dass Ihr Kind die Information auch verstehen und aufnehmen kann. Außerdem sollten Sie Ihr Kind immer persönlich mit seinem Namen ansprechen, damit für ihn deutlich ist, mit wem Sie überhaupt sprechen.<br />
<br />
Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch verdeutlichen, wie wichtig Sicherheit und Verlässlichkeit für den Menschen im Autismus-Spektrum sind. Wie bereits erwähnt, können Autisten nur schwer mit Veränderungen umgehen. Es überfordert sie, sie können sich nicht anders mitteilen, sie werden aggressiv. Klare Strukturen und Rituale mindern potentielles Aggressionsverhalten. Eltern, Erzieher, Lehrer und andere Bezugspersonen müssen kongruent und verlässlich sein. Und auch die Tagesstruktur muss verlässlich und berechenbar sein, um Sicherheit zu geben.<br />
<br />
So schaffen Sie entspannte Situationen, in denen Auslöser für das aggressive Verhalten vermindert und in denen Überforderungen vermieden werden können.<br />
<br />
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<a href="https://autismus-spektrum.com/autismus-aggression/" rel="noopener" class="mycode_url">autismus-spektrum.com</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Erhöhtes Kariesrisiko bei autistischen Kindern – warum?]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=92</link>
			<pubDate>Sun, 31 Jan 2021 18:35:49 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=92</guid>
			<description><![CDATA[Genau genommen steht die Autismus-Spektrum-Störung in keinem direkten Zusammenhang mit oralen Manifestationen. Jedoch bleiben unter anderem typische Verhaltensweisen der Erkrankung nicht ohne Folgen für die Mundgesundheit, wie eine Studie belegen konnte.<br />
<br />
Die neurologische Entwicklungsstörung äußert sich in erster Linie durch Defizite in der sozialen Interaktion, eine eingeschränkte Sprachfähigkeit sowie wiederholende Bewegungs- und Verhaltensmuster. Schätzungen zufolge sind zudem bei 70 Prozent der Autisten selbstverletzende Verhaltensweisen anzutreffen, dazu zählen z.B. Selbstextraktionen von Zähnen oder ständiges Zupfen am Zahnfleisch.<br />
<br />
Die im BMC Oral Health veröffentlichte Studie südafrikanischer Forscher der University of KwaZulu-Natal zeigt allerdings, dass es weitere Risiken für die Mundgesundheit gibt. Hierfür führten sie umfassende zahnmedizinische Untersuchungen – auf Karies, Zahnfleischentzündungen, Plaque, Abrieb und Weichteilverletzungen – bei knapp 150 autistischen Kindern zwischen sieben und 14 Jahren durch, die Eltern füllten zusätzlich Fragebögen aus.<br />
<br />
Anhand des DMF-T-Index ermittelten die Wissenschaftler, dass über 85 Prozent der Kinder Karies an bleibenden Zähnen aufwiesen. Keine der kariösen Läsionen war jedoch behandelt – eine eindeutige Absenz zahnmedizinischer Versorgung. Beeinträchtigte Kinder scheinen in Südafrika zahnmedizinisch isoliert zu sein, in Europa würde sich vermutlich ein anderes Bild zeigen. Darüber hinaus wies knapp die Hälfte der Kinder einen Verlust des Zahnschmelzes auf. Nach Ansicht der Autoren könne dies als Folge von Bruxismus oder dem häufig bei Autisten auftretenden Pica-Syndrom, das Essen von Sand, Steinen usw., angesehen werden.<br />
<br />
<br />
Zudem dokumentierten sie bei ca. 43 Prozent der untersuchten Kinder sichtbare Plaque. Die Auswertung der Fragebögen bestätigte, dass die Mundhygiene häufig vernachlässigt wird. 53 Prozent der Kids würden nur einmal täglich Zähne putzen. Nach Angaben der Eltern würden die Kinder überdies vor allem weiche und zuckerhaltige Nahrung zu sich nehmen. Nicht nur das, sondern auch die Medikation, die häufig Mundtrockenheit, aber auch eingewachsenes Zahnfleisch oder Blutungen hervorrufen kann, bergen weitere Gefahren.<br />
<br />
<br />
<br />
<a href="https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/wissenschaft-und-forschung/autistische-kinder-haben-erhohtes-kariesrisiko-warum" rel="noopener" class="mycode_url">Quelle</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Genau genommen steht die Autismus-Spektrum-Störung in keinem direkten Zusammenhang mit oralen Manifestationen. Jedoch bleiben unter anderem typische Verhaltensweisen der Erkrankung nicht ohne Folgen für die Mundgesundheit, wie eine Studie belegen konnte.<br />
<br />
Die neurologische Entwicklungsstörung äußert sich in erster Linie durch Defizite in der sozialen Interaktion, eine eingeschränkte Sprachfähigkeit sowie wiederholende Bewegungs- und Verhaltensmuster. Schätzungen zufolge sind zudem bei 70 Prozent der Autisten selbstverletzende Verhaltensweisen anzutreffen, dazu zählen z.B. Selbstextraktionen von Zähnen oder ständiges Zupfen am Zahnfleisch.<br />
<br />
Die im BMC Oral Health veröffentlichte Studie südafrikanischer Forscher der University of KwaZulu-Natal zeigt allerdings, dass es weitere Risiken für die Mundgesundheit gibt. Hierfür führten sie umfassende zahnmedizinische Untersuchungen – auf Karies, Zahnfleischentzündungen, Plaque, Abrieb und Weichteilverletzungen – bei knapp 150 autistischen Kindern zwischen sieben und 14 Jahren durch, die Eltern füllten zusätzlich Fragebögen aus.<br />
<br />
Anhand des DMF-T-Index ermittelten die Wissenschaftler, dass über 85 Prozent der Kinder Karies an bleibenden Zähnen aufwiesen. Keine der kariösen Läsionen war jedoch behandelt – eine eindeutige Absenz zahnmedizinischer Versorgung. Beeinträchtigte Kinder scheinen in Südafrika zahnmedizinisch isoliert zu sein, in Europa würde sich vermutlich ein anderes Bild zeigen. Darüber hinaus wies knapp die Hälfte der Kinder einen Verlust des Zahnschmelzes auf. Nach Ansicht der Autoren könne dies als Folge von Bruxismus oder dem häufig bei Autisten auftretenden Pica-Syndrom, das Essen von Sand, Steinen usw., angesehen werden.<br />
<br />
<br />
Zudem dokumentierten sie bei ca. 43 Prozent der untersuchten Kinder sichtbare Plaque. Die Auswertung der Fragebögen bestätigte, dass die Mundhygiene häufig vernachlässigt wird. 53 Prozent der Kids würden nur einmal täglich Zähne putzen. Nach Angaben der Eltern würden die Kinder überdies vor allem weiche und zuckerhaltige Nahrung zu sich nehmen. Nicht nur das, sondern auch die Medikation, die häufig Mundtrockenheit, aber auch eingewachsenes Zahnfleisch oder Blutungen hervorrufen kann, bergen weitere Gefahren.<br />
<br />
<br />
<br />
<a href="https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/wissenschaft-und-forschung/autistische-kinder-haben-erhohtes-kariesrisiko-warum" rel="noopener" class="mycode_url">Quelle</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Teacch-Hilfsmaterialen-Shop]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=68</link>
			<pubDate>Fri, 22 Jan 2021 05:46:44 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=68</guid>
			<description><![CDATA[Hier zu bekommen<br />
<br />
<a href="https://inklusiv-shop.ariadne.de/besond.-bedarf/autismus-spektrum/" rel="noopener" class="mycode_url">https://inklusiv-shop.ariadne.de/besond....-spektrum/</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hier zu bekommen<br />
<br />
<a href="https://inklusiv-shop.ariadne.de/besond.-bedarf/autismus-spektrum/" rel="noopener" class="mycode_url">https://inklusiv-shop.ariadne.de/besond....-spektrum/</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Materialwerkstatt Unterrichtsmaterialien, Ideen & Tipps für die Grund- und Förderschu]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=67</link>
			<pubDate>Thu, 21 Jan 2021 20:42:13 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Materialwerkstatt<br />
<br />
Unterrichtsmaterialien, Ideen &amp; Tipps für die Grund- und Förderschule<br />
<br />
<a href="https://materialwerkstatt-blog.de/" rel="noopener" class="mycode_url">https://materialwerkstatt-blog.de/</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Materialwerkstatt<br />
<br />
Unterrichtsmaterialien, Ideen &amp; Tipps für die Grund- und Förderschule<br />
<br />
<a href="https://materialwerkstatt-blog.de/" rel="noopener" class="mycode_url">https://materialwerkstatt-blog.de/</a>]]></content:encoded>
		</item>
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			<title><![CDATA[Veränderung? Nein Danke! Autismus trifft auf Corona-Krise – kann das gut gehen?]]></title>
			<link>https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=59</link>
			<pubDate>Sun, 10 Jan 2021 08:15:20 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.autism4all.at/member.php?action=profile&uid=1">Andi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.autism4all.at/showthread.php?tid=59</guid>
			<description><![CDATA[Veränderung? Nein Danke! Autismus trifft auf Corona-Krise – kann das gut gehen?<br />
<br />
Pandemie, Lockdown, Maskenpflicht – All das und viel mehr definiert seit Anfang 2020 unseren Alltag. Seitdem hat sich das Leben weltweit verändert: Homeoffice, Kontakt- und Ausgangssperre sowie das Einhalten von Mindestabstände. Viele Menschen erleben eine enorme Umstellung ihres gewohnten Alltags. Mittlerweile haben sich die meisten Menschen aber an das neue Leben gewöhnt. Doch wie kommen Menschen damit zurecht, die Veränderungen so gut es geht vermeiden?<br />
<br />
In dem Artikel „Autismus – Wie drei Autisten mit den Veränderungen durch die Corona-Krise umgehen“ wird aufgezeigt, wie Menschen mit Autismus ihren Alltag im Hinblick auf die Corona-Pandemie meistern. Nadine, Matthias und Sophia sind so wie alle von der momentanen Situation betroffen, doch sie müssen mit dieser unter besonderen Bedingungen zurechtkommen. Thomas Schneider ist Autor und selbst Autist. Er reagiert mit einem Statement auf die Eindrücke der Beteiligten. Generell reagieren Autisten empfindlich auf Veränderungen und bevorzugen eher Routinen. <br />
<br />
Das Interessante am Artikel ist allerdings, dass die drei Befragten jeweils die Situation anders wahrnehmen und anders mit der Krise umgehen <br />
<br />
Nadine, 16, eine Schülerin, empfindet die Veränderungen als gut. Durch die neuen Umstellungen kann sie ihr Leben endlich so leben, wie sie möchte. Die für uns umständlichen neuen Regeln haben für sie nur Vorteile. Abstand einhalten oder zuhause bleiben war für sie schon immer Alltag. Ein normaler Schultag bedeutete für sie nur Stress. Scheinen uns die Einschränkungen als eine deutliche Einschränkung unseres Alltages, so ist es für Nadine befreiend. <br />
<br />
Matthias, der Student ist, fühlt sich dagegen allein. Vor den Einschränkungen hat er sich oft in der Universität mit Freunden verabredet. Jetzt kann er das nicht mehr. Er versucht zwar den Kontakt durch soziale Netzwerke aufrecht zu erhalten, diese ersetzen aber nicht den persönlichen Kontakt. Die Online-Kurse geben ihn Struktur in seinem Leben, somit ändert sich in der Hinsicht wenig für ihn. <br />
<br />
Sophia, die ebenfalls Studentin ist, findet die Veränderungen ebenfalls nicht gut, hat aber einen Weg gefunden damit umzugehen. In ihrer Situation hat sich ihr Leben schon vor der Krise durch einen neuen Job verändert und durch die Krise zusätzlich noch viel mehr. Um die neuen Eindrücke zu verarbeiten, versucht Sophia optimistisch zu bleiben und sich auf das Positive zu konzentrieren. Durch ihr Hobby kann sie ebenfalls dem Alltag entfliehen und bleibt motiviert.<br />
<br />
An den drei verschiedenen Beispielen kann man sehen, wie unterschiedlich sich Autismus-Spektrum Störungen bei Menschen zeigt. Man sieht, dass jeder von ihnen individuelle Wege gefunden hat mit der Situation umzugehen. Nach Thomas Schneider bedeutet Autismus, die Welt intensiver wahrzunehmen und zu erleben. Aus persönlichen Gesprächen mit anderen Autisten konnte Schneider herausfinden, dass die Veränderungen denen leichter gefallen sind, deren Tagesstruktur sich kaum oder gar nicht verändert hat. Denn ein konstanter Tagesablauf gibt vielen Menschen Sicherheit. Dazu gehört auch die Unterstützung der Angehörigen.<br />
<br />
Wie kommt ihr mit Covid19 und Autismus klar?<br />
<br />
<br />
<br />
Schafft ihr es, dass eure betroffenen Kinder Masken tragen?<br />
<br />
Wie sieht es mit Corona-Tests aus? Lassen sich eure Kids testen?<br />
<br />
Akzeptieren eure Kids, Maskenträger? <br />
<br />
Wie kommen sie mit der Veränderung klar?<br />
<br />
Grüsse Andi]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Veränderung? Nein Danke! Autismus trifft auf Corona-Krise – kann das gut gehen?<br />
<br />
Pandemie, Lockdown, Maskenpflicht – All das und viel mehr definiert seit Anfang 2020 unseren Alltag. Seitdem hat sich das Leben weltweit verändert: Homeoffice, Kontakt- und Ausgangssperre sowie das Einhalten von Mindestabstände. Viele Menschen erleben eine enorme Umstellung ihres gewohnten Alltags. Mittlerweile haben sich die meisten Menschen aber an das neue Leben gewöhnt. Doch wie kommen Menschen damit zurecht, die Veränderungen so gut es geht vermeiden?<br />
<br />
In dem Artikel „Autismus – Wie drei Autisten mit den Veränderungen durch die Corona-Krise umgehen“ wird aufgezeigt, wie Menschen mit Autismus ihren Alltag im Hinblick auf die Corona-Pandemie meistern. Nadine, Matthias und Sophia sind so wie alle von der momentanen Situation betroffen, doch sie müssen mit dieser unter besonderen Bedingungen zurechtkommen. Thomas Schneider ist Autor und selbst Autist. Er reagiert mit einem Statement auf die Eindrücke der Beteiligten. Generell reagieren Autisten empfindlich auf Veränderungen und bevorzugen eher Routinen. <br />
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Das Interessante am Artikel ist allerdings, dass die drei Befragten jeweils die Situation anders wahrnehmen und anders mit der Krise umgehen <br />
<br />
Nadine, 16, eine Schülerin, empfindet die Veränderungen als gut. Durch die neuen Umstellungen kann sie ihr Leben endlich so leben, wie sie möchte. Die für uns umständlichen neuen Regeln haben für sie nur Vorteile. Abstand einhalten oder zuhause bleiben war für sie schon immer Alltag. Ein normaler Schultag bedeutete für sie nur Stress. Scheinen uns die Einschränkungen als eine deutliche Einschränkung unseres Alltages, so ist es für Nadine befreiend. <br />
<br />
Matthias, der Student ist, fühlt sich dagegen allein. Vor den Einschränkungen hat er sich oft in der Universität mit Freunden verabredet. Jetzt kann er das nicht mehr. Er versucht zwar den Kontakt durch soziale Netzwerke aufrecht zu erhalten, diese ersetzen aber nicht den persönlichen Kontakt. Die Online-Kurse geben ihn Struktur in seinem Leben, somit ändert sich in der Hinsicht wenig für ihn. <br />
<br />
Sophia, die ebenfalls Studentin ist, findet die Veränderungen ebenfalls nicht gut, hat aber einen Weg gefunden damit umzugehen. In ihrer Situation hat sich ihr Leben schon vor der Krise durch einen neuen Job verändert und durch die Krise zusätzlich noch viel mehr. Um die neuen Eindrücke zu verarbeiten, versucht Sophia optimistisch zu bleiben und sich auf das Positive zu konzentrieren. Durch ihr Hobby kann sie ebenfalls dem Alltag entfliehen und bleibt motiviert.<br />
<br />
An den drei verschiedenen Beispielen kann man sehen, wie unterschiedlich sich Autismus-Spektrum Störungen bei Menschen zeigt. Man sieht, dass jeder von ihnen individuelle Wege gefunden hat mit der Situation umzugehen. Nach Thomas Schneider bedeutet Autismus, die Welt intensiver wahrzunehmen und zu erleben. Aus persönlichen Gesprächen mit anderen Autisten konnte Schneider herausfinden, dass die Veränderungen denen leichter gefallen sind, deren Tagesstruktur sich kaum oder gar nicht verändert hat. Denn ein konstanter Tagesablauf gibt vielen Menschen Sicherheit. Dazu gehört auch die Unterstützung der Angehörigen.<br />
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Wie kommt ihr mit Covid19 und Autismus klar?<br />
<br />
<br />
<br />
Schafft ihr es, dass eure betroffenen Kinder Masken tragen?<br />
<br />
Wie sieht es mit Corona-Tests aus? Lassen sich eure Kids testen?<br />
<br />
Akzeptieren eure Kids, Maskenträger? <br />
<br />
Wie kommen sie mit der Veränderung klar?<br />
<br />
Grüsse Andi]]></content:encoded>
		</item>
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